Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 22.05.2019

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    VdW Bayern
  • Personen:
    Hans Maier
  • Immobilienart:
    Wohnen

Der Frust bei sozialen Wohnungsunternehmen wächst

Politische Initiativen und regulatorische Vorgaben bedrohen immer mehr den geförderten und sozialen Wohnungsbau. Davor warnt Hans Maier, Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW). Dabei bauen die VdW-Unternehmen erstmals seit Jahren wieder mehr Sozialwohnungen, als dem Markt verloren gehen.

Der Wohnungsbau sei die einzige Lösung für das Problem der steigenden Mieten in den Städten, erklärte Maier bei der Vorstellung der Jahreszahlen des Verbandes. Doch gerade sozial orientierte Unternehmen hätten es immer schwerer, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.

Lieber verfallen lassen und neu bauen

So sorge etwa die Deckelung bei der Umlage der Modernisierungskosten "für Frust bei den Wohnungsunternehmen", beobachtet Maier. Da sich viele VdW-Unternehmen bei Sanierungen ganze Häuser vornehmen würden, mache die Grenze von 2 Euro/qm, die für Vermieter mit geringen Mieten gelte, Modernisierungen unwirtschaftlich. Einige Mitglieder würden schon überlegen, ob sie noch in die Immobilien investieren sollten, so Maier. Oft sei es überlegenswert, die Immobilien abwohnen zu lassen, um sie dann abzureißen und neu zu bauen. Dann könnte wieder eine wirtschaftliche Miete verlangt werden.

In diesem Zusammenhang lehnt er auch eine Begrenzung von Mieterhöhungen, wie sie das im Herbst geplante bayerische Volksbegehren "Mietenstopp" fordert, ab. Das Einfrieren der Mieten führe dazu, dass die Unternehmen Neubauprojekte und andere Investitionen verschieben würden. Für manche Genossenschaften, die Erbbaurechte erwerben wollen, könne ein Verbot von Mieterhöhungen sogar das Aus bedeuten, warnt Maier. Sie könnten sich nicht mehr über höhere Mieten refinanzieren. Die Genossenschaftswohnungen würden dann früher oder später auf dem freien Markt landen.

Die Politik stellt die Weichen

Das größte Problem der meisten VdW-Unternehmen sei aber nach wie vor der Zugang zu Bauland, das niedrige Mieten zulasse. Maier forderte, dass die Verbilligungsrichtline des Bundes für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auch für andere Sondervermögen des Bundes gelten müsse. Derzeit müssen etwa Genossenschaften Wohnungen oder Erbpachtverträge zu Höchstpreisen von staatlichen Eigentümern wie dem Bundeseisenbahnvermögen erwerben.

Auch die jüngst von Bundesinnen- und Bauminister Horst Seehofer geforderte CO2-Neutralität von Wohnungen sei falsch, kritisierte Maier. Letztlich würden das die Mieter bezahlen. Für die meisten Regulierungen gelte derzeit: "Da treffen gut gemeinte, aber schlecht durchdachte Maßnahmen leider die Falschen", ärgert sich der Verbandsdirektor. Nicht der Wohnungsmarkt habe versagt, "die Politik stellt die Weichen", so Maier.

VdW-Unternehmen investieren fast 2 Mrd. Euro

Trotz aller Schwierigkeiten präsentierte der Verbandschef für seine 475 Mitgliedsunternehmen eine positive Bilanz. Die vorwiegend kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbauunternehmen im VdW Bayern bauten 2018 fast 4.000 Wohnungen mit einer Investitionssumme von 1,96 Mrd. Euro. Weitere 770 Mio. Euro flossen in die Instandhaltung des Bestands. Von den insgesamt 3.920 neuen Wohnungen wurden 3.390 öffentlich gefördert. Erstmals seit Jahren sei damit die Zahl der Sozialwohnungen in Bayern unter dem Strich um 1.100 Einheiten gestiegen.

Insgesamt verwalten die Verbandsmitglieder rund 449.000 eigene und etwa 76.500 Fremdwohnungen, hauptsächlich von Gemeinden und Städten. Darunter seien 105.000 Sozialwohnungen. Die Durchschnittsmiete beträgt 6,18 Euro/qm.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!