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Karriere | 28.11.2018

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Darmstadt
  • Organisationen:
    Land Hessen, TU Darmstadt
  • Personen:
    Andreas Pfnür

Immonachwuchs rennt der TU Darmstadt die Bude ein

Die TU Darmstadt hat gute Nachrichten für alle FM-Dienstleister, Projektsteuerer oder Immobilienberater mit Nachwuchsbedarf: Die Zahl der Studienanfänger im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der technischen Fachrichtung Bauingenieurwesen hat sich im Wintersemester 2018/2019 fast vervierfacht.

"In den letzten 15 Jahren schwankten die Kohorten der Studienanfänger um die 60 Studierende. In diesem Oktober haben bei uns jetzt ca. 220 Studierende - genaue Zahlen liegen noch nicht vor - angefangen", berichtet Andreas Pfnür, der das Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der TU Darmstadt leitet. Hatte die Hochschule zeitweise Schwierigkeiten junge Menschen zu finden, die sich für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der technischen Fachrichtung Bauingenieurwesen - kurz: Wibi - begeistern konnten, registiert der Professor seit fünf Jahren mehr Bewerber als Plätze: "Die Nachfrage ist enorm gewachsen."

Numerus Clausus ade

Dass diese Nachfrage jetzt auch bedient werden kann, ist der Tatsache zu verdanken, dass die TU Darmstadt angesichts eines drohenden Rückgangs der Studierendenzahlen in anderen Fachbereichen Mittelkürzungen durch das Land Hessen zu befürchten hatte und deshalb Zugangsbeschränkungen aufgehoben hat. "Anders als in den meisten anderen Studiengängen ist die Nachfrage nach unserem immobilienwirtschaftlichen Studiengang so immens gewesen, dass die Situation jetzt so ist, wie sie ist", freut sich Pfnür. Wibi sei der am stärksten überbuchte Studiengang.

"Positive Selektion"

Vor der Aufhebung der Einstiegshürde lag der Numerus Clausus in Wibi bei 2,1. Jetzt ist die durchschnittliche Abinote der Wibi-Anfänger 2,1. Ob sich damit auch die Qualität der Studenten verwässert hat? "In der Immobilienwirtschaft korreliert der berufliche Erfolg nicht unbedingt mit Abinoten", stellt Pfnür klar. Verhandlungsgeschick und Führungsstärke seien hier wichtigere Erfolgsfaktoren. Seine Studenten wüssten sehr gut, dass "Leistungsfähigkeit, Arbeitsbereitschaft und Zielorientierung gefordert" seien. Dies und die Tatsache, dass sie meistens familiär vorbelastet sind - schon die Eltern kommen oft aus der Bau- und Immobilienbranche - sorge für eine "positive Selektion".

Ist die Entwicklung in der Ausbildung des immobilienwirtschaftlichen Nachwuchses auch bemerkenswert, so macht dieser weiterhin lediglich einen kleineren Anteil an allen Studierenden aus. An der TU Darmstadt studieren aktuell knapp 26.000 Menschen. Rund jeder Zweite ist zwar in Ingenieurwissenschaften eingeschrieben, aber nur ca. 2.500 in Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Die Zahl der Studienanfänger im gesamten Fachbereich, zu dem Wibi gehört, liegt bei ca. 1.000. "Da sind 220 Neuanfänger bei uns zu verkraften", so Pfnür.

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