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Märkte | 25.10.2018

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Sozialverband Deutschland, Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
  • Personen:
    Adolf Bauer
  • Immobilienart:
    Wohnen

Sozialverband: Hohe Mieten vertiefen die Spaltung

Quelle: Pixabay, Urheber: Hans
Die Mieten steigen. Das trifft vor allem arme Menschen, moniert der Sozialverband.

Quelle: Pixabay, Urheber: Hans

Die Mietpreisentwicklung vertiefe die soziale Spaltung in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das der Sozialverband SoVD am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Vor allem Alleinerziehende und Rentner würden abgehängt. Kritik an den Forderungen des Verbands indes kommt vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW).

"Das verminderte Einkommenswachstum der ärmsten 10% aller Haushalte verstärkt die Auswirkungen steigender Mieten für diejenigen, die ohnehin geringe Einkommen aufweisen", heißt es in dem Gutachten. Armutsgefährdete und einkommensschwache Haushalte würden stark durch Mieten belastet. "Besonders benachteiligt von der Mietpreisentwicklung sind Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit Migrationshintergrund", sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Mehr als eine Million Haushalte fielen durch die Miete unter Hartz-IV-Niveau.

Aus Sicht des Verbandspräsidenten muss die Politik mit einem umfassenden Investitionsprogramm für die öffentliche Wohnungsbauförderung gegensteuern. Dieses Programm soll nach Auffassung des SoVD insbesondere Wohnraum für mittlere und untere Einkommen schaffen. Zudem fordert der Verband die Bundesregierung auf, den sozialen Wohnungsbau entschlossener in die Hand zu nehmen. "Keinesfalls dürfen die Probleme am Wohnungsmarkt allein dem Kräftespiel der Wirtschaft überlassen werden. Dies wäre nicht nur unsozial, sondern gefährlich", betonte Adolf Bauer.

IW kritisiert Schlussfolgerungen

Die Diagnose des Sozialverbands sei zwar richtig, die Schlussforderungen aber falsch, moniert das IW in einer Stellungnahme. Die Studie vernachlässige staatliche Transferleistungen, insbesondere die Zuschüsse für Unterkunft und Heizung, die Hartz-IV- und Sozialhilfe-Empfänger erhalten. Auch Wohngeld, das einkommensschwache Haushalte beziehen können, tauche in den Berechnungen nicht auf, kritisiert das IW.

"Dabei sollte gerade das Wohngeld viel stärker berücksichtigt werden, schließlich ist die Unterstützung wirksam und effizient", betonen die IW-Experten. Wer ein geringes Einkommen habe, erhalte je nach Miethöhe einen Zuschuss, beispielsweise in Höhe von 30%. Trotzdem führe Wohngeld seit der großen Sozialreform 2005 ein Nischendasein und werde nicht automatisch an Miet- und Preisentwicklungen angepasst.

Um den Wohnungsmarkt zu entlasten, müsste es mehr Wohnungen geben, so das IW. Die geforderten neuen Sozialwohnungen, wären zwar wirksam, aber auch sehr teuer. So könnten laut IW viele Haushalte auch dann noch von der Förderung profitieren und vergünstigt wohnen, wenn sie nicht mehr bedürftig seien. Die sogenannten Fehlbelegungsquoten seien hoch und ließen sich kaum verringern. "Besser sind deshalb direkte Transfers an einkommensschwache Haushalte, beispielsweise über das Wohngeld", meinen die Experten des IW.

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