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Märkte | 25.01.2019

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Leipziger Bürovermietungen um fast ein Fünftel eingebrochen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke
Der Büroflächenumsatz schwächelte, doch die Leipziger Innenstadt machte den Maklern Freude.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke

135.000 qm Bürofläche brachten Leipziger Makler im abgelaufenen Jahr unter die Leute. Das ist fast ein Fünftel Fläche weniger als im Jahr davor. Sorge bereite das nicht, sagt die Branche. Es hätten einfach nur die dicken Deals gefehlt, heißt es im druckfrischen Büromarkt-Report von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE), der Ende Januar veröffentlicht wird.

2017 habe der Anteil von Großabschlüssen über 5.000 qm knapp ein Drittel betragen, erklärt BNPRRE-Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter Stefan Sachse. 2018 dagegen zählen ein Mietvertrag mit dem Stadtarchiv über 3.900 qm und dem Jugendamt über 3.000 qm schon zu den großen Geschäften. Allerdings blähte 2017 ein 20.000 qm großer Eigenabschluss der Sächsischen Aufbaubank das Ergebnis.

Normales Geschäft läuft

Optimistisch stimmt Sachse, dass das für Leipzig typische und übliche kleinteilige Geschäft prima lief. Zwischen 1.000 und 5.000 qm große Büros mieteten 41% aller Kunden. Für den Mann vor Ort kommt damit zum Ausdruck, dass sich in Leipzig eine zunehmende Zahl größerer Dienstleister mit entsprechendem Flächenbedarf engagiert. Keine Bange vor der Zukunft hat auch Aengevelt-Researcher Frank Korablin. "Die Nachfrage ist ungebrochen, die Stadt wächst", begründet der Experte seine Einschätzung.

Kein neuer Rekord in Sicht

Doch auch 2019 sind keine Rekorde in Sicht. 120.000 qm Umsatz erscheint Sachse "durchaus realistisch." Auf 110.000 qm kommt Korablin beim Blick in die Glaskugel. Anders als 2017, als die Lage rund um den Ring aufgrund einiger Großabschlüsse den höchsten Umsatz verzeichnete, sei der Leipziger Büromarkt 2018 wieder zur Normalität zurückgekehrt. Mieters Liebling ist die Innenstadt, wo mit 29.000 qm rund ein Fünftel des Umsatzes erzielt wurde. Fast gleichauf rangieren das Graphische Viertel und die Prager Straße mit 25.400 qm. Am Cityrand sind die Ergebnisse mager. Grund sei das geringe Angebot an modernen Büros, die der Markt nachfrage. Deutlich zugelegt haben dagegen Nebenlagen, wo insgesamt fast 56.000 qm neue Mieter fanden. Ihr Anteil am Gesamtumsatz liegt bei 41%.

IT-Branche und öffentliche Verwaltung waren die fleißigsten Mieter

Fleißigste Mieter waren Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche sowie die öffentliche Verwaltung mit jeweils rund 18%. "Beide Zielgruppen haben damit ihre große Bedeutung für die sächsische Metropole erneut eindrucksvoll unterstrichen", sagt Sachse. Erfreulich sei auch der mit 13% hohe Anteil von Beratungsgesellschaften, der einige Prozentpunkte über dem langjährigen Schnitt liege. "Ein wachsender Anteil dieser anspruchsvollen Dienstleister spricht für eine attraktive Wirtschaftsstruktur."

Leerstand runter, Mieten rauf

Der Leerstand ist auf rund 235.000 qm oder 7,1% des Gesamtbestandes von rd. 3,3 Mio. qm abgeschmolzen, hat Korablin gezählt. Ende 2017 standen noch 265.000 qm bzw. 8,1% aller Kontore leer.
Der Büroneubau schwächelte im vergangenen Jahr. Fertig wurden lediglich rund 30.000 qm neue Fläche, so Korablin. 2019 lauern lediglich 28.000 qm in der Pipeline. Für die Leerstandsentwicklung heißt das angesichts hoher Vorvermarktungsquoten sowie einer gestiegenen Zahl von Eigennutzerprojekten: Verwaiste Büros werden seltener. 205.000 qm oder eine Quote von 6,2% lautet die Vorhersage.
Die sehr gute Nachfrage der vergangenen beiden Jahre, so Sachse, in Verbindung mit einem knappen Angebot, treibt die Preise. In Zahlen heißt das: Die Spitzenmiete ist um knapp 8% auf 14 Euro/qm gestiegen. Die Durchschnittsmiete legte binnen Jahresfrist um 6% zu auf derzeit 9,10 Euro/qm. In der Innenstadt werden im Schnitt 10,90 Euro/qm erzielt, am City-Rand 9,40 Euro/qm. "Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2017", sagt Korablin. Im vorvergangenen Jahr lag die Miete hier noch bei 8,20 Euro/qm.

Mieten steigen weiter

2019 werden die Mieten quer durch die Stadt steigen. Da sind sich die Fachleute einig. Das Angebot wird knapper und die Baukosten für neue Büros steigen stetig weiter. Der Entwicklung einen Dämpfer verpassen wird das nicht, so Korablin. "Das können sich Firmen in Leipzig mehr und mehr leisten." Allerdings mahnt der Zahlenfuchs zur Vorsicht. Die zuletzt "rasante Entwicklung der Mietpreise könnte etwas an Dynamik verlieren."

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