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Märkte | 22.05.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berlin: Gebrauchte Eigentumswohnungen werden immer teurer

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke
Im gutbürgerlichen Bezirk charlottenburg sind gebrauchte eigentumswohnungen am teuersten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke

Die Preisspirale für gebrauchte Eigentumswohnungen dreht sich in Berlin immer weiter. Im Schnitt sind die Angebotspreise seit 2016 pro Jahr um rund 13% gestiegen. Derzeit liegt der Berliner Durchschnittspreis bei 4.190 Euro/qm. Das zeigt eine Preisübersicht für das erste Quartal 2019, die das Analyse-Institut empirica im Auftrag der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover (LBS Nord) ermittelt hat.


Die höchsten Steigerungen gab es im östlichen Plattenbaubezirk Lichtenberg. Hier verteuerten sich Wohnungen seit 2016 um 25,6% im Jahr. Überdurchschnittlich wuchsen die Preise auch in Pankow (+ 14,5%), Spandau (+ 14,2%), Neukölln (+ 14%) und Tempelhof-Schöneberg (+ 13,9%). Etwas moderater fiel der Zuwachs in Friedrichshain-Kreuzberg (+ 8,9%) und Mitte (+ 10,3%) aus.

Charlottenburg-Wilmersdorf schießt den Vogel ab

Am teuersten ist Stockwerkseigentum im Westen der deutschen Hauptstadt, rund um den Kurfürstendamm im Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf. Jede zweite Wohnung wird hier für mindestens 4.856 Euro/qm angeboten. Gute Wohnungen in besseren Lagen kosten sogar mindestens 5.831 Euro/qm. Die Preise stiegen seit 2016 jährlich um 12,8%. Bei einem Durchschnittspreis von rund 395.000 Euro muss ein durchschnittlicher Haushalt im gutbürgerlichen Bezirk 10,7 Jahresnettoeinkommen für den Kauf eines Daches über den Kopf aufbringen. "In anderen Bezirken ist die Ausgangssituation für Wohnungskäufer wesentlich besser", erklärt Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Nord, der mit dem Verleihen von Geld an potenzielle Haus- und Wohnungskäufer seine Brötchen verdient.

Bezirk Mitte auf Platz 2

Mit im Schnitt 4.693 Euro/qm ist der Stadtteil Mitte rund um die östliche Innenstadt der zweitteuerste Bezirk in Berlin. Lange Zeit war diese Lage die teuerste in der deutschen Hauptstadt. Für eine gebrauchte Eigentumswohnung zum Preis von 330.000 Euro werden neun Jahresnettoeinkommen fällig. Mittlere Quadratmeterpreise über 4.000 Euro werden auch in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg (4.555 Euro/qm), Pankow (4.467 Euro/qm), Steglitz-Zehlendorf (4.068 Euro/qm) und Tempelhof-Schöneberg (4.031 Euro/qm) verlangt. Hier schlägt der Wohnungskauf mit acht bis neun Jahresnettoeinkommen zu Buche.

Die günstigsten gebrauchten Eigentumswohnungen befinden sich im östlichen Plattenbaubezirk Marzahn-Hellersdorf, wo Wohnungen für im Schnitt 2.500 Euro/qm oder 5,4 Jahreseinkommen angeboten werden. Gemessen am Lohn und Gehalt am billigsten ist Stockwerkseigentum im nördlichen Bezirk Spandau, wo 4,6 Jahre Arbeit reichen, um die durchschnittlich fälligen 2.751 Euro/qm zusammenzukriegen. Wer hier eine Wohnung kauft, statt sie zu mieten, kommt mit einer monatlichen Mehrbelastung in Höhe von 40 Euro (Marzahn-Hellersdorf) beziehungsweise 31 Euro (Spandau) aus, haben die Rechenfüchse von empirica ermittelt. Dabei haben die Fachleute 60 bis 80 qm große Wohnungen, 25% Eigenkapital und eine Finanzierungsbelastung von 5% (2% Zins, 3% Tilgung) zugrunde gelegt und mit den Mieten verglichen.

Im Bezirk Treptow-Köpenick ist kaufen billiger als mieten

Im Bezirk Treptow-Köpenick dagegen lohne sich Kaufen wirklich, bescheinigen die Forscher ihrem Auftraggeber. Bei einem durchschnittlichen Wohnungspreis von 199.000 Euro oder 5,4 Jahresnettoeinkommen beträgt der rechnerische monatliche Vorteil gegenüber dem Wohnen zur Miete 33 Euro.

In Reinickendorf, hier kosten Wohnungen 3.053 Euro/qm oder das 5,5 fache des jährlichen Verdienstes, liegt die monatliche Belastung beim Kauf 21 Euro über einer Mietzahlung. In Steglitz-Zehlendorf (Durchschnittspreis: 4.068 Euro/qm bzw. das 8-fache des Jahresnettoeinkommens), Neukölln (3.758 Euro/qm bzw. das 6,5-fache), und in Friedrichshain-Kreuzberg (4.555 Euro/qm; bzw. das 8,9-fache) werden bei einem Kauf um die 80 Euro mehr im Monat fällig.

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