Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 04.01.2019

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Wie ein Feuerwerk: Transaktionsrekord bei Gewerbeimmobilien

Quelle: Fotolia.com, Urheber: eyetronic
Vor allem in Frankfurt brannte zum Jahresende ein wahres Feuerwerk am Investmentmarkt ab.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: eyetronic

Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ist riesig. Zum ersten Mal wurden innerhalb eines Jahres mehr als 60 Mrd. Euro in Büros, Hotels, Handels- und Logistikzentren investiert. Zum Jahresende hin hat es noch einmal richtig geknallt. Und noch ist jede Menge Kapital am Markt. Die großen Maklerhäuser gehen davon aus, dass 2019 ein Transaktionsvolumen zwischen 50 Mrd. und 60 Mrd. Euro drin ist.

JLL, BNPPRE, Colliers International, Savills und CBRE melden für 2018 ein Transaktionsvolumen zwischen 60,1 Mrd. und 60,6 Mrd. Euro für Gewerbeimmobilien in Deutschland. Das entspricht einer Verdreifachung seit 2010. Gewerbliche Investitionen für Wohnportfolios, Mikrowohnen und Pflegeimmobilien noch hinzugezählt, kommt JLL auf eine Investitionssumme von 79 Mrd. Euro. Der Bestwert aus dem Jahr 2015 mit rund 80,3 Mrd. Euro damit knapp unterschritten; damals waren besonders große Wohnportfolios gehandelt worden.

Der Rekord wurde auf den letzten Metern klar gemacht. Colliers-Chef Matthias Leube spricht von einem wahren Feuerwerk: "Allein in den letzten drei Monaten wurden 13 Einzel- und Portfoliodeals in einer Größenordnung ab 250 Mio. Euro aufwärts transferiert." Ein wenig verhaltener wird es wohl im eben begonnenen Jahr zugehen. Der Mangel an attraktiven Produkten bremst die Akteure aus. Leube ist aber überzeugt, dass "die Dealpipeline auch nach dem Transaktionsmarathon der vergangenen Monate nicht abgearbeitet ist".

Auch 2019 wird ein tolles Jahr, meinen die Experten

Der Anlagedruck auf Immobilien bleibe unter dem Einfluss der Nullzinspolitik der EZB und fehlender Anlagealternativen bis in die zweite Jahreshälfte bestehen. Der Mangel an gesuchtem Core- und Core-Plus-Produkt im Bestand werde durch eine steigende Rate von Weiterverkäufen sowie zunehmende Gelegenheiten für Forward-Deals zumindest in Teilen ausgeglichen. „Portfoliobereinigungen von Bestandshaltern treffen auf eine höhere Risikoneigung auf der Käuferseite", glaubt Leube. Das Maklernetzwerk DAVE geht davon aus, dass vor allem B- und C-Standorte für alle Assetklassen von dieser Entwicklung profitieren. Die Experten von BNPPRE prognostizieren, dass bis Jahresende bis zu 60 Mrd. Euro in Gewerbeimmobilien investiert werden. Inklusive Wohnportfolios könnte ein Gesamtvolumen von rund 70 Mrd. Euro erzielt werden. Das wäre zwar ein Zehntel weniger als 2018, aber immer noch ein ordentliches Ergebnis.

Nach wie vor stehen die Renditen unter Druck. JLL-Deutschland-CEO Timo Tschammler meint, erst nach 2019 könnte ein moderater Zinsanstieg dafür sorgen, dass in der Folge auch die Immobilienrenditen leicht wachsen, und fügt an: „Die möglichen Wertverluste können zwar bereits bei kleineren Renditeveränderungen signifikant ausfallen. Durch eine positive Mietpreisentwicklung auf Basis einer weiterhin stabilen konjunkturellen Lage, könnten die Wertverluste aber zu einem beträchtlichen Teil kompensiert werden."

Hoffnung auf stabile Renditen

"Wie stark das Investoreninteresse nach wie vor ist, und dass vor allem die weitere Entwicklung der großen Standorte positiv eingeschätzt wird, zeigt sich auch an der Renditeentwicklung", erklärt Marcus Zorn, Deputy CEO von BNPPRE Deutschland. Erwartungsgemäß wurden an allen A-Standorten im letzten Quartal 2018 noch Premiumabschlüsse getätigt, sodass die Nettospitzenrenditen für Büroobjekte überall noch einmal nachgegeben hätten. Spitzenreiter sei jetzt Berlin mit 2,70%, gefolgt von München mit 2,80%. Aber auch in Frankfurt wurde mit 2,95% die 3%-Marke durchbrochen.

Bei den Renditen stelle eine Stabilisierung auf den erreichten Niveaus das wahrscheinlichste Szenario dar, sagt BNPPRE-Chef Piotr Bienkowski. "Wir können aber nicht ausschließen, dass eine zunehmende globale Unsicherheit den Wettbewerb um Premiumobjekte noch einmal verschärfen wird, was den Druck auf die Renditen aufrechterhalten könnte – insbesondere vor dem Hintergrund, dass für 2019 noch keine gravierenden Zinserhöhungen in der Eurozone zu erwarten sind."

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!