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Märkte | 09.08.2018

Von Christine Rose

In diesem Artikel:

Speckgürtel werden interessanter für Institutionelle

Quelle: <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>, Urheber: Andreas Locke
Freising statt München. Aufgrund der hohen Mieten und Kaufpreise in der Landeshauptstadt weichen viele Berufstätige ins Umland aus.

Quelle: pixelio.de, Urheber: Andreas Locke

Die Konzentration von Arbeitsplätzen auf Städte bei gleichzeitig begrenztem bezahlbaren Wohnungsangebot für Beschäftigte führt zu immer längeren Pendlerströmen aus dem Umland der Großstädte rein in die Zentren. Quantum Immobilien sieht denn auch Standorte im Speckgürtel der sieben Top-Städte für institutionelle Investoren "immer interessanter" werden - so diese Standorte gut an die Großstädte angebunden sind und dort Geschosswohnungen entstehen.

Die Zahlen sind beeindruckend: Im Jahr 2015 pendelten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge Tag für Tag rund 383.000 Berufstätige von außerhalb nach München. Nach Frankfurt kamen 362.000 Arbeitnehmer, nach Hamburg 346.000 und rein nach Berlin 309.000. Und der Pendlerstrom nimmt zu, in der Vergangenheit am stärksten in Berlin: Dort wurden fünf Jahre zuvor, also im Jahr 2000, knapp 130.000 Pendler weniger gezählt. Das ist in einer von Quantum veröffentlichten Analyse zu lesen, die sich aus mehreren Quellen, unter anderem Zahlen der Bundesarbeitsagentur und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) speist. Letzteres meldete im vergangenen Jahr, dass immer größere Entfernungen zurückgelegt werden: Durchschnittlich 14,6 km im Jahr 2000, fünf Jahre später dann 16,8 km.

Alle sieben Top-Städte verlieren Einwohner ans Umland

Aufgrund hoher Mieten, Kaufpreise und Lebenshaltungskosten haben laut dem Quantum-Papier "alle Top-7-Städte in den vergangenen Jahren zumindest gegenüber dem unmittelbaren Umland Wanderungsverluste hinnehmen müssen". Berlin bespielsweise verlor im Jahr 2015 netto rund 10.000 Einwohner an Potsdam und die benachbarten Landkreise in Brandenburg. Das entspricht 2,8 Menschen pro 1.000 Einwohner. Spitzenreiter ist Stuttgart mit 6,5 Weggezogenen pro 1.000 Einwohnern, gefolgt von München (-5,6) und Frankfurt (-5,4).

Die Märkte im Umland entwickeln sich laut Quantum unterschiedlich. Weil der Druck auf den Münchner Markt enorm sei und im Umland längst nicht so viel gebaut werde wie notwendig, seien die Mieten im Speckgürtel der Landeshauptstadt in den vergangenen Jahren stark gestiegen - in einigen Städten wie Freising und Ebersberg gar stärker als in München selbst. Dagegen sind für Berlin, sein Umland und weiter entfernt liegende Städte deutliche Mietpreisgefälle und auch unterschiedlich kräftige Anstiege der Mieten festzustellen, heißt es. Interessant sind für Pendler demnach an der S-Bahn gelegene Mittelstädte mit einem eigenen historisch gewachsenen Stadtkern, gegenüber Berlin niedrigeren Mieten und Kaufpreisen und einer akzeptablen Pendelzeit in die Bundeshauptstadt. Zahlen verdeutlichen das: Stieg im engeren Umland Berlins die Miete von 2014 bis 2018 um 16,7%, ging es in Königs Wusterhausen um 32,4% nach oben, in Oranienburg und Schönefeld ebenfalls um mehr als 30%.

Quantums Fazit lautet, dass die "Marktspannung der Metropolen zunehmend auf ihr jeweiliges Umland überschwappt" - und der Speckgürtel für institutionelle Anleger damit "immer interessanter" wird.

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