Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Anlagen | 06.08.2018

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:

La Française glaubt an Retail und parkt Fonds nur zwischen

Der französischstämmige Investmentmanager La Française Real Estate Partners parkt zwei Fonds, die in deutsche Einzelhandelsimmobilien investieren sollen, in der Schublade. U.a. deshalb, weil das Stimmungsbarometer vieler potenzieller Anleger zurzeit eher nicht auf Retail zeigt, wie Deutschland-Geschäftsführer Jens Göttler erklärt. Doch aufgehoben soll nicht aufgeschoben sein: "Basic Retail ist in Deutschland nach wie vor Klasse". Und der 2011 von La Française aufgelegte Pan European Urban Retail Fund1, der in Geschäftshäuser hierzulande investiert hat, "läuft wirklich hervorragend".

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek
Jens Göttler lässt sich die Stimmung von Abgesängen auf die Immobilien-Assetklasse Retail nicht vermiesen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Vor allem viele englische und französische Immobilieninvestoren fassen Einzelhandelsobjekte zurzeit mit spitzen Fingern an, wie die halbjährliche Investorenumfrage von Union Investment vergangene Woche zu Tage förderte. Und auch von den deutschen Anlegern fährt so mancher aktuell eine Vermeidungsstrategie. "Im Moment herrscht tatsächlich so eine allgemeine Stimmung, die Einzelhandelsimmobilienfonds nicht gerade an Prio eins hievt", bestätigt Göttler. Das sei aber nur einer von zwei Gründen, weshalb La Française zwei Fonds mit Fokus auf Retail made in Germany "erstmal zurückgestellt" hat. Der andere Grund: "Zwei Fonds in Frankreich nehmen derzeit unsere Fundraising-Teams prioritär in Beschlag." Eines dieser Produkte ziele u.a. auch auf Handelsimmobilien, der andere auf Büroimmobilien.

LF Konsumfonds Deutschland und Nachfolger von Pan European Urban Retail Fund1 in der Warteschleife

Einer der beiden "zurückgestellten" Fonds ist der LF Konsumfonds Deutschland. Er wurde im Herbst 2016 lanciert und sollte das erste Fondsprodukt werden, das La Française für deutsche Investoren auflegte. La Française plante 250 Mio. bis 280 Mio. Euro bei deutschen institutionellen Anlegern einzusammeln und so eine Feuerkraft von 400 Mio. Euro zu entwickeln. Im Visier hat(te) man Nahversorger, Fachmarktzentren, Supermärkte und Discounter, aber auch innerstädtische Geschäftshäuser. Göttler und sein Team bekamen bei der Investorenansprache besagte Zurückhaltung von Investoren gegenüber dem Thema Handel zu spüren.

Der andere Fonds, der auf Eis gelegt wurde, sollte - nach dem Vorbild seines Vorgängerfonds Pan European Urban Retail Fund1 (PURetail Fund1) - ausschließlich Geschäftshäuser in deutschen Einkaufsstraßen kaufen. Auch er wurde "geparkt": "Sicher, wir haben ein Stück weit mit damit zu kämpfen, dass Einzelhandel pauschal als schwierig und kritisch gesehen wird." Hinzu komme, dass "jede Menge Wettbewerbsprodukte" für Retail-Investments in Deutschland "am Markt" seien.

Asset-Manager will einen zweiten Anlauf nehmen

In der Versenkung verschwinden lassen will La Française die beiden Fonds definitiv nicht, wie Göttler versichert: "Geparkt heißt nicht komplett ad acta gelegt." Erstens habe die Union-Umfrage bestätigt, dass deutsche Anleger der Assetklasse Einzelhandel mehrheitlich positiv gegenüberstünden. (Tatsächlich gaben 86% der befragten Briten und 70% der Franzosen zu Protokoll, sie wollten Einzelhandelsimmobilien in den kommenden zwölf Monaten links liegen lassen, während das von den deutschen Investoren nur 40% sagten.) Und zweitens bedürfe es einer differenzierten Betrachtung: "Okay, für die USA oder UK teile ich diese Meinung absolut. Einzelhandelsfonds lohnen sich da im Moment wirklich nicht. Aber für Deutschland fällt uns schon noch eine ganze Menge ein", gibt sich Göttler zuversichtlich.

"Kein Objekt, in dem wir Mietreduktionen erlitten hätten"

Man dürfe die Assetklasse Retail nicht pauschal schlechtreden, mahnt Göttler: "Gut, bei Shoppingcentern wäre ich tatsächlich ein Stück weit vorsichtig. Hier muss man schon sehr genau hinschauen." Basic Retail - Schrägstrich Nahversorgung - sei jedoch "in Deutschland nach wie vor Klasse". Insbesondere die großen Lebensmitteleinzelhändler bzw. -discounter hätten ihre Konzepte enorm weiterentwickelt und böten Kunden mittlerweile regelrecht Einkaufserlebnisse.

Und auch der innerstädtische Handel hat es Göttler angetan: Der 2011 aufgelegte Pan European Urban Retail Fund1 (PURetail Fund1), um den sich La Française (Asset-Manager) gemeinsam mit Aberdeen Standard (Fondsmanager) kümmert und der in Geschäftshäuser in "sehr guten, aber keinen Top- Lagen" investiert, habe bei Anschlussvermietungen "deutlich zweistellige Mietsteigerungen" erzielt. Und es gibt kein Objekt, wo wir Mietreduktionen erlitten hätten", betont Göttler. Das erste Closing für den PURetail Fund1 erfolgte 2011, die Investments für diesen Fonds wurden zwischen 2012 und 2015 getätigt. Beispielhaft nennt Göttler die Kasernenstraße in Düsseldorf und die Mitttelstraße in Köln. Mittlerweile werden die ersten Gebäude wieder verkauft.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!