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Politik | 12.09.2018

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Mainz, Wiesbaden
  • Organisationen:
    Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW), SPD, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
  • Personen:
    Axel Gedaschko, Malu Dreyer, Axel Tausendpfund
  • Immobilienart:
    Wohnen

VdW südwest macht sich stark für den ländlichen Raum

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Noch groß genug, um als Ankerstadt zu gelten, oder zu klein, um noch sinnvoll gefördert zu werden? Diese Frage müssen sich nach Vorstellung des VdW viele Landkommunen stellen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Die Politik entdeckt gerade die Förderung ländlicher Gebiete neu. Da will die Wohnungswirtschaft in Rheinland-Pfalz und Hessen nicht zurückstehen. Bei seinem Verbandstag sammelte der VdW südwest Vorschläge, wie kleinere Kommunen und seine dort aktiven Mitgliedsunternehmen vorangebracht werden können.

Der Wohnungswirtschaftsverband VdW südwest will in Hessen und Rheinland-Pfalz mehr staatliches Fördergeld in den ländlichen Raum lenken. Zu weit ins Land hinaus soll der Geldsegen dann aber auch wieder nicht schwappen. "Vielmehr brauchen wir eine zielgerichtete Förderung von Ankerstädten", sagte Verbandsdirektor Axel Tausendpfund beim Verbandstag des VdW südwest im rheinland-pfälzischen Ingelheim. Unter Ankerstädten versteht er solche Klein- und Mittelstädte, die eine gewisse Zentralfunktion bewahrt haben. Diese Städte gezielt zu fördern, sei sinnvoller als eine breite Verteilung von Mitteln auch an kleine Kommunen, in denen die öffentliche und gewerbliche Infrastruktur schon weitgehend abgestorben sei.

Nach Einschätzung von Axel Gedaschko, dem Präsidenten des übergeordneten Verbands GdW, bestehen derzeit gute Rahmenbedingungen, um die Politik zu mehr Unterstützung für ländliche Regionen zu gewinnen. Zwar habe das einen eigentümlichen Beigeschmack, weil es offensichtlich in erster Linie darum gehe, die AfD in vermeintlich abgehängten Regionen zurückzudrängen. Dennoch sollten der GdW und seine Regionalverbände das neue Interesse der Entscheidungsträger an Mittel- und Kleinstädten sowie ländlichen Kommunen nutzen. Dabei komme es auf differenzierte Werkzeuge an: Während die Kommunen rund um viele Metropolen inzwischen einen erheblichen Zuzug managen müssten, gebe es insbesondere im Osten Deutschlands immer noch auch größere Städte, deren Bevölkerung zurückgeht.

Neue Arbeitsfelder für Unternehmen

Wie eine Unterstützung für ländliche Regionen und kleinere Städte aussehen könnte, skizzierten die Redner anhand einiger Beispiele. "Ein hervorragendes Beispiel ist das Programm Jung kauft Alt, das einige bayerische Kommunen schon umsetzen und in dem junge Familien beim Erwerb und der Erneuerung alter Bausubstanz in den Siedlungskernen gefördert werden", sagte Gedaschko. Darüber hinaus müssten Mobilität, Datennetze, sonstige Infrastruktur und Nachbarschaftshilfe stärker unterstützt und gesetzliche Regulierungen in ländlichen Regionen ausgedünnt werden. Auch die Wohnungsunternehmen müssten sich verstärkt mit diesen für sie vielleicht ungewohnten Themen befassen. Die neuen Instrumente der Bundesregierung zur Eigenheimförderung bewertete Gedaschko kritisch. Sie führten eher zu mehr Neubaugebieten, während die Ortskerne veröden.

VdW-Direktor Tausendpfund zeigte sich hingegen aufgeschlossen für die Unterstützung von Neubaugebieten. "Man kann sich zum Beispiel einen Bonus bei der Landesförderung für Kommunen vorstellen, die mehr Bauland ausweisen", sagte er. Vor allem müssten die Kommunalpolitiker selbst dann Bauland schaffen, wenn es Bürgerproteste dagegen gebe. Auch die Mitgliedsunternehmen des VdW seien gefragt. So müssten sie Lösungen für generationenübergreifendes Wohnen umsetzen, beispielsweise nach dem sogenannten Bielefelder Modell. Konkret verlangte Tausendpfund von der Politik bessere Förderkonditionen für den sozialen Wohnungsbau in ländlichen Regionen.

Die Ministerpräsidentin bremst den Appetit auf Förderung

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bremste als Gastrednerin den Eifer der Verbandsvertreter etwas ab. Es werde wohl nicht funktionieren, die Ausweisung von Wohngebieten über den kommunalen Finanzausgleich zu belohnen. Dazu gebe es viel zu viele widerstreitende Interessengruppen, die ebenfalls in diesem schon sehr komplizierten System berücksichtigt werden wollen. "Das ist vermintes Gelände", warnte Dreyer. Auch wenn die Unternehmen im VdW sich vor allem mit Mietwohnungsbau beschäftigen, dürfe man nicht vergessen, dass auf dem Land das Eigenheim immer noch die beliebteste Wohnform sei. Und schließlich verteidigte sie Instrumente wie die Mietpreisbremse, die reduzierte Modernisierungsumlage oder gar den Mietenstopp, die ihre Parteifreunde entweder durchgesetzt oder in die Debatte eingebracht haben. Zumindest die Diskussion darüber sei sinnvoll.

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