Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 27.02.2019

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Immobilienverband Deutschland (IVD), Bundesverband deutscher Baustoff-Fachhandel, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Haus & Grund, TU Darmstadt, Pestel-Institut, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), Verband Privater Bauherren (VPB), BAK Bundesarchitektenkammer
  • Personen:
    Karsten Tichelmann
  • Immobilienart:
    Wohnen

Bis zu 2,7 Mio. neue Wohnungen durch Aufstockung

Quelle: Vonovia SE
Die Studie möchte gerne Wohn- und Bürogebäuden ein Stockwerk fürs Wohnen aufs Dach setzen.

Quelle: Vonovia SE

Nach einer Untersuchung des Pestel-Instituts und der TU Darmstadt könnten in Deutschland 2,3 bis 2,7 Mio. neue Wohnungen entstehen, ohne dass ein Quadratmeter zusätzliches Bauland versiegelt werden müsste. Allein durch Aufstockung von Büro-, Geschäftsgebäuden und Parkhäusern könnten 1,2 Mio. Wohnungen zusätzlich errichtet werden.

Büro- und Geschäftshäuser sowie eingeschossige Discounter mit ihren Parkplätzen bieten ein "enormes Potenzial für zusätzliche Wohnungen", sagt Karsten Tichelmann von der TU Darmstadt. Das könne durch Aufstocken und Nachverdichten gehoben werden. Zusätzlich ließe sich auch eine "Auswahl an öffentlichen Verwaltungsgebäuden" mittels Aufstockung für neuen bezahlbaren Wohnraum nutzen. Für die Untersuchung "Wohnraum-Potenziale in urbanen Lagen - Deutschland-Studie 2019" haben das Institut und die TU Gebäude und "Fehlflächen" auch mittels Luftbildern analysiert. Unter Fehlflächen versteht die Studie Brachflächen oder fehlgenutzte Flächen, also z.B. wilde Parkareale.

Viel Potenzial bei Parkhäusern

Weitere innerstädtische Ressourcen sind laut Studie in und auf Parkhäusern, die umgenutzt oder aufgestockt werden könnten. Durch die sich verändernde Mobilität, das heißt der zunehmende Verzicht aufs Auto, würden sich künftig auch Bauflächen durch aufgegeben Tankstellen ergeben. Zudem plädieren die Wissenschaftler wie bereits 2016 für eine "Offensive bei der Dachaufstockung von Wohngebäuden". Hier sehen sie weiterhin ein Potenzial von 1,1 Mio. bis 1,5 Mio. Wohneinheiten. Durch Dachausbau bei Büro- und Behördengebäuden könnten laut der Studie 560.000 zusätzliche Wohnungen gewonnen werden. Leer stehende Gewerbebauten könnten für 350.000 neue Wohneinheiten gut sein.

Dachausbau bei Aldi & Co.

Durch Aufstockung bei Aldi, Lidl, Penny, Rewe & Co. erwartet die Studie 400.000 zusätzliche Wohnungen, ohne dass dabei Abstriche bei Verkaufsflächen oder Parkplätzen gemacht werden müssten. In einem neuen Markt-Wohn-Komplex könnten Lager- und Parkräume künftig unterirdisch liegen, schlägt die Studie vor. Allein in Berlin könnten auf diesem Wege 20.000 bis 30.000 neue Wohnungen geschaffen werden. Für City-Parkhäuser sieht die Studie ein Potenzial von 20.000 Wohnungen deutschlandweit. Die Untersuchung kommt somit auf rund 1,2 Mio. Wohnungen in der Republik, die durch das "wohnbar Machen von Nicht-Wohngebäuden" entstehen könnten. Hinzukommen die Aufstockungen bei Wohngebäuden.

Bauvorschriften lockern, bessere Föderung

Allerdings: Um diese Potenziale für den Wohnungsbau zu nutzen, müssten sich die politischen Rahmenbedingungen verändern. Das fordern auch die 16 Verbände und Organisationen der Bau- und Immobilienbranche, die die Studie bei der TU Darmstadt und dem Pestel-Institut in Auftrag gegeben hatten. So müsse etwa eine Überschreitung der Geschossflächenzahl, die häufig auf vor Jahrzehnten erlassene Vorschriften zurückgeht, bei Dachaufstockungen zulässig sein. Auch bei Trauf- und Firsthöhen sei Flexibilität notwendig. Zudem gehe es um finanzielle Anreize: Die Abschreibung von derzeit 2% bei Dachaufstockungen und der Umnutzung von Nicht-Wohngebäuden müsse auf einen AfA-Satz von 4% bis 5% angehoben werden. Nur so könnten private Investoren verstärkt für Aufstockung und Umwandlung gewonnen werden. Für kommunale und genossenschaftliche Wohnungsbaugesellschaften solle es eine Investitionszulage von 15% geben. Zudem spricht sich das Verbändebündnis für eine verbesserte Förderung des Mietwohnungsbaus und für gezielte KfW-Förderprogramme aus.

In dem Verbändebündnis zusammengeschlossen haben sich unter anderem die Bundesarchitektenkammer (BAK), der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), der Immobilienverband Deutschland (IVD), Haus & Grund, der Verband Privater Bauherren (VPB), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) sowie weitere Baustoffverbände.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!