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Unternehmen | 21.11.2018

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Quest: Schnelles Wachstum trotz guter Absichten

Quelle: Quest Investment, Urheber: beyond-va.com
Mit dem Kauf des Bürogebäudes Cremon 3 (hinten) entstand die Option zum Bau von Cremon 1 (vorne).

Quelle: Quest Investment, Urheber: beyond-va.com

Quest Investment ist zwei Jahre am Markt. Gerade hat der Entwickler aus Hamburg sein 19. Projekt vorgestellt. Nach Hamburg und Berlin richtet sich der Blick von Theja Geyer und Jan Rouven Künzel auf Frankfurt und München.

Am Anfang gab es eine Reihe von guten Absichten. "Art-Invest war uns zu groß geworden", erklärt Jan Rouven Künzel. "Wir wollten die Company selbst führen, alle Mitarbeiter kennen - und wir wollten nicht als KVG Bafin-reguliert sein." Mit Theja Geyer war Künzel Gründungspartner von Art-Invest Real Estate gewesen. Zuvor arbeiteten beide bei Waterbound Real Estate und bei der IVG.

Investitionsvolumen von 658 Mio. Euro

"Nach zwei Jahren haben wir unseren Businessplan weit übertroffen", verweist Künzel auf die inzwischen 19 Projekte von Quest Investment mit einem Investitionsvolumen von 658 Mio. Euro. Mit 109.500 qm von insgesamt 126.500 qm Entwicklungsfläche liegt der Schwerpunkt eindeutig bei Büronutzungen. Hinzu kommen 7.000 qm Wohnen und 10.000 qm Einzelhandel.

Dass es so schnell nach vorn ging, liegt auch am dritten Gesellschafter von Quest Investment, der Investment Holding des Hamburger Unternehmers Erck Rickmers, der in den Bereichen Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und Schifffahrt investiert ist. "Wir wollten die Immobilie Cremon 3 kaufen", erzählt Künzel die Geschichte der Verbindung. "Aber Rickmers hat uns überboten. Da sind wir zu ihm gegangen: 'Wir haben ein Konzept. Interesse?'"

Quelle: Quest Investment
Theja Geyer (l.) und Jan Rouven Künzel haben Quest Investment 2016 gegründet.

Quelle: Quest Investment

Clubdeal mit der Allianz Real Estate

So wurde Cremon 3 das erste Quest-Projekt. Und es illustriert, welche Aufwertungspotenziale Entwicklerkreativität haben kann. Zu den guten Absichten zählt auch: "Wir wollen in den einzelnen Projekten drin sein. Die Story muss von uns kommen, nicht vom Makler." Die Story von Cremon 3 ist der Neubau Cremon 1.

Seit den 1960er Jahren ist die Fläche unbebaut. Seit Oktober entsteht mit dem neungeschossigen Bau am Nikolaifleet ein Pendant zu dem gegenüberliegenden Haus der Seefahrt mit dem der ursprüngliche Zustand der früheren Hafeneinfahrt des Hamburger Binnenhafens wiederhergestellt werden soll - in Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem damaligen Oberbaudirektor Jörn Walter. Bei Baubeginn waren 1.400 qm Bürofläche bereits vermietet. Auf den insgesamt 2.500 qm entstehen zudem Laden- und Wohnflächen.

Kaum einen Steinwurf entfernt steht das Überseehaus. Im Clubdeal mit der Allianz Real Estate erwarb Quest das Überseehaus am Baumwall 5-7. Das 11.300 qm große Büro- und Geschäftshaus von 1987 - mit Blick auf die Elbphilharmonie - ist das erste Value-add-Investment der Allianz. Fassade und Fenster sollen modernisiert werden. Das Potenzial? "In den nächsten vier Jahren können wir 40% der Mietfläche drehen", so Künzel. Zudem sei noch abzustimmen, ob die Erweiterungsoptionen gezogen werden dürften.

Mietsteigerungspotenzial in Berlin

Nach Hamburg engagierte sich Quest rasch in der Bundeshauptstadt. In Mitte West wurde die Brunnenstraße 128 gekauft, ein Bürogebäude von 1992. Nach Modernisierung der Fassade werden die knapp 6.000 qm als hippe Büroflächen im Kiez als Element B vermarktet - für über 21 Euro/qm. Zuvor waren es maximal 12 Euro/qm.

Die neue Berlin-Dependance bezieht die obere Etage des Lenzhauses in der Kurfürstenstraße 87. 1928-29 vom Architekten Heinrich Straumer erbaut, gilt der achtgeschossige Bau als eines der ersten Bürohochhäuser Berlins. Quest übernahm das 5.000 qm große Haus von Barings Real Estate Advisers. Bis zum Frühjahr hatte es die Berliner Volksbank genutzt. Künzel: "Es ist fast voll. Wir haben die Stahlträger freigelegt und brandschutzlackiert."

Als Aufteiler von Gründerzeitbauten beschreitet Quest mit den beiden jüngsten Projekten in Berlin-Charlottenburg neue Wege. In Charlottenburg in der Mommsenstraße 60/Wielandstraße 15 werden auf sechs Etagen 24 Wohnungen angeboten, in der Leibnizstraße 43/Niebuhrstraße 69 sind es 35 Einheiten plus 170 qm Gewerbe im Erdgeschoss.

"lucky shot" in München

Eine weitere gute Absicht war: "Nicht zu schnell in verschiedenen Städten wachsen. Das kriegen wir nicht hin." Doch schneller, als geplant ging es nach Frankfurt und München. In Frankfurt erwarb Quest das bereits seit Jahrzehnten als Bürogebäude genutzte denkmalgeschützte Hotel Hohenzollern am Hauptbahnhof. "Wir wollen die Qualität eines Hotels in die Büronutzung bringen. Die Lobby ausbauen, textile Vordächer, Büroeingangsbereiche im Hotelstyle." Das soll die Miete von bis dato 9 bis 12 Euro/qm auf knapp 20 Euro/qm bringen.

Anfang 2018 fiel die Entscheidung für München - "lucky shot" - wie es Künzel formuliert. In der Schillerstraße am Hauptbahnhof erwarb Quest ein Bürogebäude. Das Münchner Abendblatt nannte die Straße in der Ludwigsvorstadt noch vor fünf Jahren "Münchens sündigste Meile". Künzel: "Der Münchner hat noch etwas Angst vor dem Rotlichtviertel. Aber das Bahnhofsviertel entwickelt sich. Das sind junge, supercoole Lagen."

Partner für Clubdeals gesucht

Solche Chancen will Quest auch in Zukunft wahrnehmen. "Wir haben keinen Anlagedruck. Wir investieren, wenn sich gute Gelegenheiten bieten." Neben der Allianz sei man im Gespräch mit einem weiteren Partner für Clubdeals - und einen dritten könne man sich auch noch vorstellen. "Wir suchen Partner, die revolvierend in Projekte investieren wollen."

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