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Märkte | 23.05.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Garbe soll Sprung an die Börse planen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Auch im Juni wird sich Garbe bei der Logistikmesse in München präsentieren.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Der Hamburger Projektentwickler Garbe Industrial Real Estate bereitet angeblich den Gang an die Börse vor. Das zumindest meldet die Nachrichtenagentur Reuters in Berufung auf Insider. Bei Garbe selbst will man sich dazu nicht äußern.

Die Antwort ist kurz und knapp: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu Marktgerüchten nicht äußern." Mehr will der Mann, der für Garbe sprechen darf, auf Anfrage der Immobilien Zeitung partout nicht sagen. Er hätte "das Gerücht" ja auch dementieren können. Aber auch das tat er auf Nachfrage ausdrücklich nicht. So bleiben Fragezeichen.

Hat Garbe tatsächlich die Deutsche Bank und JP Morgan engagiert, um die Emission vorzubereiten, wie Agenturen und Medien melden? Sollen Aktien wirklich für rund 300 Mio. bis 400 Mio. Euro angeboten werden? Liegt der Börsenwert in der Tat bei etwa 700 Mio. Euro? Ist der Sprung aufs Parkett schon für den Herbst geplant? Diese Fragen lässt Garbe vorerst offen.

In der Top Ten der größten Logistikprojektentwickler

Seit mehr als 25 Jahren entwickelt Garbe Logistik- und Unternehmensimmobilien. Mit mehr als 3 Mio. qm Grundstücksfläche und etwa 1,7 Mio. qm Hallenfläche betreut Garbe Industrial Real Estate nach eigenen Angaben 79 Objekte an mehr als 50 Standorten im Wert von etwa 1,5 Mrd. Euro. In der Rangliste der größten Logistikprojektentwickler des Analyseunternehmens bulwiengesa aus dem vergangenen Jahr landete Garbe auf Rang acht - hinter Edeka und vor Prologis. Laut bulwiengesa hat Garbe in den Jahren von 2013 bis 2017 rund 368.000 qm Logistikfläche in Deutschland fertiggestellt. Neben Core-Produkten sucht Garbe inzwischen auch Potenziale im Core-plus- und Value-add-Segment.

Wer Logistikimmobilien entwickeln will, braucht derzeit viel Kapital. In den gefragten Regionen gibt es kaum noch freie Flächen. Zudem steht Logistik zunehmend in Konkurrenz zu anderen Nutzungsformen wie Büro und Wohnen. Dieser Wettbewerb um Grund und Boden lässt die Preise für Bauland weiter steigen. Ein frischer Geldregen über einen Börsengang käme einem Projektentwickler da sicher nicht ungelegen.

Die Logistikbranche ist für Anleger höchst attraktiv

Für Investoren sind Logistikimmobilien und Unternehmen, die Logistikimmobilien entwickeln, recht attraktiv. Die Nachfrage nach Distributionszentren und Lagerhallen ist bei Käufern und Mietern nicht zuletzt wegen des boomenden Onlinehandels riesig. Zwar ist im ersten Quartal 2019 die Nettospitzenrendite für Logistikimmobilien an Topstandorten zum ersten Mal unter die 4%-Grenze gesunken und lag bei 3,9%. Dennoch ist das immer noch mehr als in anderen Assetklassen und Anlageformen. Außerdem steigen aufgrund der engen Angebotssituation die Spitzen- und Durchschnittsmieten. In Berlin etwa ist die Höchstmiete für innenstadtnahe, zentrale Lagen innerhalb eines Jahres um 1,70 Euro/qm auf 7,20 Euro/qm explodiert.

Mangels Angebot fiel der Start ins Jahr 2019 zudem eher mau aus. Nach Angaben der großen Maklerhäuser wurden in den ersten drei Monaten zwischen 1,1 Mrd. und 1,33 Mrd. Euro in deutsche Industrie- und Logistikimmobilien investiert. Je nach Rechnung entspricht das einem Rückgang von mehr als 30% im Vergleich zum Vorjahr. Das lag aber vor allem daran, dass fast nichts auf dem Markt war, was die Anleger hätten kaufen können. Und dennoch konnte sich die Assetklasse Logistik auf dem gesamtgewerblichen Immobilienmarkt in Deutschland erneut auf dem dritten Platz positionieren und einen Marktanteil von einem Zehntel verzeichnen. Logistik ist also längst kein Nischenmarkt mehr.

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