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Politik | 24.12.2018

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    beta Eigenheim
  • Organisationen:
    Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Deutsches Institut für Normung (DIN)
  • Personen:
    Christian Bruch, Dirk Salewski
  • Immobilienart:
    Wohnen

Immobilienbranche normt ab Januar mit - Baukosten senken

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Auf Deutschlands Baustellen sind rund 3.300 Standards zu beachten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

"Wer normt, macht den Markt", lautet ein Spruch unter Vertretern der deutschen Industrie. Will heißen: Wer die Standards setzt, bestimmt wo es lang geht, die anderen müssen folgen. Investoren und Bauträger stöhnen über eine Flut von Bau-Normen und deren Folgekosten. Von Januar an redet die Wohn- und Immobilienbranche bei der Normung mit.

Erstmals zieht ein Vertreter der Branche in das höchste Gremium des Deutschen Instituts für Normung (DIN) ein. Die Organisation legt die fast gesetzlich gleichen Standards fest. Dirk Salewski nimmt seinen Sitz im DIN-Präsidium offiziell am 1. Januar 2019 ein. Er hat ein klares Ziel: "Darauf hinwirken, dass Normung auf der Baustelle wieder praxisnäher, einfacher und kostengünstiger wird."

Quelle: beta Eigenheim- und Grundstücksverwertungsgesellschaft mbH
Dirk Salewski zieht als erster Vertreter der Immobilienbranche ins Präsidium des Normungsinstituts ein.

Quelle: beta Eigenheim- und Grundstücksverwertungsgesellschaft mbH

Diese Aspekte spielten nach Ansicht der Bau- und Immobilienwirtschaft bislang so gut wie keine Rolle im Normungsverfahren. Im Ergebnis sind auf Deutschlands Baustellen inzwischen sage und schreibe rund 3.300 Standards zu beachten. Bauen wird auch deswegen stetig teurer. Zu dieser Erkenntnis kam schon 2015 die im Rahmen des Bündnis für Bezahlbares Wohnen etablierte Baukostensenkungskommision.

Sie forderte in ihrem Abschlussbericht, mögliche Folgekosten stärker zu analysieren. "Eine Gesamtschau, was jede DIN für das Gesamtprodukt bedeutet, findet nicht statt", kritisiert der Hauptgeschäftsführer des BFW, Christian Bruch, der in der Kommission saß.

Sie listet in ihrem Abschlussbericht auf mehreren Seiten Norm-Probleme auf. Dazu zählen abnehmender Einfluss der Anwender auf die Arbeit des privat organisierten DIN-Instituts, mangelnde Transparenz, zu hohe Standards, keine Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit insbesondere von Bauprojekten und ein wenig ausgewogene Besetzung der maßgeblichen Normungsausschüsse.

Dort sitzen vor allem Vertreter der Industrie. Von ihr vorgelegte Neuheiten werden meistens über Normung zu anerkannten Regeln der Technik. Über das Baurodnungsrecht der Länder wird wiederum DIN-Standard verbindlich, sodass jeder Bauherr die Vorgaben einhalten muss. Es werde "Produktmarketing durch Normung betrieben", meint Bruch.

Nun soll Dirk Salewski auf mehr Klarheit in Normungsverfahren achten und beitragen, die Auswirkungen auf die Baukosten stärker bewusst zu machen. Der Mann kommt als Geschäftsführer des Bauträgers beta Eigenheim aus der Praxis. Dass er als BFW-Vorstandsmitglied gut vernetzt ist, schadet vermutlich nicht.

Das Deutsche Institut für Normung seinerseits erarbeitet eine Vorlage zur Kostenfolgeabschätzung speziell im Wohnungsbau. Am Beispiel eines Mustergebäudes - z. B. Mehrfamilienhaus, zwölf Einheiten, durchschnittliche Ausstattung - soll jede Norm durchgecheckt werden. Auch das gehört zu den Ideen aus dem Jahr 2015, bezahlbare Wohnungen zu realisieren.

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