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Projekte | 27.02.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Berlin: Baustart auf dem Schlachthof

Quelle: HB Reavis Germany
Die Baugrube ist schon ausgehoben. Hinter den alten Viehhallen wächst der Neubau.

Quelle: HB Reavis Germany

Auf dem 1881 errichteten Central-Vieh- und Schlachthof im Berliner Stadtteil Pankow baut der Entwickler HB Reavis jetzt ein Bürogebäude mit rund 52.000 qm Geschossfläche (BGF). Der jetzt begonnene Bau mit der Adresse Landsberger Allee 104 ist der Anfang der Entwicklung auf dem 2 ha großen Areal zwischen den Stadtteilen Friedrichshain und Prenzlauer Berg.

Errichten lässt der slowakische Entwickler, der damit sein Engagement in Deutschland startet, keine 08/15-Zellenbüros, sondern "innovative" Flächen, um die "existierende Berliner Kreativ- und Technologie-Szene und neue Talente" anzulocken. Eine frühere Planung, die den Neubau eines großen Einkaufzentrums vorsah, ist damit vom Tisch. 2008 hatte die Firma UBX 2 Objekt Berlin aus München ein Kongress- und ein Einkaufszentrum auf dem Areal geplant. Dagegen sprach sich vehement die Initiative Nichtnochncenter aus. Auslöser war die Angst der Bewohner vor Lärm, Krach und Lieferverkehr.

Geplatzte Berliner Träume

Der Bürobau ist der Anfang der Revitalisierung des rund 50 ha großen Schlachthofareals zwischen Landsberger Allee, Otto-Ostrowski-Straße und Hermann-Blankenstein-Straße. Für die Planungen verantwortlich das Architekturbüro Gewers Pudewill aus Berlin. Das Gebiet wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die DDR-Regierung ließ wieder aufbauen und betrieb dort bis 1991 eine Großschlachterei.

Nach dem Fall der Mauer ging die Politik davon aus, dass die Berliner Wirtschaft boomen und Hundertausende von neuen Einwohnern in die spätere deutsche Hauptstadt strömen werden. Um den avisierten Heerscharen Platz zum Wohnen und Arbeiten zu bieten, wies der Berliner Senat fünf innerstädtische Brachen als städtebauliche Entwicklungsflächen aus. Eine davon, die kleinste, war der stillgelegte Alte Schlachthof. Weil die euphorischen Planungen der Landesväter der Realität nicht standhielten, zog das über beide Ohren verschuldete Land Berlin irgendwann die Reißleine und entließ die Gebiete aus dem Entwicklungsrecht. Ende 2007 verlor als eines der ersten Areale der Schlachthof den Schutz des besonderen Städtebaurechts des Baugesetzbuches. 158 Mio. Euro waren bis dahin in die Entwicklung von Baufeldern, Straßen und Grünflächen geflossen. Wohnhäuser und Gewerbebauten entstanden in großer Zahl. Übrig blieben bis zuletzt eigentlich nur die riesigen, roten Backsteinhallen vorne an der Straße.

Neben dem Berliner Schlachthof entwickelt Reavis ein zuletzt auf 40.000 qm Nutzfläche veranschlagtes Gebäude auf einem 1,6 ha großen Grundstück in Dresden. Geplant sei ein "einzigartiger" Campus in direkter Nachbarschaft zum Wissenschaftsstandort der Elbmetropole. Deutschland ist damit neben Großbritannien, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn das sechste europäische Land, in dem das Unternehmen operiert.

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