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Märkte | 28.11.2018

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Wohnungen werden jedes Jahr bis zu einem Viertel teurer

Quelle: <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>, Urheber: Lutz Reimann
In Neukölln stiegen die Preise seit 2015 für gebrauchte Eigentumswohnungen jährlich um 14,9%.

Quelle: pixelio.de, Urheber: Lutz Reimann

Gebrauchte Eigentumswohnungen werden in Berlin für im Schnitt 3.975 Euro/qm inseriert. Damit stiegen die Preise seit 2015 Jahr für Jahr um 12,4%. Am teuersten ist es im zentralen Bezirk Mitte, am wenigsten erlösen Verkäufer im Plattenbauviertel Marzahn-Hellersdorf.

Zu diesem Ergebnis kommt die LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover (LBS Nord) für das dritte Quartal des laufenden Jahres. Für den Kaufpreisspiegel wertet das Berliner Forschungsinstitut empirica die Verkaufsangebote in den Berliner Tageszeitungen und in Online-Portalen aus.

Im Bezirk Mitte wird jede zweite gebrauchte Eigentumswohnung für mindestens 4.830 Euro/qm angeboten. Damit muss ein durchschnittlicher Berliner Haushalt rund zehn Jahresnettoeinkommen für den Kauf aufbringen. Wohnungen mit höherem Standard kosten mindestens 6.231 Euro/qm, ließen die Banker ermitteln.

Mehr als im Berliner Durchschnitt werden auch im westlichen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf aufgerufen. Rund um Kurfürstendamm und Gedächtniskirche verlangen Anbieter 4.659 Euro/qm. Ein typischer Preis, so die Researcher, liegt bei rund 400.000 Euro, da Wohnungen hier mit im Schnitt 100 qm Wohnfläche deutlich größer sind als in den anderen Bezirken. Der Wohnungskauf schlägt dadurch mit zwölf Jahresnettoeinkommen zu Buche.

Im quirligen Friedrichshain-Kreuzberg steht 4.443 Euro/qm in Zeitungen und im Internet. Das entspricht einem neunfachen Jahreseinkommen. Im gutbürgerlichen östlichen Bezirk Pankow sind 4.074 Euro/qm oder das 8,5fache aufgerufen.

Preissteigerungen in Lichtenberg am stärksten

Die stärksten Preissteigerungen ermittelten die Experten im östlichen Plattenbaugebiet Lichtenberg, wo Wohnungen seit 2015 jedes Jahr um 27,5% teurer wurden. In Spandau legten die Werte um 18,4% per anno zu, in Tempelhof-Schöneberg um 15,9% und um 14,9% in Neukölln. Auch im nördlichen Bezirk Reinickendorf stiegen die Preise mit jährlich 14,5% über dem Berliner Durchschnitt. Etwas moderater waren die Anstiege in Friedrichshain-Kreuzberg (+ 9,9%), Steglitz-Zehlendorf (+ 10,4%) und Mitte (+ 11,4%).

Die günstigsten gebrauchten Eigentumswohnungen finden sich in der einst größten Plattenbausiedlung der DDR, in Marzahn-Hellersdorf. Der typische Angebotspreis liegt nach Angaben der LBS bei 2.344 Euro/qm. Allerdings gibt es noch Angebote für 2.000 Euro/qm zu finden, betonen die Banker. Für den Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung muss ein Haushalt in diesem Bezirk rund fünfeinhalb Jahresnettoeinkommen aufbringen.

In drei Berliner Bezirken ist es trotz explodierender Preise immer noch günstiger zu kaufen, als zu mieten. Am meisten sparen Käufer in Treptow-Köpenick. Bei einem Wohnungspreis von 186.250 Euro liegt der monatliche Vorteil im Vergleich zur Miete bei 44 Euro. In Marzahn-Hellersdorf beträgt die monatliche Ersparnis gegenüber der Miete 38 Euro. Und in Spandau sparen Käufer wenigstens noch 14 Euro im Monat gegenüber Mietern. Für den Vergleich legte die Bank die Finanzierung einer 60 bis 80 qm großen Wohnung mit 25% Eigenkapital und einer Finanzierungsbelastung von 5% (2% Zins und 3% Tilgung) zugrunde und verglich die Belastung mit den monatlichen Mietkosten.

In Neukölln oder Reinickendorf liegt die monatliche Belastung beim Kauf um wenige Euro über der Mietzahlung.

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