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Politik | 21.11.2018

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

2019 wird das Jahr der großen Städtebau-Debatte in Frankfurt

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Passen noch mehr Hochhäuser in die City oder sollen eher alternative Bürostandorte gefördert werden? Das wird eine der Fragen in der kommenden Städtebau-Debatte sein.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Auf dem Frankfurter Gewerbeimmobilienmarkt bahnen sich wichtiges Weichenstellungen an: Die Politik wird sich demnächst mit Rahmenplänen sowohl für industrielle Standorte als auch für weitere Hochhäuser befassen. Die Strategiedebatte steht erst am Anfang: Die City noch dichter bebauen oder Ausweichstandorte stärken? Jeden Gewerbebetrieb halten oder nur noch die hochwertigen?

2019 wird in Frankfurt ein spannendes Jahr - zumindest für diejenigen, die sich für Stadtplanung und damit für mittel- bis langfristige Potenziale für Projektentwicklungen interessieren. "Wir wollen im Frühjahr 2019 in die öffentliche Debatte um den Hochhausrahmenplan gehen", kündigte Martin Hunscher, der Leiter des Stadtplanungsamts, im Rahmen des ersten Frankfurter Immobilienkongresses des Veranstalters W&R Immocom (Leipzig) in der Höchster Jahrhunderthalle an. Der Hochhausrahmenplan legt fest, wo und wie hoch im Stadtgebiet Hochhäuser errichtet werden dürfen. Dass auf die derzeit gültige Version aus dem Jahr 2008, in der nur noch sieben Standorte unbebaut sind, bald eine neue folgen muss, ist bereits längere Zeit klar. Über einen genauen Zeitpunkt für den Beginn der Debatte schwiegen Vertreter der Stadtverwaltung sich bislang aus.

Knifflige Flächensuche in einer dicht bebauten Stadt

Neben diesem Termin kündigte Hunscher an, noch vor dem Jahresende 2018 den Entwurf für einen Gewerbeflächenentwicklungsplan in die politischen Beratungen zu geben. Dieses Planungswerk legt fest, wo im dicht besiedelten Stadtgebiet noch Potenzial für Industrie, produzierendes und verarbeitendes Gewerbe besteht. Zu Inhalten der Entwürfe aus seiner Behörde sagte Hunscher nichts, aber er rief dazu auf, bei Büro- und Gewerbeimmobilien Fragen ergebnisoffener zu stellen. "Wollen wir die City weiter stärken oder eher alternative Standorte, wie es früher die Bürostadt Niederrad oder die City West waren?", nannte er ein Beispiel.

Allerdings kam im Rahmen einer Podiumsdiskussion nicht jede Art von Freidenkerei gut an. So reagierte beispielsweise Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG, ablehnend auf den Vorschlag des Architekten Magnus Kaminiarz, das Messegelände an den nordwestlichen Stadtrand zu verlegen und die dann freien rund 60 ha in Zentrumsnähe mit Wohnungen zu bebauen: "Das wäre eine Milliardeninvestition alleine für die Verlegung. Da kommen gerade nicht die bezahlbaren Wohnungen raus, die wir brauchen." Hunscher warnte davor, das Alleinstellungsmerkmal als einzige verbliebene große Innenstadtmesse in Deutschland aufzugeben. Schließlich sei das Messegelände erst kürzlich auf Teile des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs erweitert worden.

Firmenabwanderung kann auch eine Chance sein

Für Michael Denkel, Mitglied der Geschäftsführung im Architektur- und Planungsbüro Albert Speer + Partner, ist es keine Katastrophe, wenn besonders raumhungrige Gewerbebetriebe aus der Stadt verschwinden. "Wenn sie abwandern, dann wandern sie halt ab", sagte er und nannte als Beispiel die Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg, die sich nach Erlensee verabschieden will. Es gelte vielmehr, auf den begrenzt verfügbaren Flächen eine hohe Qualität von Gewerbe zu entwickeln.

Dem Wohnraummangel ist Denkels Meinung nach nur beizukommen, wenn die Kommunen im Umland, und zwar besonders der Ring um die unmittelbaren Nachbarstädte Frankfurts herum, große Baugebiete ausweisen und die Schienenverbindungen dorthin dichter und leistungsfähiger werden. Dem stimmte Junker zu und forderte zugleich, dass das Land Hessen kleinere Kommunen finanziell stärker unterstützt, denen großformatige Wohnentwicklung mit zugehöriger Infrastruktur verständlicherweise schwerfalle. Stadtplaner Hunscher gab seinen Kollegen im Umland den Tipp, ihre bisherige Planungsstrategie zu überdenken: "Ich habe den Eindruck, dass eines Tages die ausgedehnten Einfamilien- oder Reihenhausgebiete, die dort gewachsen sind, zu Problembezirken werden können."

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