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Projekte | 12.02.2019

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

MVRDV entwirft 150-Mio.-Euro-Projekt KoolKiel an der Hörn

Quelle: MVRDV
Der Eyecatcher des MVRDV-Entwurfs ist das 17-geschossige Hotelhochhaus. Ein Betreiber steht noch nicht fest.

Quelle: MVRDV

Einigkeit wie selten im Bauausschuss der Stadt Kiel: Ende vergangener Woche wurden parteiübergreifend einstimmig die Aufstellungsbeschlüsse für das Projekt KoolKiel beschlossen. Nahe der Hörn planen Züblin Projektentwicklung und lokale Investoren für mindestens 150 Mio. Euro ein Hotelhochhaus, Wohnungen sowie Büroflächen.

Die Projektgesellschaft Kap Horn plant, mit Züblin Projektentwicklung aus Stuttgart auf einem 4.600 qm großen Areal nahe dem Kopf der Hörn, der südlichen Spitze der Kieler Förde, einen gemischt genutzten Komplex mit 65.000 qm BGF zu bauen. Der prägnante Entwurf stammt vom international bekannten Rotterdamer Architekturbüro MVRDV, das im November einen Wettbewerb mit fünf Büros aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden gewonnen hat.

Hotelhochhaus mit 17 Geschossen

Ein Vier-Sterne-Hotel-Turm mit 250 Zimmern auf 17 Geschossen ist an der Werftbahnstraße, Ecke Gablenzstraße vorgesehen. Südlich davon schließt sich das seit 15 Jahren bestehende Kreativzentrum W8 an. In dem eingeschossigen Bau arbeiten heute 40 Unternehmen - überwiegend aus der Medien- und Werbebranche, aber auch das Unternehmen Neander Motors, das Außenbordmotoren entwickelt. Lutz W. Lester, Vorstandsvorsitzender von Neander, gehört mit Jens Nieswand, Gründer des W8, und dessen Sohn Jan Nieswand, Partner des Hamburger Architekturbüros BKK 3, zu den Gesellschaftern der Projektgesellschaft Kap Horn.

Nach dem Entwurf von MVRDV wird das W8-Gebäude erhalten und mit Wohnungen überbaut. Daneben ist ein Gebäude mit Zick-Zack-Sockel für Büros und Läden mit mehreren Wohnkuben sowie einem zwölfgeschossigen Büroturm vorgesehen.

Kieler wollen signifikante Architektur

Das mediale Feedback der letzten Wochen ist nahezu durchweg positiv. Auch im Bauausschuss werden Projektentwickler und Architekten aufgefordert, den Entwurf in der Ausführung nicht in seiner Prägnanz zu beeinträchtigen.

Quelle: MVRDV
Ds Projekt beinhaltet den Hotelturm (l.), einen Büroturm (rechts daneben) sowie Wohnungen in den übrigen Bauteilen.

Quelle: MVRDV

In einer Präsentation der Entwürfe hatte MVRDV angeboten, das Projekt "an die Anforderungen und Wünsche der Stadt und der Nutzer" anzupassen. Die Variabilität reiche "von einer konservativen Reihe von Quadern bis hin zu einer exzentrischen und gleichzeitig charismatischen Anordnung von freitragenden Elementen".

Einar Rubin von der Kieler Wirtschaftsförderung betont: "Quadratisch, praktisch, gut will niemand an der Stelle. Das wird für Kiel ein Bauwerk mit überregionaler Strahlkraft. Kiel braucht so etwas definitiv."

Da kann der Kap-Horn-Sprecher Ralph Müller-Beck nur zustimmen: "Das Gebiet soll seit Jahren entwickelt werden. Wir wollen diese unbeachtete Filetlage wachküssen. Dabei hoffen wir auf einen positiven Impuls für die Stadt - besonders für Gaarden."

Zum Investitionsvolumen möchte der Kap-Horn-Sprecher zu diesem frühen Zeitpunkt nichts sagen, aber ohne große Rechenkünste ergeben sich Baukosten von mindestens 150 Mio. Euro. Müller-Beck hofft, dass der B-Plan in zwei Jahren durch ist - vielleicht schon Ende 2020.

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