IMMOBILIEN ZEITUNG – AKTUELLE AUSGABE

Immobilien Zeitung vom 18.12.2008

Institutionelle Investoren

Immobilie bleibt beliebt

Deutsche Institutionelle wollen weiter in Immobilien investieren. Bis zum Jahr 2011 soll die Immobilienquote im Gesamtanlagevermögen von aktuell durchschnittlich 7% auf 7,5% steigen. Das entspricht nach Berechnungen von Feri einem potenziellen Investitionsvolumen von 12,5 Mrd. Euro.

In einer repräsentativen Markterhebung erforschte Feri EuroRating Services die Präferenzen von 150 Versicherungen, Banken, Pensionseinrichtungen, Unternehmen, Kirchen und Stiftungen. Bereits in den vergangenen vier Jahren haben die untersuchten Institutionellen den Immobilienanteil um 10 Mrd. Euro erhöht. Legt man bis 2011 ein Wachstum der institutionellen Gesamtanlagen um weitere 100 Mrd. Euro zugrunde, erhöht sich das bei dieser Anlegergruppe vorhandene Immobilienvermögen von 70 Mrd. Euro um 18% auf 82,5 Mrd. Euro.

Der größte Brocken entfällt dabei auf die Versicherer und die Altersvorsorgeeinrichtungen, die rund drei Viertel des institutionellen deutschen Immobilienvermögens managen. Wenn die Versicherer ihre Ankündigung wahrmachen und ihre Immobilienquote binnen drei Jahren von 5,1% auf 6,1% ausbauen, entspricht dies nach Berechnung von Jörg Grünberg, Leiter Institutional Market Research bei Feri, einem Zuwachs um rund 6,5 Mrd. Euro auf dann 43,5 Mrd. Euro. Die Altersversorger wollen von 9,4% auf 10,3% erhöhen, was einen Anstieg um 20% auf 15 Mrd. Euro bedeutet.

Auch wohin das viele Geld vornehmlich fließen soll, haben die Feri-Researcher abgefragt. Zum einen geht das Outsourcing beim Management der Immobilienanlagen, überwiegend in Fonds unterschiedlichster Rechtsformen, ungebremst weiter. Bis Ende 2011 soll der Anteil extern gemanagten Immobilienvermögens zulasten der Direkt­anlagen auf 52,1% steigen. Zwischen 2006 und 2008 hatten die Institutionellen die Outsourcing-Quote bereits um zehn Prozentpunkte auf aktuell 43% erhöht.
Außerdem will man den Inlandsanteil weiter deutlich abbauen. Nachdem in den letzten beiden Jahren vor allem Objekte in B-Standorten verkauft und massiv in deutsche A-Städte umgeschichtet wurde, soll künftig auch das Gewicht der A-Zentren um 5,5 Punkte reduziert werden. Investiert wird stattdessen in Nordamerika, Westeuropa (je ca. +2,5%) und anderen Auslandsstandorten. Bei den Nutzungsarten haben sich die Anleger den Abbau ihrer Büro-Bestände vorgenommen. Um 5,2 Prozentpunkte soll deren Gewicht in den Portfolios sinken. Allerdings machen Büros auch dann noch rund 50% des institutionellen Immobilienbestands aus, wie Helmut Knepel, Vorstand der Feri EuroRating Services, betont. Mehr Gewicht erhalten sollen Einzelhandel (+2,5 Punkte) und Logistik (+2,4 Punkte). Kein Wunder: Hier rechnen die Institutionellen bis 2011 in Europa mit einer besseren Gesamtperformance als bei Büros. (mol)

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