Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Projekte | 29.03.2019

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Hotel, Hub und Höfe sollen Leben an die Mainzer Lu bringen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Noch lebt die neue Lu nicht, aber die Projektbeteiligten freuten sich schon einmal anhand eines Modells über den geplanten Baustart Ende des Jahres 2019.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Der Projektentwickler J. Molitor und die Sparkasse Rhein-Nahe wollen den in die Jahre gekommenen Gebäudekomplex rund um das Karstadt Warenhaus an der Mainzer Ludwigsstraße beleben. Den geplanten Dreiklang aus verkleinertem Einzelhandel, einem Hotel und Kultur stellten sie jetzt der Öffentlichkeit vor.

Illusionen macht sich Tim Gemünden nicht. "Der Einzelhandel steckt mitten in einem brutalen Wandel", sagte der Geschäftsführer von J. Molitor Immobilien bei der Präsentation des Projekts. Dennoch hat sein Unternehmen die Herausforderung angenommen, die Gebäudegruppe rund um die Karstadt-Filiale an der Mainzer Ludwigsstraße, kurz Lu genannt, fit für die Zukunft zu machen. "Wir sind Kinder der Stadt Mainz und wir wollen ein neues Kapitel an der Lu aufschlagen", betonte Molitor-Geschäftsführerin Tina Badrot.

Die Lösung mit dem Arbeitstitel Lu erleben, die J. Molitor und die Sparkasse Rhein-Nahe als wichtigster Partner in der gemeinsamen Projektgesellschaft Boulevard Lu jetzt öffentlich machten, sieht eine Verkleinerung der aktuellen Handelsnutzug vor, aber auch neuen, flexiblen Einzelhandel, kulturelle Angebote und belebte Plätze für mehr Kundenfrequenz und vor allem eine teilweise Umnutzung zum Hotel. Von den rund 30.000 qm Verkaufsfläche, die ECE 2011 beim letzten Anlauf zu einer Überarbeitung des Gebäudeensembles gehabt hatte, hat sich das neue Konzept weit entfernt.

Komplexe Immobilie, Mieter im Umbruch

Molitor und die Sparkasse hatten die Immobilien 2017 von ECE erworben. Seitdem wurde ein Konzept ausgearbeitet, das inzwischen zwar deutlicher Konturen aufweist, aber immer noch viele Details unbestimmt lässt. "Das hat so lange gedauert, weil wir es mit einer sehr komplexen Immobilie zu tun haben. Sie weist viele alte Mietverträge mit Konzernen auf, die sich restlos im Umbruch befinden", sagt Molitor-Seniorchef Dirk Gemünden.

Die Partner wollen in drei Etappen vorgehen. Ende 2019 soll der mit 16 Monaten veranschlagte Umbau auf Grundlage des bestehenden Bebauungsplans am südwestlichen Ende des Ensembles anlaufen. Dort bleibt die Deutsche Bank Mieterin, wird sich aber verkleinern, sodass zusätzliche Flächen für die zukünftige Handelsnutzung zur Verfügung stehen werden. Parallel dazu soll ein Fassadengestaltungswettbewerb für das ehemalige Gebäude von Karstadt Sport anlaufen, das vom Hauptkomplex durch die Fuststraße getrennt ist. An diesem Teilstück ist auch das Bistum Mainz beteiligt. Dort sollen voraussichtlich von 2020 bis 2022 rund ein Dutzend Wohnungen für Bistumsmitarbeiter sowie zunächst eine 1.900 qm große Ausweichfläche für Karstadt entstehen. Wenn Karstadt dort untergekommen ist, kann der Umbau des Haupthauses beginnen, für den derzeit ein Bebauungsplan in der Aufstellung ist und noch ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben werden soll.

Karstadt wird kleiner, Pop-up-Stores kommen

Deshalb nennen die Entwickler bislang auch nur grobe Rahmendaten. Bis spätestens 2026 soll die Gesamtentwicklung abgeschlossen sein. In diesem Jahr endet der aktuelle Mietvertrag mit Karstadt, über dessen Verlängerung noch verhandelt wird. Festzustehen scheint, dass Karstadt auf rund 6.400 qm Verkaufsfläche und damit auf rund die Hälfte dessen schrumpfen wird, was das Warenhaus derzeit belegt. Dazu kommen insgesamt maximal 8.600 qm für weitere Einzelhändler. Im Erdgeschoss des Haupthauses ist eine rund 900 qm große sogenannte Pop-up-Halle vorgesehen. Dort sollen Läden und Gastronomieangebote mit regionalem Schwerpunkt jeweils für kurze Zeit unterkommen. Im Hof wird eine Event-Freitreppe zur Bespielung mit kulturellen Angeboten zur Verfügung stehen.

Eine tiefgreifende Änderung ist im dritten und vierten Obergeschoss vorgesehen: Dort soll ein Hotel mit 150 Zimmern seinen Platz finden und auch die großen Dachterrassen gastronomisch bespielen. Diese sollen als Freiflächen mit Blick über die Stadt zusätzliche Besucher anziehen. Ein Teil des Parkhauses auf der Rückseite des Komplexes soll sich zum Logistikhub wandeln, der die Versorgung von Einzelhändlern in der Innenstadt sowie die Auslieferung bestellter Waren an Kunden zentral zusammenfassen und damit den Lieferverkehr verringern soll. Wenn Karstadt wieder in das Haupthaus zurückgezogen ist, stünden die 1.900 qm seines Übergangsquartiers zusätzlich für Einzelhandel oder auch für kulturelle Einrichtungen zur Verfügung. Insgesamt will Molitor Flächen flexibel mit Büro- und Kulturnutzungen auffüllen. Eine weitere Idee ist ein Tanzclub im alten Tresorraum der Deutschen Bank unter der Lu.

Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) räumte ein, dass das Lu zu beleben einer von mehreren Anläufen der vergangenen Jahrzehnte sei, die nicht mehr optimal funktionierende Einkaufsstraße voranzubringen. "Aber noch nie waren wir so weit mit diesen Bemühungen wie heute", sagte das Stadtoberhaupt. Denn immerhin gebe es unterschriebene Verträge der beteiligten Partner. Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) hob hervor, dass die kammförmigen Pavillons etwas zurückversetzt werden sollen und damit mehr öffentlicher Raum an der Lu zur Verfügung stehen werde. Das werde die Aufenthaltsqualität verbessern.

Transaktion: Mainz, Fuststraße 2

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!