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Politik | 18.12.2018

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin, Hamburg, Krefeld, Leipzig, Nürnberg
  • Unternehmen:
    Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Organisationen:
    Immobilienverband Deutschland (IVD), CSU, OECD, Center for Real Estate Studies, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
  • Personen:
    Horst Seehofer, Ingrid Hengster
  • Immobilienart:
    Wohnen

Baukindergeld für knapp 83.000 Kinder beantragt

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Karin & Uwe Annas
Das Baukindergeld hat einen guten Start, findet Bundesinnen- und -bauminister Horst Seehofer (CSU).

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Karin & Uwe Annas

47.741 Familien in Deutschland mit insgesamt 82.865 Kindern haben in den ersten drei Monaten seit Programmbeginn bei der KfW das Baukindergeld beantragt. Bundesinnen- und bauminister Horst Seehofer (CSU) spricht von einem guten Start und einem wichtigen Baustein für die Altervorsorge. Kritiker mahnen das Bürgschaftsprogramm an.

Bei der KfW werden laut Mitteilung von Ministerium und KfW durchschnittlich jede Woche knapp 3.000 neue Anträge auf Baukindergeld gestellt. Die meisten Anträge kommen aus Nordrhein-Westfalen (10.728), gefolgt von Baden-Württemberg (6.407) und Niedersachsen (6.039). Insgesamt sind bereits rund 1 Mrd. Euro für die Antragsteller reserviert worden. Ausgezahl wird ab Anfang 2019. Bis Ende 2020 sind in den Haushaltsplänen für das Baukindergeld insgesamt 2,7 Mrd. Euro bereitgestellt.

Seehofer ist erfreut

Minister Seehofer freut sich, "dass das Baukindergeld so gut gestartet ist. Es senkt die individuelle Finanzierungsbelastung und ermöglicht vielen Familien den Schritt in das Wohneigentum. Auch als Absicherung im Alter." Nach den Worten von Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW-Bankengruppe, zeige die "ungebrochen hohe Nachfrage", dass "das Zuschussprogramm den Nerv der Zeit trifft". Pro Jahr erhält eine Familie über das Programm 1.200 Euro pro Kind. Voraussetzung ist, dass das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen 75.000 Euro (zuzüglich 15.000 Euro pro Kind) nicht überschreitet. Zielgruppe sind Familien, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 ihren Kaufvertrag unterzeichnet bzw. die Baugenehmigung erhalten haben.

Kritik: Neubau dort, wo der Bedarf gering ist

Kritiker, zu denen Analyseinstitute wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln gehören, befürchten, dass das Baukindergeld wie auch die frühere Eigenheimzulage vor allem den Neubau in Regionen anregen, in denen es nur wenig Bedarf gebe. Wegen des Mangels an Bauland werde es in den Ballungsräumen kaum einen Effekt erzielen. Kritik kam jüngst auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der 36 Industriestaaten angehören. Aller Voraussicht nach würden die Zuschüsse für Familien lediglich den ohnehin schon boomenden Wohnimmobilienmarkt weiter anheizen.

"2,4 Mio. Familien könnten profitieren"

Eine sehr positive Bewertung nehmen dagegen der Immobilienverband Deutschland (IVD) und das von ihm beauftragte Center for Real Estate Studies (Cres) vor. Dieses geht davon aus, dass rund 2,4 Mio. Familien in Deutschland vom Baukindergeld profitieren könnten. In fünf exemplarisch untersuchten Städten - Berlin, Hamburg, Leipzig, Nürnberg und Krefeld - werde die Förderung zu fast durchweg zweistelligen Entlastungen des Haushaltseinkommens führen. Eine Ersparnis von 5% bis 63% bei der Finanzierung der eigenen vier Wände sei möglich - wenn nicht gerade in A-Lage gesucht wird.

Warten auf das Bürgschaftsprogramm

Kritisiert wird von nahezu allen aber, dass gleichsam der zweite Teil des Baukindergelds fehlt. Zugesagt wurde im Koalitionsprogramm ein Bürgschaftsprogramm der KfW, um das Eigenkapital der bauwilligen Familien zu erhöhen. Das soll voraussichtlich im kommenden Jahr aufgelegt werden. Diskutiert wird in der Großen Koalition auch, das Baukindergeld auf genossenschaftliches Wohnen auszuweiten. Das Bundesbauministerium sieht dies kritisch.

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