Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Projekte | 04.03.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berliner Modellquartier für 350 Mio. Euro

Quelle: Teleinternetcafe und Treibhaus
In der Mitte des Quartiers sollen die Bewohner sich treffen. im Hintergrund das 64 m hohe Rathaus der Zukunft.

Quelle: Teleinternetcafe und Treibhaus

Bis zu 350 Mio. Euro wird der Um- und Neubau des ehemaligen Hauses der Statistik am Alexanderplatz zu einem Modellkiez mit Wohnungen, Büros, Kultur, Kindergarten und einem Rathaus der Zukunft kosten. Der städtebauliche Entwurf für das Vorhaben steht. Damit ist der Weg für das Bebauungsplanverfahren frei.

Gebaut wird der Kiez aus der Retorte nach den Plänen der Berlin-Hamburger Planungsgemeinschaft Teleinternetcafé + Treibhaus. Das hat eine Jury in der vergangenen Woche nach einem fünf Monate währenden Werkstattverfahren zur Gestaltung des Areals an der Otto-Braun-Straße, Karl-Marx-Allee, Mollstraße und Berolinastraße im Stadtteil Mitte entschieden.

Gemeinsam um gute Lösungen gerungen

Damit haben sich die Bauherren für eine andere Form der Immobilienentwicklung auf dem 32.000 qm großen Grundstück entschieden, verkündete Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Während rundherum am zentralen Alexanderplatz investorengetriebene Entwicklungen aus dem Boden schießen, haben in diesem Fall das Bezirksamt Mitte, die Bausenatorin, die Berliner Immobilienmanagement (BIM), die kommunale Wohnungsgesellschaft WBM und die Zusammenkunft, Genossenschaft für Stadtentwicklung lange um das beste Ergebnis gerungen.

112.000 qm Grundfläche

Im Werden ist ein Stadtquartier, das über rund 46.000 qm Bruttogrundfläche im Bestandsbau und rund 66.000 qm im Neubau verfügen soll. Davon entfallen 25.000 qm auf ein 64 m hohes neues Rathaus. Ergänzt wird das Gebäude um einen Kindergarten sowie Platz für soziale Einrichtungen. Ferner sieht der Siegerentwurf zwei 46 m und 37 m hohe Wohnhochhäuser im rückwärtigen Teil des Areals vor. In der Grundstücksmitte sind drei Höfe für eine gemeinschaftliche Nutzung vorgesehen, die Architekt Urs Kumberger "Stadtzimmer" nennt. Hinzu kommen drei "Experimentierhäuser" für wechselnde Nutzungen.

Blaupause für eine neue Berliner Liegenschaftspolitik

Sehnlichst erwartet werden die 300 Wohnungen der WBM. Die Hälfte davon soll öffentlich gefördert zu Mieten für 6,50 Euro/qm angeboten werden, die übrigen Wohnungen im Schnitt für weniger als 10 Euro, erläutert WBM-Geschäftsführer Jan Kowalewski. Die WBM hofft bis 2021 Baurecht zu erhalten. Veranschlagt sind 86 Mio. Euro Baukosten - ohne Grundstück, wie Kowalewski betont.

In einem ersten Schritt werden die Altbauten schadstoffsaniert, sagt BIM-Prokuristin Angela Deppe.
Zwei Jahre wird das Bebauungsplanverfahren dauern, schätzt Lüscher. Eine Zeit, in der alle am Bau Beteiligten weiter voneinander lernen werden. Die Entwicklung eines "gemeinwohlorientierten" Quartiers mit einer solchen "Akteursvielfalt" werde "Meilensteine in Bezug auf weitere Beteiligungsverfahren" setzen. Anders ausgedrückt: Das Plattenungetüm und der Kiez aus der Retorte haben das Zeug zu einer Blaupause für eine neue, zukunftsweisende Berliner Liegenschaftspolitik.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!