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Märkte | 03.12.2018

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Wiesbaden: Viel Fläche in der Pipeline, wenig auf dem Markt

Quelle: Fotolia.com, Urheber: majonit
Wiesbaden reiht sich inzwischen bei den Kommunen mit zunehmender Wohnraumknappheit ein.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: majonit

Die Flächen für Projektentwicklungen in Wiesbaden gehen zur Neige. Das liegt nicht unbedingt daran, dass alles bebaut ist. Schließlich gibt es durchaus größere Areale für neue Wohn- und Gewerbeprojekte. Allerdings werden viele von ihnen noch Jahre brauchen, bis sie baureif sind.

"Wir müssen uns vom Einfamilienhaus verabschieden. Wer sowas will, muss nach Limburg oder woanders hinziehen." Ganz so entschieden wie Bien-Ries-Vorstand Wolfgang Ries formulierten es die übrigen Teilnehmer des Immobilien-Dialogs Wiesbaden von Heuer Dialog nicht. Aber einig waren sie, dass sich Wiesbaden inzwischen bei den Kommunen mit zunehmender Knappheit von Wohnraum und auch von anderen Immobilien eingereiht hat.

Die Asiaten kommen ...

Jürgen Schäfer, Vorstand der Wiesbadener Volksbank, berichtete, dass die durchschnittliche Wohnungsmiete inzwischen bei 10,20 Euro/qm angekommen sei, der Kaufpreis für neue Eigentumswohnungen bei 5.245 Euro/qm und der für Wohnbauland bei 967 Euro/qm. "Und wir erwarten für die kommenden Jahre eine weitere Steigerung, wenn auch etwas abgeflacht", sagte Schäfer. Das gelte nicht nur für das eigentliche Stadtgebiet, sondern auch für das nähere Umland wie Taunusstein oder den Rheingau, während der Markt in entlegeneren ländlichen Regionen stagniere. Darüber hinaus sei inzwischen ein aus Frankfurt bekannter Trend in Wiesbaden angekommen: eine spürbar höhere Wohnungsnachfrage von asiatischen Käufern.

Wirtschaftsdezernent Oliver Franz (CDU) verwies darauf, dass auch Unternehmensansiedlungen unter der zunehmenden Konkurrenz um Bauflächen litten. Das habe auch eine soziale Komponente: "Schließlich brauchen wir Arbeitsplätze für Geringqualifizierte, und die sind immer noch eher im produzierenden Gewerbe zu finden als bei Dienstleistern."

Baudezernent Hans-Martin Kessler (CDU) verwies darauf, dass beträchtliche Flächenreserven vorhanden sind, beispielsweise durch das bevorstehende Zusammenziehen der verbleibenden US-Truppen in Erbenheim, in einem zukünftigen Gewerbestreifen an der Autobahn 66 oder durch die großflächige Entwicklung Ostfeld/Kalkofen, die rund 50 ha für Industrie und Gewerbe und 35 ha fürs Wohnen erbringen soll. Allerdings ist unklar, wann genau die Amerikaner ihre Areale freigeben, und die Gebietsentwicklung Ostfeld steht noch ganz am Anfang.

... und die Amerikaner gehen

Roland Stöcklin, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, ging weiter ins Detail. So habe sein Unternehmen auf den 11,6 ha des US-Areals Kastel Housing immerhin einen "ersten Fußabdruck" hinterlassen und in einem Bestandsgebäude eine Kindertagesstätte und eine Schule untergebracht. Ein erstes Wohnprojekt durch die ebenfalls städtische Wohnungsbaugesellschaft GWW stehe kurz bevor. Allerdings könne er nicht mit Sicherheit sagen, ob Kastel Housing nun 2023 oder 2026 ganz zur Verfügung stehen werde. Bei der 23,6 ha großen Storage Station, ebenfalls im Stadtteil Kastel gelegen, ist Stöcklin immerhin zuversichtlich, im Jahr 2023 darauf zugreifen zu können.

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