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Finanzen | 15.11.2018

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Deutsche Bundesbank
  • Organisationen:
    Bundesministerium der Finanzen, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • Personen:
    Claudia Buch, Felix Hufeld
  • Immobilienart:
    Wohnen

Bundesbank will Datenbasis bei Kreditvergabe verbessern

"Wir haben, was die Wohnimmobilienfinanzierung angeht, eine sehr schlechte Datenlage", sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2018. Das wollen Bundesbank und BaFin jetzt endlich ändern.

Die Bundesbank betrachtet die Entwicklung am Wohnungsmarkt mit zunehmender Sorge. Aufgrund der Überbewertungen von Wohnungen in einigen Großstädten von bis zu 30% bestehe die Gefahr, dass Banken den Wert von Kreditsicherheiten überschätzen. Ein Rückgang der Preise infolge eines Zinsanstiegs oder eines Konjunktureinbruchs "könnte das deutsche Finanzsystem empfindlich treffen", schreibt die Bundesbank in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2018. Die Bundesbank ermuntert daher die Banken, entsprechende Vorsorge zu leisten und die Kapitalpuffer zu stärken. Im Ausschuss für Finanzstabilität, dem Vertreter der Bundesbank, der BaFin und dem Bundesfinanzministerium angehören werde deswegen nach den Worten von Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch darüber diskutiert, einen antizyklischen Kapitalpuffer zu verordnen, der in anderen europäischen Ländern bereits in Kraft getreten ist.

Aktuell keine Notwendigkeit zum Einsatz makroprudenzieller Maßnahmen

Eine andere Möglichkeit aufsichtsrechtlich zu intervenieren, wären strengere Vorgaben an die Wohnungskreditvergabe. Im Juni 2017 wurden der Finanzaufsicht zwei solcher Instrumente an die Hand gegeben: Vorgaben zur Begrenzung der Beleihungshöhe (Loan-to Value) und Anforderungen an die Amortisation. Buch machte bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts jedoch klar, dass die Voraussetzungen für einen Einsatz dieser Instrumente derzeit nicht vorlägen, auch wenn die Bundesbank Lockerungen bei der Kreditvergabe beobachtet. "Wir sehen aktuell keine Notwendigkeit, makroprudenzielle Maßnahmen für den Immobilienmarkt zu aktivieren", sagte Buch bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts. Zugleich machte sie aber auf das weiterhin bestehende Dilemma aufmerksam, dass der Aufsicht gar nicht ausreichend Marktdaten zur Verfügung stünden, um einen Instrumenteneinsatz rechtfertigen zu können. "Wir haben, was die Wohnimmobilienfinanzierung angeht, eine sehr schlechte Datenlage."

"Das wir hier etwas tun müssen, ist ganz klar"

Die Aufsicht verfüge zwar über reichlich aggregiertes Wissen über die Kreditvergabe, auf granularer Ebene - wie hoch sind die einzelnen Beleihungsausläufe oder die Verschuldung der Kreditnehmer - fehle es aber weiterhin an Qualität und Quantität. "Das wir hier etwas tun müssen, ist ganz klar", sagte Buch. Die Aufsicht befinde sich in "guten Gesprächen, dass wir da einen Schritt weiterkommen". Anfang der Woche hatte sich bereits BaFin-Chef Felix Hufeld in die gleiche Richtung geäußert. Auf der Euro Finance Week kündigte er an, detaillierte Informationen zu der Wohnungsfinanzierung bei den Banken abfragen zu wollen.

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