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Märkte | 13.09.2017

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:

Mietbelastung bringt Großstadt-Haushalte auf Hartz-IV-Niveau

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Emma Arnold
In den Großstädten müssen 40% der Haushalte mehr als ein Drittel ihrer Einkünfte für die Miete aufbringen.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Emma Arnold

Ein ziemlich dramatisches Bild von der Mietbelastung deutscher Haushalte vermittelt eine neue Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Danach müssen rund 40% der Haushalte (5,6 Mio.) in deutschen Großstädten mehr als 30% ihres Nettoeinkommens aufwenden, um ihre Miete (bruttokalt) zu zahlen. Bei gut 1 Mio. Haushalte in 77 deutschen Großstädten geht sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete drauf.

Für etwa 1,3 Mio. Großstadt-Haushalte wird es laut Studie noch schwieriger. Sie haben nach Abzug der Mietzahlung nur noch ein Resteinkommen, das unterhalb der monatlichen Hartz-IV-Regelsätze (rund 370 Euro pro Person) liegt. Das sind einige Ergebnisse einer von der Böckler-Stiftung geförderten Studie der Berliner Humboldt-Universität. Ausgewertet dafür wurden Daten des Mikrozensus 2014. Die Untersuchung geht davon aus, dass rund 80% der Großstadtbewohner mit angespannten Mietmärkten konfrontiert sind, das entspricht rund 20,4 Mio. Menschen.

Wachsende Ungleichheit

Die Daten belegen laut Studie auch, dass Menschen mit geringem Einkommen eine höhere Mietbelastungsquote haben als wohlhabende Haushalte, weil auch für Wohnungen mit einfacherem Standard relativ hohe Mieten zu zahlen sind. So liegt der Medianwert bei den Haushalten, die weniger als 60% des mittleren Einkommens haben, laut Studie bei 7,20 Euro/qm. Haushalte, die über mehr als 140% des Einkommensmittels verfügen, zahlen im Schnitt 8,10 Euro/qm. Entsprechend gravierend sind die Unterschiede bei der Belastungsquote: Während die Haushalte mit höherem Einkommen im Mittel 17,2% davon für die Bruttokaltmiete aufwenden müssen, sind es bei den Haushalten an der Armutsgrenze 39,7%. Das Fazit der Studie: "Die Wohnbedingungen sind damit nicht nur Spiegel bestehender Ungleichheit, sondern tragen auch selbst durch die hohe Mietkostenbelastung zu einer wachsenden Ungleichheit bei."

Hohe Belastung in Hamburg und Offenbach

Die hohen Belastungsquoten sind dabei laut Studie nicht auf bestimmte Regionen oder Stadttypen begrenzt. So finden sich unter den zehn Städten mit der höchsten Mietbelastungsquote (im Mittel über 28%) vergleichsweise wohlhabende Metropolen wie Hamburg oder Düsseldorf, aber auch Bremerhaven oder Offenbach. Auch in einigen mittleren Großstädten wie Bonn, Mannheim oder Neuss liege die relative Mietbelastung deutlich über dem deutschen Mittel. Bei den zehn Städten mit den niedrigsten Quoten (21% bis 24%) sei ebenfalls kein klares Muster zu erkennen. Allerdings sind ostdeutsche Großstädte wie Leipzig, Dresden, Erfurt oder Magdeburg relativ stark vertreten.

Eine Mietbelastungsquote von mehr als 30% des Haushaltseinkommens gilt bei Sozialwissenschaftlern als bedenklich. Auch viele Vermieter ziehen dort eine Grenze, weil sie zweifeln, dass sich der Mieter die Wohnung dauerhaft leisten kann.

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