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Unternehmen | 10.12.2018

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Clas Ohlson bricht Deutschlandversuch ab

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Zuletzt wurde die gut 1.000 qm große Filiale an der Spitalersttraße eröffnet.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Die schwedische Einrichtungs- und Baumarktkette Clas Ohlson will ihre Filialen in Hamburg bis April 2019 schließen. Damit wird der Expansionsversuch in Deutschland nach kaum drei Jahren abgebrochen. Auch Sportartikler Stadium prüft wohl seine Deutschlandpräsenz.

"Die Bewertung des Pilotprojekts von vier Filialen in Deutschland hat gezeigt, dass die Vorhaben nicht planmäßig liefern können und daher die Voraussetzungen für die Rentabilität nicht gegeben sind", erklärt Lotta Lyrå, seit 2017 Vorstandsvorsitzende bei Clas Ohlson, im Halbjahresbericht 2018. "Vor diesem Hintergrund wird das Filialnetz in Großbritannien und Deutschland eingestellt und unsere Präsenz in diesen Märkten entsprechend der neuen Ausrichtung auf das Online-Shopping konzentriert."

Vierte Filiale erst vor einem Jahr eröffnet

Während das Filialnetz von Clas Ohlson, die 15.000 Produkte in den fünf Segmenten Wohnen, Heimwerken, Elektro, Multimedia sowie Freizeit anbieten, in Großbritannien seit zehn Jahren nicht in die schwarzen Zahlen kommt und bereits ausgedünnt wurde, haben die Schweden in Deutschland erst im Mai 2016 ihre erste Filiale eröffnet. Selbst die schwedische Königin Silvia fand sich wenige Tage nach Eröffnung im Flagshipstore am Jungfernstieg ein, wo das Sortiment im Baudenkmal Streit's Haus vom Gefrierbeutel bis zum Selbstfahrrasenmäher auf 1.800 qm zweigeschossig angeboten wird.

Rasch eröffnete Clas Ohlson weitere Filialen im Alstereinkaufszentrum (AEZ) von ECE in Poppenbüttel, im Shoppingcenter Mercado im Trendstadtteil Ottensen sowie auf gut 1.000 qm am 30. November 2017 in der Spitaler Straße eine zweite Dependance in der Ia-Lage. Über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus allerdings ging der Expansionsdrang der Schweden nicht.

Fokus auf Skandinavien und Internet

Clas Ohlson will die lukrativen Kernmärkte in Schweden (96 Filialen), Norwegen (90) sowie Finnland (40) stärken und sich vor allem auf den Onlinevertrieb konzentrieren. Hier wuchs der Umsatz allein im ersten Halbjahr 2018 um 51%.

Bis zum April 2019 sollen die vier Niederlassungen in Hamburg geschlossen werden - "nach sorgfältiger Abwägung der Mietkonditionen für jede Filiale, um die Gesamtstilllegungskosten zu optimieren", wie es im Geschäftsbericht heißt. Für die Abwicklung des Filialnetzes in Großbritannien und Deutschland/Hamburg rechnet Clas Ohlson mit Kosten von gut 20 Mio. Euro, denen erwartete positive Effekte durch die Schließung von gut 7 Mio. Euro gegenüberstehen.

Exit-Option ist Usus

"Alle großen Einzelhandelsketten sichern sich über Exitklauseln im Mietvertrag die Option, nach spätestens drei Jahren die Rentabilität zu prüfen und das Mietverhältnis gegebenenfalls mit einer recht kurzen Kündigungsfrist sowie Zahlung einer Vertragsstrafe auflösen zu können", erklärt Sven Bechert, Einzelhandelsexperte von Grossmann & Berger. In der Spitalerstraße besteht die Filiale erst seit einem Jahr. Für solche Toplagen "wäre es allerdings sehr ungewöhnlich, so kurzfristig aus einem Vertrag herauszukommen".

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Seit gut vier Jahren ist Stadium in Hamburg und damit Deutschland präsent - hier mit der ersten Filiale an der Mönckebergstraße.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Zumal sich nach Becherts Erfahrungen auch die Fristen verlängert haben, in denen eine Nachvermietung erfolgen kann. "Entscheidungen für einen neuen Standort - selbst in solch guten Lagen - dauern heute zwölf bis 18 Monate."

Geht auch Sportartikelfilialist Stadium?

Nach Marktinformationen denkt auch der schwedische Sportartikelanbieter Stadium über einen Rückzug vom deutschen Markt nach - der sich ebenfalls auf Hamburg beschränkt. Hier sind die Schweden seit Oktober 2014 mit der ersten, 2.800 qm großen Filiale in der Mönckebergstraße 27 präsent. Im März 2015 folgte der Standort Mercado in der Ottenser Hauptstraße 2-6 (1.300 qm) sowie im März 2016 der 1.200 qm große Laden im ECE-betriebenen Phoenix-Center in Harburg.

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