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Märkte | 21.05.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Verband der Wohnungsgenossenschaften Sachsen (VSWG)
  • Personen:
    Axel Viehweger
  • Immobilienart:
    Wohnen

Sächsische Genossen investierten 50.000 Euro pro Stunde

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke
VSWG-Chef Axel Viehweger (Mitte) klagt über teure Teilabrisse.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

Im laufenden Jahr planen die 209 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) organisierten Unternehmen, rund 510 Mio. Euro zu investieren. Das sind 63 Mio. Euro mehr als im Vorjahr, als die VSWG-Mitglieder mit knapp 270.000 Wohnungen im Rücken jeden Tag 1,27 Mio. Euro bzw. mehr als 50.000 Euro pro Stunde in die Hand nahmen.

Der Schwerpunkt der Investitionen im Jahr 2019 liegt auf Modernisierungen, sagt Axel Viehweger, Vorstand des VSWG. 456 Wohnungen lassen die Genossen im Laufe des Jahres fertig bauen, 205 werden abgerissen, denn die Leerstände steigen wieder. Aktuell beträgt der Wert 8,2%. Schuld ist die Landflucht verbunden mit dem hohen Alter der Genossen. "Nicht wenige Wohnungsgenossenschaften haben einen Anteil über 80-Jähriger von 25% und mehr. Die zu erwartenden hohen Kündigungszahlen in den nächsten Jahren können eher selten durch Neueinzüge kompensiert werden", erläutert Viehweger die Gemengelage. Doch die Abrisse bereiten den Genossenschaften finanzielle Probleme.

Für Teilabrisse reicht das Geld nicht

Gemeint ist: Bis zum 31.12.2018 haben die sächsischen Wohnungsgenossenschaften seit ihrer Gründung 33.757 Wohnungen und damit, so Viehweger, "einen erheblichen Teil ihres Vermögens" durch Abriss oder teilweisen Rückbau vom Markt genommen. Im vergangenen Jahr haben die Gesellschaften deutlich mehr Teilabrisse vorgenommen, als das ganze Haus dem Abrissbagger zu überlassen. Verwaist sind nämlich zunehmend die oberen Geschosse, in die kein Fahrstuhl reicht, während unten noch alles vermietet ist. Problematisch dabei sei, so Viehweger, "dass die Kosten für den Teilrückbau um mindestens Faktor drei über den Kosten des Komplettabrisses liegen, da hier umfangreiche Sicherungsmaßnahmen, insbesondere bei der Öffnung des Dachs vorgenommen werden müssen." Allerdings werde der erhöhte Aufwand nicht in den Rückbauförderungen berücksichtigt.

Neubauten treiben die Miete

Die in sächsischen Wohnungsgenossenschaften gezahlte Miete betrug 2018 durchschnittlich 4,90 Euro/qm. Damit ist sie im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr um 0,08 Euro/qm oder knapp 1,7% gestiegen. Schuld daran seien die Neubauten, so der Verbandschef. Aufgrund der baulichen Anforderungen und der – auch aufgrund des Handwerkermangels – stark steigenden Baupreise lässt sich eine wirtschaftliche Refinanzierung kaum noch unter 10,00 Euro/qm Wohnfläche darstellen, rechnet Viehweger vor. Weitere Mietsteigerungen lassen sich durch Modernisierungen im Bestand sowie Anpassungen der Miete an den Mietspiegel in den Ballungszentren erklären. Die warme Miete inklusive aller Betriebskosten lag 2018 im Durchschnitt bei 7,07 Euro/qm, nach 6,95 Euro/qm im Jahr 2017.

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