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Märkte | 16.05.2019

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

So schnell bekommt Rhein-Main nicht genug von Hotels

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Durch rege Bautätigkeit, wie hier beim Hyatt House in Eschborn, wächst die Zahl der Hotelbetten in der Region rund um Frankfurt herum stetig. Die zugleich steigende Gästezahl wird die Auslastung jedoch konstant halten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

In der Rhein-Main-Region befinden sich zahlreiche Hotels in der Entwicklung. Trotzdem ist für die nächste Zukunft nicht mit Überkapazitäten zu rechnen. Dafür sorgen stetig wachsende Übernachtungszahlen. Allerdings blickt nicht jeder Hotelstandort einer glänzenden Zukunft entgegen.

Rund 440 Hotels in der Rhein-Main-Region, 77 Häuser in der Entwicklung und ein offenbar immer noch ungestillter Appetit von Investoren auf neue Hotelprojekte: Wie lange kann das noch gut gehen, bevor sich die Hotels gegenseitig das Geschäft kaputt machen? Offenbar noch eine ganze Weile. Darin waren sich die Podienteilnehmer beim Kongress Hotellerie Frankfurt Rhein-Main weitgehend einig. Die Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung (AHGZ) hatte zu der ersten Veranstaltung dieses regionalen Formats nach Frankfurt eingeladen und sprach damit eine Branche an, die offenbar wenig Sorgen wegen zunehmender Konkurrenz hat.

So rechnet Martina Fidlschuster, Geschäftsführerin von Hotour Hotel Consulting, bei einer realistischen Prognose der Gästezahlen zwar bis zum Jahr 2021 mit einem leichten Rückgang der Bettenauslastung von derzeit gut 50%, dann aber mit einer Stabilisierung bei knapp unter der 50%-Marke. Trotz der regen Bautätigkeit ist demnach also nicht mit schwerwiegenden Überkapazitäten zu rechnen.

Frankfurt belebt das weitere Umland nicht mehr

Allerdings werden wohl nicht alle Hotels in der Region in gleicher Weise auskömmlich weiter wirtschaften können. "Das Wachstum wird durch neue Gäste, aber auch durch Verdrängung im Umland stattfinden", sagte Fidlschuster. Hotels in weiterer Entfernung von Frankfurt werden leiden. Dass sich das Geschäft bereits verschoben hat, bestätigte Christian Barth, geschäftsführender Gesellschafter des Favourite Parkhotel in Mainz und damit Vertreter der inhabergeführten Hotels: "Die Messe in Frankfurt spielt für uns, anders als früher, keine Rolle mehr." Inzwischen würden die Messereisenden in weitaus höherem Maß von den Hotels in Frankfurt selbst absorbiert.

Parallel ändert sich die Gästestruktur. Nach Einschätzung von Christian Strieder, Country Manager DACH bei STR Germany, kommen langsam aber sicher mehr touristische Gäste nach Frankfurt und in die Region, was zu einer besseren Auslastung der Hotels an den traditionell sehr schwachen Wochenenden führe. Fidlschuster sieht weiteres Wachstumspotenzial weniger bei den traditionell zahlreichen Messe- und Kongressgästen. Vielmehr würden andere Geschäftsreisende und Touristen verstärkt nach Frankfurt kommen.

Chinesen und Touristen werden wichtiger

Auf einen anderen Aspekt machte Thomas Willms, CEO von Deutsche Hospitality, aufmerksam: "Wir haben in der Region erstmals Hotels mit mehr Gästen aus China als aus den USA." Und dabei dürfe derzeit noch längst nicht jeder in China ins Ausland reisen. Dort bestehe erhebliches Potenzial für einen Zuwachs weiterer Gäste. Fidlschuster hat von 2008 bis 2018 einen Zuwachs der Hotelgäste aus China in der Region um 241% errechnet. In absoluten Zahlen machen sie mit gut 340.000 Übernachtungen allerdings noch eine kleine Gruppe aus. Insgesamt ist in diesem Zeitraum die Zahl der Übernachtungen in Frankfurt um 87% auf 10,1 Mio. und in der Region um 50% auf 18,6 Mio. gestiegen.

Für die Zukunft des Hotelmarkts im Frankfurter Umland mahnte Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Tourismus+Congress, eine stärkere regionale Vernetzung an, insbesondere mit Blick auf die touristischen Hotelnutzer, denen Kultur und Natur in der Region erschlossen werden sollte. Dazu sei ein personell ausgestattetes Destinationsmanagement nötig. Energische Zustimmung dazu und zugleich Kritik an seiner Heimatstadt Mainz kam von Christian Barth: "Die Stadt Mainz forciert die Schaffung von Hotelbetten, hat aber zugleich nicht in das Marketing investiert." Das werde sich rächen. Insbesondere würden es die zahlreichen Kettenhotels schwer haben. Speziell für Frankfurt wünscht sich Feda fünf bis zehn Jugendhotels für Rucksacktouristen, "auch wenn sich die Investoren da nicht so recht ranzutrauen scheinen".

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