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Unternehmen | 19.06.2019

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Google will 1 Mrd. USD für bezahlbares Wohnen ausgeben

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Der Internetkonzern Google, hier das New Yorker Büro, beschäftigt weltweit rund 100.000 Mitarbeiter. Das trägt an manchen Orten zu einem angespannten Wohnungsmarkt bei.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Der Internetriese will für 1 Mrd. USD 20.000 neue Wohneinheiten in der Umgebung von San Francisco errichten lassen. Die dort herrschende Wohnraumknappheit haben Unternehmen wie Google selbst mitverursacht, da sie in den letzten Jahren viele gut bezahlte Mitarbeiter in die Region gelockt haben.

Sundar Pichai, CEO des Internetkonzerns Google, hat auf seinem Blog bekannt gegeben, in den kommenden zehn Jahren 1 Mrd. USD (knapp 900 Mio. Euro) in 20.000 bezahlbare Wohneinheiten in der San Francisco Bay Area stecken zu wollen. 2018 wurden dort insgesamt gerade mal 3.000 Einheiten fertiggestellt.

Google hat die gegenwärtige Situation selbst mitverursacht

Tech-Konzerne wie Google stehen seit längerem in der Kritik, weil sie einen stetigen Strom von gut bezahlten Mitarbeitern anlocken, die sich auch hohe Mieten und Hauspreise leisten können. Ende 2018 beschäftigte Google weltweit knapp 100.000 Angestellte, allein 8.000 arbeiten am Hauptsitz Googleplex in Mountain View im Silicon Valley. Der Google-Hauptcampus ist von vielen flachen Gebäuden mit entsprechend hohem Flächenverbrauch geprägt.

Rund drei Viertel des Investitionsvolumens, also 750 Mio. USD, sollen daher auf Umwidmung von Flächen entfallen, die der Internetkonzern eigentlich für seine eigene Büroexpansion vorgesehen hatte. Stattdessen sollen dort nun 15.000 Wohneinheiten "für alle Einkommensschichten entstehen". Nochmal 250 Mio. USD will Google in einen Fonds stecken, mit dessen Kapital Wohnentwickler weitere 5.000 Einheiten errichten sollen. Diese sollen zu besonders günstigen Preisen zur Verfügung gestellt werden, indem den Entwicklern nicht näher ausgeführte Anreize gesetzt werden.

Initiative könnte ein Anschub für das Thema serielles Bauen sein

Pichai spezifizierte nicht, welcher Anteil des geplanten Wohnraumprogramms für Häuser und welcher für Wohnungen gedacht ist bzw. welche Einheiten für den Kauf und welche zur Miete vorgesehen sind. Auch ist fraglich, wie der Internetriese ein so großes gefördertes Wohnbauprogramm halbwegs kostendeckend hinbekommen will. Die Hauspreise in der Bay Area haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht.

Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, die neuen Häuser in serieller Bauweise zu errichten. Die Investitionssumme von 1 Mrd. USD hatte Google jedenfalls für eben dieses Thema schon einmal in den Raum gestellt. Wenn der Konzern sein Wohnbauprogramm als riesigen Testlauf für serielles Bauen verwendet, könnte er sein soziales Gewissen elegant mit handfesten Geschäftsinteressen in Einklang bringen.

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