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Politik | 28.05.2019

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
  • Personen:
    Axel Gedaschko
  • Immobilienart:
    Wohnen

GdW legt Sofortprogramm für Klimaschutz auf den Tisch

Immobilien Zeitung, Urheberin: Jutta Ochs
Modernisierung von Gebäuden ist teuer - aber für den Klimaschutz bitter nötig.

Immobilien Zeitung, Urheberin: Jutta Ochs

Die Wohnungswirtschaft hat ein 23 Punkte starkes "Sofortprogramm" entwickelt, mit dem das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 doch noch erreicht werden könnte. Adressat ist das am Mittwoch tagende Klimakabinett der Bundesregierung.

Die Lage für die Wohnungsunternehmen beim Thema Klimaschutz ist nicht gerade leicht. Die privaten Haushalte gehören zu den größten CO2-Verursachern in Deutschland (ca. 40%), die Unternehmen sind daher zu Energieeinsparung per Modernisierung verpflichtet. Modernisierung ist jedoch teuer. Und sie wird von Mietern mit immer größerer Skepsis betrachtet, da diese wegen der Umlagefähigkeit (früher 11%, jetzt 8 %) die ohnehin schon teuren Mieten noch weiter in die Höhe treibt. Und dennoch: Es muss etwas geschehen - und zwar mehr als bislang.

"Wir stehen an einem klimapolitischen Wendepunkt", sagt Axel Gedaschko, Präsident des Wohnungswirtschaftsverbands GdW. "Mit einem 'Weiter so' bei den Rahmenbedingungen ist das Herstellen eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 keinesfalls erreichbar." Die Wende dürfe nicht mehr weiter nur zu Lasten von Mietern und Vermietern gehen. Es müsse dringend umgesteuert werden. Die notwendigen Sofortmaßnahmen lege der GdW vor.

Bremsen lösen, damit Klimaschutz bezahlbar wird

Was nach Ansicht des GdW geschehen muss: Hindernisse für die Nutzung erneuerbarer Energien im Wohnquartier müssten aus dem Weg geräumt und Investitionen in den Klimaschutz massiv von der Regierung unterstützt werden. Klimaschutzziele könnten sozialverträglich nur erreicht werden, wenn neben begrenzten Investitionen in das Gebäude die Art und Weise der Erzeugung der verbrauchten Energie entweder auf klimaneutrale, dezentrale Anwendungen umgestellt oder aber erneuerbare Energieträger genutzt werden. Nur dieser Mix sei für den Endkunden in den Bestandsgebäuden bezahlbar. Für die dezentrale Energieerzeugung im Quartier müssten dringend alle Bremsen gelöst werden.

Steuernachteile aufheben

Wohnungsunternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) lokal erzeugen wollen, würden gravierend steuerlich benachteiligt. Sobald sie den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeisten oder den Mietern zur Verfügung stellten, werde die eigentlich gewerbesteuerbefreite Vermietungstätigkeit gewerbesteuerpflichtig. Das Gewerbesteuergesetz müsse hier dringend angepasst werden, um Mieterstrom endlich zu ermöglichen.

Weiterhin verlangt der GdW als Sofortmaßnahme die Einführung einer Investitionszulage für energetische Modernisierung von Gebäuden. Zudem solle ein KfW-Förderprogramm eingeführt werden, das auf CO2-Vermeidung und Endenergieeinsparung ausgerichtet ist. So würde konsequent das Ziel verfolgt, das Klimaschutzsystem im Gebäudebereich auf die Vermeidung von Treibhausgasen umzustellen.

Die 23 "Sofortmaßnahmen" der Wohnungswirtschaft zum Klimaschutz finden sie hier.

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