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Unternehmen | 21.05.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Goldman Sachs übernimmt B&B Hotels

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
126 B&B-Hotels mit mehr 12.800 Zimmern gibt es derzeit in Deutschland.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wird die französische Hotelkette B&B Hotels übernehmen. Der Kauf soll schon in der zweiten Hälfte 2019 vollzogen werden. Weltweit betreibt B&B derzeit 486 Budgethotels, 126 davon stehen in Deutschland.

Dem Vernehmen nach will Goldman Sachs etwa zwei Mrd. Euro für B&B auf den Tisch legen. Die Verhandlungen sind offenbar schon sehr weit gediehen. So weit, dass der derzeitige Eigentümer PAI Partners per Pressemitteilung "exklusive Verhandlungen" mit der US-Investmentbank bestätigte. Und B&B-Chef Fabrice Collet freut sich schon auf die neue Mutter. "Wir werden unseren Wachstumskurs an der Seite von Goldman Sachs fortsetzen", sagte der Manager Anfang dieser Woche in Paris.

Die französische Private-Equity-Gesellschaft PAI Partners hat die Hotelkette vor drei Jahren für rund 790 Mio. Euro übernommen. Seitdem ist B&B kräftig gewachsen: 486 Hotels mit 42.832 Zimmern in zwölf Ländern gehören zum Portfolio. Inzwischen ist die Marke sogar in Brasilien präsent. Seit 2016 habe B&B jedes Jahr dem Umsatz im Schnitt um 16% gesteigert. Seit dem Einstieg von PAI verdoppelte sich der Gewinn. Für 2018 meldete die Kette "Wachstum auf ganzer Linie": plus 18,2% beim Erlös, 14% mehr Betten, fast 500 zusätzliche Jobs weltweit.

Mit neuem Eigner das Entwicklungstempo forcieren

In Deutschland ist B&B laut eigener Einschätzung der Marktführer im Segment Budgethotellerie; seit 2012 sei das Unternehmen dreimal stärker gewachsen als der Markt insgesamt. 126 Hotels mit mehr 12.800 Zimmern betreibt die deutsche Tochter zurzeit. Deren Chef Max C. Luscher sieht die Übernahme durch Goldman Sachs positiv. "Wir sind daran interessiert, eigenständig zu bleiben und unser Geschäftsmodell weiter voranzutreiben", sagte er auf Anfrage der Immobilien Zeitung. Mit dem neuen Eigner könne man das Entwicklungstempo weiter forcieren, betonte Luscher.

15 neue Häuser pro Jahr in Deutschland - mindestens

Ziel sei es, in Deutschland jährlich mindestens 15 neue Häuser zu eröffnen. Gerade war Luscher in Gießen. In der mittelhessischen Unistadt soll bis Ende 2020 ein weiteres Hotel mit 90 Zimmern in Betrieb gehen. Mit den geplanten Neueröffnungen wird das Portfolio von B&B bis Ende des Jahres insgesamt 138 Hotels in Deutschland umfassen. Für das zweite Quartal 2019 sind zwei neue Hotels in Jena und Neuss geplant. Insgesamt eröffnet die Groupe B&B Hôtels 2019 mehr als ein Hotel pro Woche.

Auch in der Branche wird die Übernahme als sinnvoll bewertet. "Das wird weitere Wachstumsimpulse und eine Professionalisierung bringen", sagt Olivia Kaussen, Head of Hotels Germany beim Maklerhaus CBRE. Mit ihrem Konzept könne die B&B-Gruppe in fast jeder Kleinstadt ein Hotel eröffnen, damit sei das Expansionspotenzial fast grenzenlos. Mit Goldman Sachs habe man dafür nun einen kapitalstarken Eigentümer an der Seite.

Kein Schnickschnack, entscheidend ist der Preis

Das Motto der Hotelkette lautet: "Wir sparen am Schnickschnack - Sie am Preis". Die Übernachtungstarife in den B&B-Hotels sind regional unterschiedlich. Eine Übernachtung im Einzelzimmer ist etwa in Berlin-Süd Genshagen ab 43 Euro buchbar, ein Doppelzimmer ist ab 54 Euro, ein Familienzimmer ab 75 Euro zu haben. Die Abkürzung B&B steht für Bed & Breakfast; Restaurants bieten die Häuser der Kette nicht.

Die Gruppe ging schon durch die Hände mehrerer Eigentümer. Das 1990 von der französischen Firma Galaxie gegründete Marke wurde 2003 durch den britischen Fonds Duke Street Capital übernommen, der sie 2005 an die französische Finanzholding Eurazeo weiterreichte. Anno 2006 wurde Galaxie in Groupe B&B Hotels umfirmiert; vier Jahre später sicherte sich der US-amerikanischen Private-Equity-Fonds Carlyle Group die Mehrheit der Anteile. Im Jahr 2016 dann erfolgte die Übernahme der Mehrheitsanteile durch das Private-Equity-Unternehmen PAI Partners - und noch in diesem Jahr wird wohl Goldman Sachs die neue Mutter sein. Insider glauben aber, dass auch das nur ein mittelfristig währendes Engagement sein wird.

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