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Märkte | 18.12.2018

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    JLL
  • Personen:
    Helge Scheunemann, Timo Tschammler, Donald Trump
  • Immobilienart:
    Wohnen, Senioren-/Pflegeimmobilien, Gewerbe allgemein

JLL sieht Markt für Gewerbeimmobilien auf Rekordkurs

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Die Stimmung in der Branche dürfte auch bei der kommenden Immobilienmesse Expo Real gut sein, meinen die Experten von JLL.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien bleibt hoch. Zu diesem Schluss kommt das Maklerhaus JLL, das für das kommende Jahr ein Transaktionsvolumen in Höhe von bis zu 55 Mrd. Euro in Aussicht stellt. Einzig Trump & Co. könnten der Branche in die Suppe spucken.

Von einem "gallischen Dorf" spricht JLL-Researcher Helge Scheunemann mit Blick auf den deutschen Immobilienmarkt. Die Branche hierzulande sei stabil - trotz Brexit, drohender Handelskriege, Ukrainekonflikt und Italienkrise. Woraus der Zaubertrank der Immobiliengallier besteht? Aus einem Mix aus Anlagedruck der institutionellen Spieler, mangelnder Investmentalternativen und dem Ruf Deutschlands, ein sicherer Hafen in all dem Unbill zu sein.

JLL-Deutschlandchef Timo Tschammler stimmt zu. Viele Anleger sähen ihr Heil nach wie vor in der "hoch geachteten Assetklasse Immobilien", sagt er. Das Transaktionsvolumen steige seit 2010. Bis Ende dieses Jahres könnte es zumindest für gewerblich genutzte Immobilien ein neues Rekordjahr in Deutschland geben.

Bestwert aus 2015 wird nicht geknackt

Ein Ergebnis von bis zu 60 Mrd. Euro sei für 2018 drin, das wäre eine Verdreifachung seit 2010. Zählt man gewerbliche Investitionen für Wohnportfolios, Mikrowohnen und Pflegeimmobilien hinzu, könnte sich das Transaktionsvolumen auf bis zu 76 Mrd. Euro summieren, rechnet Tschammler vor. Der Bestwert aus dem Jahr 2015 mit rund 80,3 Mrd. Euro werde aber wohl nicht übertroffen; damals waren große Wohnportfolios gehandelt worden.

Ein wenig verhaltener wird es wohl im kommenden Jahr zugehen. Der Mangel an attraktiven Produkten bremst die Akteure. Laut JLL ist 2019 ein Transaktionsvolumen für gewerblich genutzte Immobilien in Höhe von bis zu 55 Mrd. Euro möglich, mit Wohnportfolios könnte ein Gesamtvolumen von rund 70 Mrd. Euro erzielt werden. Das wäre zwar ein Zehntel weniger als 2018, aber immer noch recht ordentlich.

Erst nach 2019 könnte ein moderater Zinsanstieg dafür sorgen, dass in der Folge auch die Immobilienrenditen leicht ansteigen, meint Tschammler. "Die möglichen Wertverluste können zwar bereits bei kleineren Renditeveränderungen signifikant ausfallen. Durch eine positive Mietpreisentwicklung auf Basis einer weiterhin stabilen konjunkturellen Lage, könnten die Wertverluste aber zu einem beträchtlichen Teil kompensiert werden."

Zyklus erreicht 2020 seinen Höhepunkt

Im Basisszenario erwarten die JLL-Experten den Höhepunkt der derzeitigen Zyklusphase für das übernächste Jahr. "Eine Zinserhöhung erscheint 2020 nicht unwahrscheinlich zu sein und wird von vielen Marktteilnehmern auch erwartet", erklärt Tschammler. Es sei davon auszugehen, dass sich durch eine Anhebung der Zinsen die Finanzierungskonditionen verschlechtern und sich insbesondere Versicherungen und Pensionskassen wieder verstärkt dem Anleihemarkt zuwenden werden. Das würde dem Immobilienmarkt einen Teil der Nachfrage entziehen und zu sinkenden Transaktionsvolumina führen.

Soweit die Prognose für den Fall, dass nichts schief geht und die Wirtschaft weiter brummt. Aber draußen in der Welt sitzen immer mehr Leute wie Donald Trump an den Hebeln der Macht. "Das größte Risiko für die Weltwirtschaft sind derzeit die Politiker und ihre Egotrips", betont Tschammler.

Eine Kooperation unter den wichtigsten Volkswirtschaften, wie sie während der Finanzkrise erfolgte, könne heute nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden. "Die Staaten der Welt bewegen sich nicht mehr aufeinander zu, sondern voneinander weg", meint der JLL-Chef. Dieses "düstere Szenario" werde durch die enorme Schuldenlast der Weltwirtschaft zusätzlich verfinstert. Bleibt nur zu hoffen, dass den Galliern nicht der Himmel auf den Kopf fällt.

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