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Märkte | 17.12.2018

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
  • Personen:
    Peter Hübner, Reinhard Quast

Der Bau wächst und wächst

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Der Aufschwung in der Baubranche soll über das Jahr 2020 hinaus anhalten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Die deutsche Baukonjunktur kennt derzeit nur eine Richtung: aufwärts. Das gilt sowohl für Umsatz und Aufträge als auch für Personal und Investitionen - und die Preise. Der Auftrieb soll noch mindestens drei Jahre anhalten. 2018 werden wohl erneut weniger Wohnungen fertig als erforderlich.

Im neuen Jahr, davon sind die Chefs der beiden Branchenverbände Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) felsenfest überzeugt, legt die Bauwirtschaft wieder eine Schippe drauf. „Das Wachstum der Bautätigkeit wird sich auf hohem Niveau fortsetzen“, erwarten HDB-Präsident Peter Hübner und sein Kollege Reinhard Quast vom ZDB. Beide rechnen mit einem Umsatzwachstum von 6% (2018: 5%). Der Erlös würde damit auf 128 Mrd. Euro steigen.

Die Zahl der Mitarbeiter soll sich von derzeit etwa 820.000 auf 850.000 erhöhen. Die Zahlen beziehen sich auf die Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern. Sie repräsentieren etwa 10% der gesamten deutschen Bauwirtschaft. Für Bauherren indes wird Bauen immer teurer. In diesem Jahr ziehen die Preise um 4,5% an, nach 3,6% im vergangenen Jahr.

Niedrige Zinsen und gut gefüllte Kassen garantieren Auftrieb

Hübner geht davon aus, dass der Aufschwung seine Branche über das Jahr 2020 hinaus anhält. „Wir sehen in den nächsten drei Jahren keine Änderungen.“ Politische Unsicherheiten wie Brexit und Handelskriege erschüttern die Einschätzung nicht. Sollte die deutsche Wirtschaft wegen Exportturbulenzen ihre Bautätigkeit zurückfahren, fingen Wohnungsbau und Infrastrukturprojekte einen möglichen Rückgang auf. Geld ist kein Problem. Die öffentlichen Kassen seien gut gefüllt; den Wohnungsbau treiben - immer noch - die niedrigen Zinsen.

Der Umsatz im Wohnungsbau wird 2019 voraussichtlich um nominal 5,5% (2018: 6,5%) wachsen. In Stein und Beton umgesetzt entspräche dies bis zu 320.000 neuen Einheiten oder rund 20.000 mehr als im laufenden Jahr geplant sind. Dennoch würde sowohl dieses als auch nächstes Jahr das von Politik und Verbänden angepeilte Ziel von 350.000 Wohnungen verpasst.

Für die Sparte Wirtschaftsbau gehen die Bauverbände von einem Umsatzplus von 6% aus, das wäre ein leichter Rückgang um 1% im Vergleich zu diesem Jahr. Dagegen wollen die Kollegen vom Straßen- und Schienenbau einen um 1% auf 7% steigenden Umsatz einfahren.

Öffentlichen Auftraggebern lasen Hübner und Quast auf ihrer gemeinsamen Jahrespressekonferenz die Leviten. Aus Sicht der Firmen ist die Zusammenarbeit oftmals unattraktiv: hoher bürokratischer Aufwand, langwierige, komplizierte Ausschreibungen und Personalmangel auf den Ämtern listen Hübner und Quast auf. Deshalb geben die Unternehmen oftmals den privaten Kunden den Vorzug. Bund, Länder und Gemeinden haben das Nachsehen.

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