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Projekte | 04.12.2018

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:

Berliner Baukollegium ist gegen die Hochhauspläne von Signa

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter
Die von Signa geplanten Bürotürme sind als weiße Baukörper in das Stadtmodell der City West eingesetzt. Links im Bild: der Breitscheidplatz mit der Gedächtniskirche und den Hochhäusern Upper West und Zoofenster.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter

900 Mio. Euro will die österreichische Signa-Gruppe, der jetzt nicht nur Karstadt, sondern auch Teile von Kaufhof gehören, in den Bau eines Quartiers mit drei Hochhäusern am Kurfürstendamm stecken. Am Montagnachmittag wurde dazu eine Studie mit verschiedenen städtebaulichen Varianten im Berliner Baukollegium vorgestellt. Die Vorschläge stießen in dem von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (Die Linke) geleiteten Gremium aus Architekten und Stadtplanern jedoch auf Ablehnung. Aber Signa will deshalb nicht das Handtuch werfen.

Fast 15.000 qm Entwicklungsfläche in bester Lage am Kurfürstendamm - welcher Eigentümer würde sich angesichts anhaltender Nachfrage nach Büros, Hotels oder Wohnungen keine Gedanken darüber machen, wie sich dieser Grund optimal nutzen ließe. Auch Timo Herzberg, Geschäftsführer von Signa Real Estate Management Deutschland, hat das zusammen mit seinem Team getan und dafür die einst mit Harald G. Huth, dem Erbauer zahlreicher Einkaufszentren in Berlin, entwickelten Pläne für eine Mall of Kudamm auf Eis gelegt. Stattdessen beauftragte Signa das Büro Kees Christiaanse Architects & Planners (KCAP), Rotterdam, mit einer städtebaulichen Studie für die Einbindung von Hochhäusern in das Areal, das sich im rückwärtigen Teil bis zur Ranke- und Augsburger Straße erstreckt.

Fünf verschiedene Varianten stellte KCAP-Bürogründer Kees Christiaanse gestern Nachmittag im Baukollegium vor, dessen rotierendem Gremium er derzeit selbst angehört. Wo heute noch das Kaufhaus von Karstadt und weitere Gebäude stehen, soll demnach ein Quartier mit zwei bis drei unterschiedlichen Hochpunkten gebaut werden. Je nach Variante könnten 120.000 bis 180.000 qm BGF entstehen.

900 Mio. Euro will Signa für die Projektentwicklung in die Hand nehmen und statt der bisher geplanten Mall ein gemischt genutztes Quartier mit Handelsflächen, Gastronomie, Büros, einem Hotel, Wohnungen, aber auch öffentlichen Nutzungen wie einer Bibliothek oder Galerien errichten. Die Variante mit 180.000 qm BGF würde Herzberg dabei am besten gefallen. Sie sieht drei Türme mit 100, 120 und 150 m Höhe vor, die aus dem Sockelgebäude wachsen sollen, das sich brav an der Berliner Traufhöhe von 22 m orientiert und an die teils noch vorhandene historische Bebauung anschließen soll.

Den Bauvorbescheid für eine Mall hat Signa bereits in der Tasche

Erst im rückwärtigen Bereich sollen die Türme in die Höhe wachsen und städtebaulich mit den bereits vorhandenen Hochpunkten am Breitscheidplatz und am Zoo korrespondieren. Anhand des Stadtmodells der City West demonstrierte Architekt Christiaanse die erdachten Varianten und setzte unterschiedliche Klötzchen ein. Überzeugen konnte er damit indes nicht. Das Baukollegium erteilte nach der ohne ihn erfolgten Beratung dem Vorschlag eine klare Absage. "Die weitere Entwicklung von Hochhäusern entlang des Kurfürstendamms als Berlins bekanntester Einkaufs- und Flaniermeile wird vom Baukollegium aufgrund von dessen größtenteils intakter Blockrandstruktur als städtebaulich nicht angemessen gesehen. Das vorgestellte und beratene Projekt zeigt die Notwendigkeit vertiefter nutzungsstrategischer und städtebaulicher Untersuchungen sowohl für die künftige Entwicklung der City West als auch für die Entwicklung des konkreten Grundstücks Kurfürstendamm 231", so Senatsbaudirektorin Lüscher.

Bindend ist die Auffassung des Baukollegiums, das den Berliner Senat und die Bezirke die städtebaulichen, architektonischen und freiräumlichen Qualitäten der ihm vorgelegten Projekte bewertet, zwar nicht, doch orientieren sich die genehmigenden Behörden in der Regel an dessen Einschätzung. Signa will dennoch weiter um die Akzeptanz für ein Projekt jenseits eines solitären Shoppingcenters werben, und das Baukollegium signalisierte Gesprächsbereitschaft. Sollten alle Bemühungen scheitern, hat das Unternehmen bereits einen gültigen Bauvorbescheid in der Tasche, der eine Mall mit 118.000 qm BGF erlauben würde.

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