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Märkte | 17.06.2019

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
  • Personen:
    Peter Hübner
  • Immobilienart:
    Wohnen

Baubranche will kein Bremsklotz sein

Quelle: Pixabay: Urheber: Nikguy
Auf dem Bau gibt es viel zu tun. Mensch und Maschine packen an.

Quelle: Pixabay: Urheber: Nikguy

Die Bauindustrie wächst und wächst und wächst. In diesem Jahr noch stärker als gedacht. Parallel wehrt sich die Branche gegen Vorwürfe, ihre Kapazitäten hielten nicht mit und sie treibe die Preise.

Fakt ist: Die Bauunternehmen können sich vor Aufträgen kaum retten. Im ersten Quartal 2019 erreichte der Bestand mit 53 Mrd. Euro den höchsten gemessenen Wert. Dazu trug ein dickes Plus (nominal 14,3%, real 7,9%) bei den Eingängen bei. Der reale Umsatz kletterte um 11%. Kein Wunder, dass in den Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern die Laune blendend ist. „Das Baujahr 2019 wird besser als erwartet“, freute sich der Präsident des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie (HDB), Peter Hübner. Er schraubte am Montag die Konjunkturprognose für seine Branche nach oben. Nominal seien 8,5% drin. Um Inflation und Arbeitstage bereinigt entspreche dies einem Zuwachs von 3%.

Rekord beim Auftragsbestand

Der Lauf am Bau schafft auch Probleme. Das Personal ist knapp, Kapazitäten kaum vorhanden. Den Vorwurf, dagegen täten die Unternehmen zu wenig und bremsten so den Wohnungsbau, ließ Hübner im Vorfeld des Tags der Bauindustrie an diesem Dienstag aber nicht auf den Unternehmen sitzen. Sie hätten 2018 mit einem „realen Produktionsplus von 5,4%“ Handlungsfähigkeit bewiesen. Seit dem Einbruch 2009 sei die Belegschaft um 132.000 auf etwa 837.000 Leute aufgestockt worden, rechnete er vor. Dieses Jahr sollen weitere 20.000 Beschäftigte hinzukommen. Viele von ihnen aus dem Ausland, weil der hiesige Markt für Baufacharbeiter so gut wie leergefegt ist. Ein Fünftel der Beschäftigten hat keinen deutschen Pass. Zusätzlich stützten die Baufirmen sich auf eine wachsende Zahl an Mitarbeitern (100.000), die ausländische Subunternehmer nach Deutschland schicken.

Geld für Investitionen

Klagen über Preistreiberei am Bau wies der Verband mit Hinweis auf Lohnerhöhungen - 2018 bekamen die Beschäftigten 5,7% mehr - und enorm gestiegene Materialpreise zurück. Das reichen die Firmen, anders als in den schlechten Jahren, durch. Endlich sei es neben der Kostenweitergabe auch wieder möglich, „nicht nur die Risiken des Baugeschäfts angemessen zu bepreisen, sondern auch die Eigenkapitalquote zu verbessern“. Das Geld soll in den Ausbau der Kapazitäten fließen.

Nach HDB-Angaben gibt es derzeit eine halbe Million genehmigter, aber noch nicht gebauter Wohnungen. Die Branche wolle den seriellen Wohnungsbau forcieren, um die Nachfrage nach bezahlbaren Einheiten zu bedienen, beteuerte der Verband. Produkten aus der Baufabrik fehlt jedoch noch die Akzeptanz bei Investoren und Planern.

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