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Unternehmen | 09.04.2019

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    WealthCap, Domicil Real Estate Group
  • Personen:
    Matthias Moser, Georg Erdmann, Andreas Wißmeier, Khaled Kaissar, André Schmöller, Markus Leitner
  • Finanzprodukte:
    Wertgrund WohnSelect D
  • Portfolios:
    Living-Portfolio
  • Immobilienart:
    Wohnen

Domicil plant mit Matthias Moser den IPO

Urheber: Matthias Moser
Matthias Moser ist bei den Kapitalmarktvorbereitungen zunächst als Berater an Bord.

Urheber: Matthias Moser

Die Domicil-Gruppe mit Zentrale in München zieht es an den Kapitalmarkt. Der Erlös aus einer möglichen Kapitalerhöhung soll die Finanzierung von Zukäufen verbilligen und ein schnelleres Wachstum ermöglichen. Für die Pläne hat sich das Unternehmen den Wohninvestmentprofi Matthias Moser als Berater an Bord geholt.

Rund 5.000 Wohneinheiten will Domicil im Gesamtjahr 2019 kaufen. Ob dabei auch bereits Erlöse aus einem eventuellen Börsengang mithelfen werden, lässt Moser offen. "Die Kapitalerhöhung soll so schnell wie möglich stattfinden, aber wir wollen keine Leichtsinnsfehler machen." Wir, das bedeutet in diesem Fall: Moser und Domicil-Alleineigentümer Khaled Kaissar. Für den ist der Gang an den Kapitalmarkt "der nächste logische Schritt" der Unternehmensentwicklung, nachdem sich Umsatz und Mitarbeiterzahl in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hätten.

2018 machte die Domicil-Gruppe 370 Mio. Euro Umsatz, zwei Drittel davon entfielen auf Blockverkäufe an Investoren. Der bundesweit aktive Wohnungshändler ist überzeugt, auch im preislich schon recht heißgelaufenen Markt für deutsche Mietwohnungen weiterhin Verkaufsgewinne nach ein paar Jahren Haltedauer darstellen zu können. Domicil segmentiert die übernommenen Bestände nach Potenzialen für Mietsteigerungen, Einzelprivatisierungen oder Paketverkäufe.

"Wir wissen, wie man Geld verdient", sagt Kaissar und nennt als Beispiel das Living-Portfolio, das Domicil Ende 2017 dem Fonds Wertgrund WohnSelect abgekauft hatte. Die Münchner zahlten 81 Mio. Euro für 508 Wohneinheiten, 39 Mio. Euro mehr als der letzte Gutachterwert. Beobachter hätten ob des Preises den Kopf geschüttelt, erinnert sich Kaissar, "aber wir haben bis heute daraus rund 9 Mio. Euro Gewinn gemacht".

Börsenkapital soll Finanzierungskosten senken

2018 verkaufte Domicil 600 Wohnungen via Einzelprivatisierung, weitere 1.500 en bloc. Welche Marge das Unternehmen damit erzielte, will es erst mitteilen, wenn der IPO ansteht. Außerdem erbringt Domicil Asset-Management-Dienstleistungen für Fondskunden wie die HVB-Tochter Wealthcap oder die dänische Pensionskasse PFA. Die Honorare daraus stellen 10% bis 20% der Gesamteinnahmen.

Auf der Kostenseite der Domicil-Gewinnrechnung schlagen relativ hohe Finanzierungszinsen zu Buche. Der Domicil-Bestand ist aktuell mit 80% hoch fremdfinanziert. Der erhoffte Erlös aus der Kapitalerhöhung soll dazu beitragen, die Quote auf ca. 50% zu senken, und die Gruppe finanziell so zu kräftigen, dass größere Pakete für 300 Mio. bis 400 Mio. Euro auf einen Schlag übernommen werden können.

Ex-Patrizianer zog es zu Domicil

Mit dem kurzfristigen Durchhandeln von Mietwohnungen könne sowohl in Boomzeiten als auch in einer Zyklusdelle Geld verdient werden, ist Moser überzeugt, daher könne die Aktie für Investoren eine attraktive Anlagealternative darstellen. "Ein Geschäftsmodell wie es Domicil betreibt, gibt es in Deutschland kein zweites Mal."

Moser stand bis Ende 2018 formal in Diensten von Patrizia, war dort aber schon seit April 2016 freigestellt. Er ist nicht der einzige Ex-Patrizianer, der zeitweise seinen Weg zu Domicil gefunden hat. André Schmöller, Georg Erdmann, Andreas Wißmeier und Markus Leitner fanden in den Jahren ab 2016 ihren Weg von Augsburg nach München. Wißmeier und Leitner verließen das Unternehmen allerdings 2018 schon wieder, Wißmeier arbeitet seit knapp einem Jahr für Rock Capital.

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