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Unternehmen | 14.12.2018

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Metro plant die Zukunft jenseits von real

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Metro-Finanzchef Christian Baier (links) und CEO Olaf Koch erläutern die Geschäftszahlen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Der Handelsriese Metro macht Ernst mit dem Verkauf der SB-Warenhauskette real, in spätestens sechs Monaten soll der Deal über die Bühne sein. Ein umfangreiches Immobilienportfolio soll die Transaktion versüßen.

"Der Verkauf von real ist der letzte Schritt vom Konglomerat hin zu einem reinen Großhändler. Dort kommen wir her und dorthin kehren wir zurück", sagte Metro-Chef Olaf Koch auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Düsseldorf. Seitdem Koch 2012 das Ruder beim Handelsriesen übernahm, versilberte er erfolgreich mehrere regionale Auslandsaktivitäten und die Kaufhof-Warenhäuser. Vergangenes Jahr erfolgte die Abspaltung von der Elektromarktsparte. Der Schuldenstand der Metro verringerte sich durch die Verkäufe um rund 5 Mrd. Euro.

real ist keine fortgeführte Geschäftstätigkeit mehr

Um den anstehenden Verkauf von real auch in der Rechnungslegung zu dokumentieren, wird die SB-Warenhauskette im Jahresabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 nicht mehr als fortgeführte Geschäftstätigkeit gelistet. Operativ schwächelt das SB-Warenhausgeschäft, der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr flächenbereinigt um 1,7%.

Doch das Unternehmen bringt ein umfangreiches Immobilienpaket mit an den Verhandlungstisch: 65 der 279 real-Standorte hält Metro im Eigenbesitz, dazu kommen betriebliche Nebenflächen und Center, in denen real Hauptmieter ist. Insgesamt würde sich der Konzern damit von rund 80 Liegenschaften mit einem Buchwert von 0,9 Mrd. Euro trennen.

Immobilienbestand mit Wertsteigerungspotenzial und Investitionsbedarf

"Im gegenwärtigen Marktumfeld haben diese Immobilien einen signifikanten Gegenwert", sagt Koch. Zugegeben, viele dürften Entwicklungspotenzial haben, zumal sie über ein Baurecht verfügen, das in dieser Form heute vielerorts wohl nicht mehr genehmigt werden würde. Klar ist aber auch: Um die Flächen für die Zukunft fit zu machen, wären erhebliche Investitionen zu stemmen. Koch selbst hatte von seinem geplanten Revitalisierungsprogramm für real in Höhe von 1 Mrd. Euro nur einen Bruchteil umgesetzt.

Von der bisherigen Resonanz möglicher Käufer gibt sich Koch jedenfalls "keineswegs enttäuscht, sondern zufrieden bis sehr zufrieden". Der Verkaufsprozess schreite wie geplant voran und werde in vier bis sechs Monaten abgeschlossen sein. Namen nennt Koch nicht, bestätigt aber Interessen von strategischer Seite, also von anderen Handelsunternehmen. Ob aus dem In- oder Ausland, will er nicht sagen, jedoch werde Metro keine unnötigen kartellrechtlichen Risiken eingehen. In verschiedenen Medienberichten war zuletzt unter anderem real-Konkurrent Kaufland als Interessent ins Spiel gebracht worden.

Teilangebote sind nicht erwünscht

Erklärtes Ziel von Koch ist es außerdem, real an einem Stück zu verkaufen. "Wir berücksichtigen keine Teilangebote", stellt der Konzernchef klar. Eine genaue Verkaufspreisvorstellung mag Koch auch nach mehrfachem Nachbohren seitens der Journalisten nicht nennen. Die Vorstellung, Metro könne bei dem Deal insgesamt drauflegen, weist er jedoch entschieden zurück. "Wir haben bewiesen, dass wir auch bei Immobilientransaktionen einen signifikanten Gewinn realisieren können", pflichtet ihm sein Finanzchef Christian Baier bei.

Für das Handelsformat SB-Warenhaus sieht Koch in Deutschland durchaus Potenzial, aber das Konzept müsse neu gedacht werden. "SB gleich Selbstbedienung, das ist das Gegenteil von dem, was der Kunde heute will", ist Koch überzeugt. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass die erheblichen Investitionen, die in real fließen müssten, die Entscheidung für den Verkauf beeinflusst haben. Denn im Metro-Konzern, dessen Großhandelsimperium einen durchgehenden Teppich an Landesgesellschaften von Portugal bis Japan bildet, hätte real in der Investitionshierarchie laut Koch stets nur an "sechster oder siebter Stelle" stehen können. Zu wenig für eine Einzelhandelskette, die sich neu erfinden muss.

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