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Märkte | 13.06.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berlin ist Deutschlands Coworkinghauptstadt

Quelle: rent24, Urheber: Jakob Nawka
Robert Bukvic, Gründer von rent24, wächst von Berlin aus.

Quelle: rent24, Urheber: Jakob Nawka

Berlin ist Deutschlands Coworkinghauptstadt. Und mehr als eine Eintagsfliege, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Was mit den mit Kickertischen und Lümmelsofas gefüllten Schreibtischhallen aber mal passieren soll, wenn die Nachfrage einknickt, sei eine "offene Frage."

Im vergangenen Jahr wurde in Berlin 84.400 qm Coworkingfläche umgesetzt. Das ist mehr als irgendwo sonst in Deutschland. "Im Verhältnis zum Bürogesamtumsatz ist der Coworkingumsatz jedoch noch relativ gering", sagt Gero Bergmann, Mitglied des Vorstands der Berlin Hyp. "Die Steigerungsraten sprechen jedoch für sich", so der Banker weiter. "Eine neue Assetklasse, die die Transformation von klassischer Büroimmobilie in eine Managementimmobilie vollzieht, entsteht." Gleichzeitig mahnt der Fachmann aber zur Vorsicht. Managementimmobilien stellten hohe Anforderungen an die Risikoabwägung bei den Finanzierern. Die bestehende Fristendivergenz zwischen langfristigem Mietvertrag und kurzfristigem Coworking müsse Berücksichtigung finden. "Hier heißt es, mit Augenmaß zu agieren", hebt der Banker den Finger.

Coworking findet dort statt, wo es am lebgendigsten ist

Bevorzugt lassen sich die Vermieter der jungen Kreativen in den Bezirken Mitte, Kreuzberg und Tempelhof nieder. "Coworking findet also dort statt, wo Berlin am lebendigsten ist", sagt Tobias Just, Professor an der Irebs Immobilienakademie, der den akademischen Nachwuchs den Markt im Auftrag der Bank untersuchen ließ. Neben erwartbaren Ergebnissen, wie der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten, ein spannendes Umfeld und was zu Essen und zu Trinken, war der Mehrheit der Befragten "die Interaktion mit branchenfremden Experten" nicht wirklich wichtig. "Anscheinend ist der branchenübergreifende Austausch eher ein nettes 'Add-on' als ein 'Must-have'", räumt Just mit alten Weisheiten auf. Ebenfalls bemerkenswert: Der Wunsch nach einem festen Arbeitsplatz, für den sich 76% der Umfrageteilnehmer aussprechen.

120 Schreibtischhallen

120 Berliner Coworkingstandorte listen die Studierenden auf. Hinzu kommen 11 geplante Einrichtungen. Berliner Platzhirsch ist das Unternehmen Wework mit 47.000 qm Fläche plus 22.000 qm in der Pipeline. Den zweiten Platz belegt Regus mit 17.000 qm bereits eröffneter Fläche sowie 21.000 qm geplanter Büros. Die Bronzemedaille kann sich rent24 mit 15.000 bzw. 14.000 qm umhängen.
Offen blieb die Frage, wie stark die Coworkingflächen ausgelastet sind, also die Anbieter ihr Auskommen haben. Und was mit der Nachfrage passiert, wenn es zu einem wirtschaftlichen Abschwung kommt. Auch die Drittverwendungsfähigkeit der auf offene, weite Fläche angelegten Kontore ist etwas, was die Verfasser als eine "offene Frage" formulieren.

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