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Unternehmen | 14.11.2018

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Milliarden-Steuervorteile für Amazon-Quartier in New York

Quelle: Pixabay, Urheber: LNLNLN
Blick auf New Jersey City über den Hudson River

Quelle: Pixabay, Urheber: LNLNLN

Der Tech-Riese Amazon hat gestern offiziell die Städte New York und Arlington als Standorte für weitere Konzernzentralen neben dem bestehenden Headquarter in Seattle bestimmt. Während Amazon ankündigt, in beiden Städten 5 Mrd. USD zu investieren und über 50.000 neue Jobs schaffen zu wollen, rechnet die öffentliche Hand mit der Vergabe von Subventionen von 2,2 Mrd. USD für die Internetgewinnmaschine. Auch Donald Trumps große Steuerreform spielt den Investoren in die Hände.

Durchgesickert war es schon vergangene Woche, nun steht es fest: Der New Yorker Stadtteil Queens mit der New Jersey City und das Gewerbegebiet Metropolitan Park im Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Arlington und Alexandria (Bundesstaat Virginia) sind die beiden auserwählten Standorte, auf denen sich Amazon mit neuen Gebäuden niederlassen wird. Der Entscheidung vorangegangen war ein Wettbewerb unter gut 100 Gemeinden in den USA, die sich in einem geheimen Verfahren bei dem Konzern um eine Amazon-Niederlassung bewerben durften. Als dritte US-Stadt profitiert Nashville von der Expansion, hier soll ein "Center of Excellence" für Logistik mit weiteren 5.000 Arbeitsplätzen entstehen.

Allein der Stadt New York winken durch Amazon 2,5 Mrd. USD an Investitionen, die das Unternehmen dort tätigen wird, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. 400.000 qm nachhaltiger Büroraum werde entstehen (mit der Option auf Flächenverdopplung), das werde der Stadt über die kommenden 20 Jahre Steuereinnahmen von über 10 Mrd. USD einbringen - auch durch die Schaffung zusätzlicher Jobs. Zumächst einmal wird es aber Amazon sein, das Geld bekommt: Steuervorteile von 1,53 Mrd. USD stehen dem Konzern in Aussicht, wenn die versprochenen Arbeitsverträge (Durchschnittsgehalt: 150.000 USD/Jahr) geschlossen und die Neubauziele erreicht werden. Teile der Quartiersflächen will das Unternehmen an Tech-Inkubatoren und öffentliche Infrastruktureinrichtungen spenden.

Trumps Steuerreform gibt zusätzlichen Gewinn-Kick

Die Kritik an dem Geldregen für ein Unternehmen, das an der Börse rund eine Billion US-Dollar wert ist, ließ in den lokalen Medien nicht lange auf sich warten. Die ohnehin schon völlig überlastete Transportinfrastruktur werde so noch mehr strapaziert, die Verdrängung Geringverdienender durch hochbezahlte Technikangestellte beschleunigt, hieß es. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo feierte die Entscheidung als spektakulären Wachstumsimplus für seine Stadt. Cuomo hatte bereits vorab gegenüber Reportern gescherzt, er sei bereit, seinen Namen in "Amazon Cuomo" zu ändern, wenn es ihm gelänge, den Konzern anzusiedeln.

Außerdem weckte der Deal die Aufmerksamkeit auf ein bislang wenig beachtetes Detail von US-Präsident Trumps Steuerreform, die diesen Frühjahr verabschiedet worden war. Dort sind generöse Steuervorteile für Investoren vorgesehen, die sich in sogenannten "Opportunity Zones" engagieren. Das sind städtische Areale, deren Entwicklung bislang vernachlässigt wurde bzw. die derzeit noch von Geringverdienen zu entsprechend niedrigen Preisen genutzt werden.

Die Regierungen der Bundesstaaten haben laut einem Bloomberg-Bericht inzwischen rund 8.700 US-Gemeinden bzw. Stadtquartieren diesen Status zugesprochen. Auch große Teile von New Jersey City hatte Gouverneur Cuomos Behörde im Frühjahr als Opportunity Zones ausgewiesen. Die zuvor unterbewerteten Opportunity Zones versprechen den Projektentwicklern nun überdurchschnittlich hohe Gewinne - dank Wertsteigerungen und den Steuervorteilen, die Engagements via Immobilienfonds besonders begünstigen.

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