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Märkte | 19.03.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Boom am Hotelmarkt lässt Zahl der Betten massiv steigen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Geschäfts- und Flugreisende beleben den Frankfurter Hotelmarkt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Der deutsche Hotelmarkt boomt. Vor allem die sechs großen Metropolen sind für Projektentwickler und Investoren interessant. Der Spezialmakler Christie & Co indes warnt vor massivem Kapazitätsausbau bei einem möglichen Rückgang der Übernachtungszahlen.

Noch scheint alles rosarot. „Viele Faktoren sprechen für die Märkte und lassen Investoren weiter ein Auge auf die deutschen Topstädte werfen“, sagt Lukas Hochedlinger, Managing Director Central & Northern Europe bei Christie & Co. Insbesondere der stetige Aufwärtstrend der Übernachtungszahlen spiegele die Attraktivität der Sparte wider.

Doch die Entwicklung hat einen Haken: Wie im vergangenen Jahr seien 2019 in den sechs großen Messestädten Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Köln und Düsseldorf „massive Kapazitätserweiterungen“ zu erwarten. In einigen Städten könnten sich jedoch „unterdurchschnittliche Performancezuwächse“ zeigen. Je nach Messezyklus könnte es 2019 oder 2020 zu einem bösen Erwachen kommen. „Insbesondere in den Top Sechs ist aufgrund der neuen Häuser von einem verstärkten Wettbewerbsdruck auszugehen“, betont Hochedlinger.

Aktuell seien markengebundene Limited-Service-Hotels das Maß aller Dinge, erklärt Patrik Hug, Senior Consultant Advisory & Valuation. „Doch auch Aparthotels drängen vermehrt auf den Markt und genießen großen Erfolg bei schlanker Kostenstruktur.“ Neue Konzepte, die Coworking, Schlafen und innovative Food-Konzepte verbinden, versuchten vermehrt in Deutschland Fuß zu fassen und vor allem die Digital Natives dort abzuholen, wo den großen Hotelkonzernen die Agilität fehle. Insbesondere in Berlin und München werde das Hotelangebot vielfältiger, meint Hug.

Berlin stellt den größten Hotelmarkt

Die Bundeshauptstadt stellte mit 121.000 Betten und 27,1 Mio. Übernachtungen im Jahr 2018 den größten Hotelmarkt. In den vergangenen fünf Jahren ist das Bettenangebot laut Christie & Co um mehr als ein Zehntel gewachsen, die Zahl der Übernachtungen stieg um 15%. Während das erste Halbjahr 2018 in Bezug auf die Performance stabil verlief, glich das zweite Halbjahr aufgrund diverser Messen und Veranstaltungen „einem Feuerwerk“, sagt Hug. Zum Jahresende lag der Zimmerertrag RevPar bei 79 Euro und verzeichnete ein Plus von 6,9%.

München habe seit 2014 mit rund 7% jährlichem Übernachtungswachstum die größten relativen Nachfragesteigerungen verzeichnet. Das sei erstaunlich angesichts der Tatsache, dass die bayerische Landeshauptstadt mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 129 Euro der teuerste Hotelmarkt der Top Sechs ist. So wurden 2018 mehr als 16 Mio. Übernachtungen registriert, die Hälfte davon buchten Gäste aus dem Ausland. Nach einer schwachen Performance im ersten Quartal konnte ab April ein Anstieg des RevPar verzeichnet werden, der im September und Oktober seinen Höhepunkt erreichte. Grund dafür war ein Großaufgebot an Messen sowie das Oktoberfest. Ende Dezember schloss der RevPar bei 96 Euro, was einem Plus von 4,2% gegenüber 2017 entspricht.

Frankfurt könnte vom Brexit profitieren

Die Frankfurter Hotellerie lebt vor allem von Geschäftsreisenden. Beinahe 10 Mio. Übernachtungen wurden 2018 in Mainhatten registriert. Gleichzeitig konnte jedoch auch eine beeindruckende Zunahme der Bettenanzahl auf zuletzt mehr als 50.000 festgestellt werden. Durch gleichzeitig geringere Nachfragespitzen sank der Zimmerertrag RevPar leicht um 2,5% auf 83 Euro. Es bleibe abzuwarten, ob und wie der Brexit die Performance der Bankenstadt Frankfurt in den folgenden Jahren beeinflussen wird, erklärt Hug.

Hamburg weist mit 92 Euro (-2,5%) den zweithöchsten Zimmerertrag der Top-Sechs-Metropolen auf. Die Hansestadt musste sowohl bei der Auslastung als auch bei der Rate im Vergleich zu 2017 Federn lassen. Während die Bettenanzahl in den vergangenen fünf Jahren um 21,4% gewachsen ist, stieg die Anzahl der Übernachtungen um lediglich 20,1%. Ein Überangebot bestehe aktuell zwar nicht, doch die 12.000 Zimmer in der Pipeline werden den Wettbewerb und darauffolgend die Konsolidierung weiter vorantreiben, prognostiziert Hug.

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