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Digitales | 31.12.2018

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

"Gebäude werden selbst ein Stück Hochtechnologie"

Quelle: BitSTone Capital, Urheber: Jochen Rolfes, Düsseldorf
Kai Panitzki, Managing Partner von BitStone Capital.

Quelle: BitSTone Capital, Urheber: Jochen Rolfes, Düsseldorf

BitStone Capital ist einer der wenigen deutschen Wagniskapitalgeber, der einen klaren Schwerpunkt auf Proptech-Investments legt. Geschäftsführer Kai Panitzki erwartet große Chancen in der Gebäudetechnik und sieht die Immobilienbranche zunehmend aufgeschlossen für neue Technologien.

Immobilien Zeitung: Herr Panitzki, vor Ihrer Zeit bei BitStone haben Sie sich mit dem Frankfurter Venture-Capital-Unternehmen FinLab ausschließlich um Fintech-Beteiligungen gekümmert. Wie kam der Wechsel ins Proptech-Segment zustande?

Kai Panitzki: Zum einen hat die Digitalbranche mittlerweile die Wichtigkeit von Realwerten erkannt und damit auch die des Immobiliensektors. Die New York Times schrieb vor nicht allzu langer Zeit, Immobilien seien "the next big thing in tech." Der derzeitige Immobilienboom trägt dazu bei, dieses Potenzial sichtbar zu machen. Auf der anderen Seite ist die Qualität der Unternehmen im Proptech-Markt extrem gut. Mit den heute verfügbaren Lösungen werden Gebäude zunehmend selbst zu einem Stück Hochtechnologie. Daraus ergibt sich die Chance, ganz neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

IZ: Das hört sich jetzt recht einfach an. Wo hakt es noch in der Praxis?

Panitzki: Ein großes Problem sind die unterschiedlichen Nutzungszyklen. Während Software nur ein paar Jahre Lebensdauer hat, ist die typische Immobilie für eine Nutzung von mindestens 50 Jahren ausgelegt. Das heißt, Technologien, die heute verbaut werden, sollten mit der Entwicklung schritthalten können. Mit anderen Worten: Sie müssen die Update-Fähigkeit eines Gebäudes sicherstellen.

IZ: Gibt es dazu schon Lösungen?

Panitzki: Die entstehen gerade. Der dieses Jahr in Bamberg gegründete Softwareentwickler pinestack beispielsweise hat es sich zum Ziel gesetzt, alle verfügbaren Sensordaten übersichtlich in einem Managementsystem zu bündeln und zwar unabhängig davon, wer die Hardware produziert hat. Mit solch einer offenen Plattform haben Sie quasi ein Betriebssystem für das Gebäude.

IZ: In welchen Proptechs für Gebäudetechnik ist BitStone selbst investiert?

Panitzki: Wir sind an Simplifa beteiligt, die das Aufzugsmanagement digitalisieren. Mit smartengine haben wir einen Hardware-Hersteller an Bord, der eine ganze Produktwelt rund um das vernetzte Gebäude geschaffen hat. Unser jüngstes Investment ist synavision, ein Unternehmen, dessen Prüfsoftware Unstimmigkeiten im Energieverbrauch entdeckt. Mit solchen Anwendungen kann die Gebäudetechnik auf einem viel genaueren Niveau arbeiten als bisher.

IZ: Wie sind die weiteren Pläne für BitStone?

Panitzki: Wir wollen unser Team weiter ausbauen und ein Portfolio von sich ergänzenden Lösungen rund um reale Assets aufbauen. Damit sind die beispielsweise Gebäudetechnik und Facility Management als Anwendungsfelder gesetzt, wir schauen aber auch in Bereiche wie Umwelttechnik, Logistik und Schifffahrt. Dabei ist uns bewusst, dass solche Investments mehr Zeit benötigen, als reine Endkunden-Plattformen, wie sie in den vergangenen Jahren Technologieinvestments bestimmt haben. Die Verkaufszyklen im B2B-Geschäft sind nun mal länger.

IZ: Welche entscheidenden Fehler sollte ein Proptech-Investor vermeiden?

Panitzki: Bevor in ein Unternehmen Geld fließt, sollte ich mir klar darüber sein, worin dessen angebotene Lösung eigentlich besteht. Handelt es sich nur um ein Feature, das etwas Bestehendes verbessert oder ist es ein eigenständiges Produkt, das sich weiterentwickeln lässt? Oder bietet das Unternehmen eine ganze Reihe solcher Produkte an? Je komplexer die Lösung, desto mehr wird sie in der Lage sein, die Wertschöpfungskette zu verändern und sich dauerhaft am Markt zu etablieren. Die Immobilienbranche ist zwar mittlerweile sehr aufgeschlossen, was neue Technologien angeht. Es ist eine hohe Bereitschaft in der Branche zu spüren, Neues zu lernen. Aber es wird noch zu sehr in Kategorien der Prozessoptimierung gedacht, zu wenig in Produkten.

IZ: Lead-Investor von BitStone ist heute der Entwickler Art-Invest, BitStone selbst betreibt aber klassisches Venture-Capital-Geschäft. Was steht im Vordergrund: das richtige Investment oder der Dialog mit den Gründern und die Chance auf einen Wissensfortschritt?

Panitziki: Beides ist uns gleichermaßen wichtig. Wir profitieren vom Wissensaustausch, wollen aber auch Geld verdienen. Seit unserer Gründung vor gut einem Jahr haben wir gesehen, wie groß das Potenzial ist. Der Dealflow im Proptech-Segment ist sehr gut und auch 2019 dürfte dort viel passieren. Trotzdem muss ich als Investor immer selektieren, denn nicht alle Geschäftsmodelle werden am Ende überleben.

IZ: Herr Panitzki, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Die Fragen stellte Ulrich Schüppler.

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