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Projekte | 24.06.2019

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Kultur, Sport und Gewerbe im Umfeld des Hamburger Fernbahnhofs

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Senatorin Stapelfeldt zeigt auf die Paketpost, die künftig multifunktional genutzt werden soll. Oben die Hochhäuser am Fernbahnhof und daneben das umzunutzende ThyssenKrupp-Areal. Rechts im Bild: Oberbaudirektor Höing.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Im Umfeld des geplanten Fernbahnhofs in Hamburg-Diebsteich soll auf einem Industrieareal eine Musikhalle sowie ein Fußballstadion entstehen. Ein Paketzentrum könnte künftig Kultur, Wohnen oder eine Markthalle aufnehmen, zudem ist ein Sportpark geplant. Diese und andere Überlegungen stellt der Entwurf des Rahmenplans an, der zum Auftakt des Bürgerdialogs präsentiert wurde.

Die Kausalitäten sind klar definiert. Die Deutsche Bahn will die Leistungsfähigkeit ihres Fernbahnhofs Hamburg-Altona erhöhen und den Kopfbahnhof in Ottensen durch einen 360-Mio.-Euro-Neubau am bisherigen S-Bahnhof Diebsteich ersetzen. Das frei werdende Gleisfeld soll als zweiter Bauabschnitt der Mitte Altona 1.900 Wohnungen Raum bieten. Am neuen Fernbahnhof Diebsteich will ein Joint Venture aus Procom und Haspa PeB für 120 Mio. Euro zwei Hochhäuser mit Büro-, Hotel- sowie Serviceflächen für den Bahnbetrieb errichten.

Doch das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat im August 2018 einem Eilantrag des VCD Nord sowie der Bürgerinitiative (BI) Prellbock in Teilen Recht gegeben und wegen fehlender Konkretisierung für die Autoverladung die Bauarbeiten gestoppt. Aktuell laufen Gespräche zwischen Bahn, VCD und BI moderiert von der Stadt.

Die Planungen für die Entwicklung des künftigen Umfelds des Fernbahnhofs gehen weiter. Nun wurde zum Auftakt eines Bürgerdialogs ein Rahmenplanentwurf für ein 70 ha großes Areal vorgestellt. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing betonte beim Pressetermin zum Rahmenplan: „Die Entwicklung vor Ort ist nicht allein abhängig von der Verlegung des Fernbahnhofs, weil die Maßnahmen auch unabhängig davon Sinn machen. Diese Entwicklung ist in jedem Fall gut für das Quartier und wir warten mit der Entwicklung nicht auf die Entscheidungen zum Fernbahnhof.“

Innere Stadtränder mit rauem Charme

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) skizziert das heutige Areal um den Bahnhof Diebsteich als „innere Stadtränder mit besonderer Mischnutzung“. Doch dieser „eher raue Charme“ (Stapelfeldt) soll bleiben, denn es geht um „den ernsthaften Versuch, mit dem Vorhandenen umzugehen“ (Höing).

Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, Urheber: Grit Koalick
So können sich die Planer des Rahmenplanentwurfs die Entwicklung des ThyssenKrupp-Geländes vorstellen: mit Musikhalle im Bestand und einem Stadion mit Tiefgarage unter dem Rasen.

Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, Urheber: Grit Koalick

Geprägt wird das 70 ha große Rahmenplangebiet beidseits der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bahntrasse von großen Gewerbegebieten. Hinzu kommt das Areal des Friedhofs Diebsteich samt Kleingartenparzellen westlich der Bahn sowie die Wohninsel der Isebekstraße und eine Grüninsel mit Sportplätzen östlich davon.

Etwa ein Viertel der 70 ha gehört der Stadt Hamburg. Sie hatte im Herbst 2017 das 4,7 ha große ThyssenKrupp-Areal an der Waidmannstraße gekauft - in direkter Nachbarschaft zum geplanten Fernbahnhof. Zudem sicherte sich die Stadt das gewaltige Paketzentrum der Post.

Musikhalle und Stadion auf ThyssenKrupp-Areal

Die Veränderung im Quartier soll vor allem auf den städtischen Flächen stattfinden. Auf dem ThyssenKrupp-Gelände ist der Erhalt etwa der beiden historischen Torwächterhäuschen vorgesehen sowie der Verwaltung an der Waidmannstraße - und vor allem der Industriehalle, in der künftig Konzerte für bis zu 5.000 Menschen stattfinden sollen.

Direkt benachbart wird ein Regionalliga-Stadion für Altona 93 vorgeschlagen - mit Quartiersgarage unter dem Spielfeld und Randbebauung für Nahversorgung und Indoorsport. Altona 93 sollte ohnehin im Sportpark mit künftig vier Großspielfeldern angesiedelt werden, da die Adolf-Jäger-Kampfbahn an der Bahrenfelder Griegstraße - die bisherige Spielstätte - von Altonaer Spar- und Bauverein (Altoba) und Behrendt mit 300 Wohnungen bebaut wird.

Kultur, Wohnungen und Markthalle in der Paketpost

In der Paketpost am Sportpark sind Markthalle, Kulturstätten, Handwerkerhof sowie experimentelles Wohnen und Hotel an den Kopfseiten Optionen. Höing lobt die „hochgradig flexible Struktur mit hohen Decken und hohen Traglasten“. Abgerissen werden soll wohl das Posthochhaus am Kaltenkirchener Platz. Der Friedhof Diebsteich soll durch neue Zugänge stärker geöffnet werden. Die Gewerbestrukturen sollen erhalten, aber künftig höher verdichtet werden. Auf Sicht erhalten bleiben das Briefzentrum der Post sowie der Metro-Markt an der Plöner Straße. Auch hier ist in den Plänen für 2040 Gewerbe vorgesehen.

Transaktion: Hamburg, Isebekstraße

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