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Märkte | 22.05.2019

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW), Immobilienverband Deutschland (IVD), Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände Hessen (AWI), Verband der Immobilienverwalter Hessen VDIVH, BFW Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland
  • Personen:
    Werner Merkel, Gerald Lipka, Axel Tausendpfund, Thorsten Stock
  • Immobilienart:
    Wohnen

Hessen: Nachlassender Wohnungsbau alarmiert Branchenverbände

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Mehr Bauen: Das ist nach Ansicht der Branchenverbände der einzige Weg, um die Wohnungspreise im Griff zu behalten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Mehr bauen und weniger regulieren: Das sind die Forderungen der Immobilienverbände angesichts zurückgehender Baugenehmigungszahlen in Hessen.

Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen ist im ersten Quartal 2019 gesunken, im Jahr zuvor hat sie stagniert und Hessen steht besonders schlecht dar: Rund 24.900 Wohnungen wurden 2018 im Bundesland genehmigt, rund 4,2% weniger als 2017. In den kreisfreien und damit größeren Städten ging der Wert sogar um 7,4% zurück. Diese Zahlen alarmieren die Branchenverbände in der Region. "Wir bräuchten in Hessen 37.000 neue Wohnungen im Jahr. Dieser Rückschritt ist mehr als besorgniserregend", sagt Axel Tausendpfund, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände Hessen (AWI). Er fordert die Politik auf, mehr Bauland bereitzustellen und Hindernisse für den Wohnungsbau zu beseitigen. Denn nur ein größeres Angebot könne die Bauland- und in der Folge auch die Wohnungspreise senken. Instrumente wie Mietpreisbremse oder Mietendeckel stellten lediglich ein Herumdoktern an Symptomen dar.

Regulierung schreckt Kleininvestoren ab

"Diskussionen über weitere Regulierungen schrecken Eigentümer von Grundstücken sogar eher von Wohnungsbau und Nachverdichtung ab", warnt Werner Merkel vom Verband der Immobilienverwalter Hessen. Ähnliche Beobachtungen hat Thorsten Stock aus dem Regionalvorstand der Maklerverbands IVD gemacht. Es gebe private Kleineigentümer, die jahrzehntelang die Mieten nur moderat erhöht hätten und nun aus Angst vor Gängelung und Enteignung ihre vermieteten Wohnungen verkauften. Gerald Lipka vom Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen sieht den verbreiteten Widerstand sowohl von Nachbarn als auch von Nachbarkommunen gegen Innen- und Außenverdichtung als Problem an. Die Bürgerbeteiligung will er keineswegs abwürgen, sie dürfe aber Bauprojekte nicht mehr über viele Jahre verzögern. "Wir brauchen einen klaren zeitlichen Rahmen für die Beteiligung der Öffentlichkeit", fordert Lipka. Die Unternehmen sieht er in der Schuld, besser als bisher zu informieren, beispielsweise durch eine plastischere Darstellung der Raumwirkung geplanter Gebäude. Mehr serielles Bauen biete Tausenpfund zufolge nicht nur Chancen zur Kostensenkung, sondern verkürze auch die Lärm- und Staubbelastung für Anwohner und könne so die Akzeptanz für Nachverdichtung erhöhen.

Die neuesten wohnungspolitischen Initiativen im Land stoßen auf wenig Gegenliebe bei den Verbandsvertretern, beispielsweise das absolute Verbot der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in bestimmten Gebieten. Die Möglichkeit dazu wird derzeit im hessischen Wirtschaftsministerium geprüft. Für Merkel zeigt sich in dieser Initiative ein falsches Bild der Realität auf dem Wohnungsmarkt. "Es ist nicht so, dass große Unternehmen massenhaft Mietobjekte aufkaufen und in Eigentumswohnungen umwandeln", betont er. Nach Lipkas Erfahrung geht es bei Umwandlungen häufig um die Auflösung einer Erbengemeinschaft, was auf anderen Wegen kaum praktikabel sei. Auch das Ende der Umlegung der Grundsteuer auf die Mieter findet bei den AWI-Mitgliedern keine Gnade. Alleine für seinen Verband VdW südwest bedeute dies, dass 90 Mio. Euro im Jahr fehlen, so Tausendpfund. Dadurch könnten 500 bis 1.000 Wohnungen weniger im Jahr gebaut werden.

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