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Flüchtlinge in Deutschland

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Hunderttausende Menschen suchen in Deutschland Zuflucht vor Krieg und Elend. Das treibt seit Monaten nicht nur die Politik um, sondern auch die Immobilienwirtschaft: Bestandshalter und Projektentwickler bemühen sich um Wohnraum für die Flüchtlinge. Planer entwickeln Unterkünfte, die mit kurzer Bauzeit und geringen Kosten eine menschenwürdige Herberge bieten sollen.

Sowohl Sammellager für die Erstaufnahme als auch dauerhafte Wohnungen für Flüchtlinge sind gefragt. Verlassene Kasernen werden hergerichtet, Büro- und Gewerbeimmobilien umgebaut. Politik und Branchenverbände wälzen Vorschläge, wie sich diese Herausforderungen meistern lassen. Nicht zuletzt haben die Flüchtlinge auch die Diskussion um ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum in den Ballungsgebieten erneut angeheizt.

Die Immobilien Zeitung begleitet sowohl die politischen Diskussionen als auch konkrete Projekte der Immobilienwirtschaft rund um die Versorgung der Schutzsuchenden.

Chronologie

Dezember 2016

  • Zum Jahresende erscheinen mehrere Statistiken: Rund 5000 Migranten sind 2016 im Mittelmeer ertrunken. 55.000 Flüchtlinge haben Deutschland freiwillig verlassen, rund 34.000 fanden seit Dezember 2015 einen Arbeitsplatz und 406.000 suchen Arbeit. Rund 50.000 neue Stellen sind als Folge der Zuwanderung entstanden. Im Jahr 2016 gab es knapp 1000 Anschläge auf Flüchtlingsheime.
  • Der Mord an einer Studentin in Freiburg und der LKW-Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verschärft die Diskussion über Kriminalität und Terrorismus unter Flüchtlingen.

Oktober 2016

  • Die französische Polizei räumt das Flüchtlingslager Dschungel von Calais.
  • Expo Real in München: Das Flüchtlingswohnen, 2015 noch eines der zentralen Messethemen, nimmt spürbar weniger Raum ein.

September 2016

  • Die Bundesregierung korrigiert die Schätzungen der eingereisten Flüchtlinge nach unten. Demnach suchten im Jahr 2015 rund 890.000 Menschen in Deutschland Schutz.
  • Ein Positionspapier der CSU, das unter anderem Burkaverbot und eine Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft umfasst, befeuert die Debatte über die Flüchtlingspolitik erneut.

Juli 2016

  • Der Bundestag verabschiedet das Integrationsgesetz. Es macht unter anderem Wohnortauflagen für Flüchtlinge möglich.

Juni 2016

  • Deutlich mehr Flüchtlinge als in den Monaten zuvor versuchen per Boot von Nordafrika nach Europa zu gelangen. Die hohen Zahlen des Vorjahrs werden jedoch nicht erreicht.

Mai 2016

  • Der Bundestag erklärt Marokko, Algerien und Tunesien zu „sicheren Herkunftsstaaten“. Bürger dieser Länder bekommen damit in der Regel kein Asyl mehr.
  • Die griechische Regierung lässt das Flüchtlingscamp Idomeni an der Grenze zu Mazedonien räumen. Es hatte zuvor wegen besonders harter Lebensbedingungen der Bewohner Schlagzeilen gemacht.

April 2016

  • Der Austausch von Flüchtlingen zwischen EU und Türkei läuft an. In den kommenden Monaten werden die Zahlen aber weit hinter den Erwartungen zurückbleiben.
  • In Deutschland kommen spürbar weniger Flüchtlinge an. Erste Notunterkünfte werden geschlossen.

März 2016

  • Das Bundeskabinett plant für den Haushaltsentwurf 2016 insgesamt 1,3 Mrd. Euro mehr für den Wohnungsbau ein, nicht zuletzt, um Flüchtlinge unterzubringen.
  • Die Schließung der Balkanroute zeigt Wirkung: Erste Notunterkünfte in Deutschland werden geschlossen, da nur noch wenige Flüchtlinge nachkommen.
  • Nach fast halbjährigen Verhandlungen willigt die Türkei ein, Flüchtlinge an der Weiterreise nach Europa zu hindern und erhält im Gegenzug Zusagen über Geldzahlungen und eine regulierte Abnahme eines Teils der Flüchtlinge.
  • Die Partei AfD, die eine gegen Flüchtlinge gerichtete Politik verfolgt, fährt bei drei Landtagswahlen große Erfolge ein.

Februar 2016

  • Der Bundestag beschließt das bereits im November formulierte Asylpaket II. Es benennt mehr sichere Herkunftsstaaten, schränkt den Familiennachzug ein und erleichtert Abschiebungen.
  • Die ersten Hotspots zur Flüchtlingsregistrierung in Griechenland nehmen mit dreimonatiger Verspätung die Arbeit auf.
  • An der griechisch-mazedonischen Grenze sammeln sich immer mehr Menschen an, die dort unter schwierigen Umständen im Freien campieren.
  • Mehrere Balkanstaaten schließen ihre Grenzen dauerhaft für Schutzsuchende aus Richtung Griechenland.
  • Das Bundeskabinett verabschiedet den Gesetzentwurf zur Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau. Die dadurch erhofften neuen Wohnungen sollen auch bei der Beherbergung Schutzsuchender aus dem Ausland helfen.

Januar 2016

  • Österreich beschließt Obergrenzen für die Flüchtlingsaufnahme.
  • Eine intensive Diskussion über dauerhafte Wohnortauflagen für anerkannte Asylberechtigte beginnt.
  • Das Bundeskriminalamt hat im Jahr 2015 insgesamt 924 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte registriert - mehr als viereinhalbmal so viele wie 2014.
  • Übergriffe gegen Frauen bei verschiedenen Silvesterfeiern, an denen auch Flüchtlings beteiligt waren, verschärfen die politische Debatte.
  • Die Bundesregierung bilanziert für das Jahr 2015 rund 1,1 Mio. einreisende Schutzsuchende. Lediglich 283.000 Asylanträge wurden im Jahresverlauf entschieden.

Oktober/November 2015

  • Mehrere Einschränkungen des Asylrechts treten in Kraft: schnellere Abschiebung insbesondere von Balkan-Flüchtlingen, Aufbau von Asylzentren, eingeschränkter Familiennachzug, Schutzstatus nur noch für ein Jahr.

Oktober 2015

  • Ungarn sperrt seine Grenze nach Kroatien mit Stacheldraht.
  • Die KfW stockt ihr Sonderprogramm zum Bau von Sammelunterkünften auf 1 Mrd. Euro auf.
  • Bundestag und Bundesrat beschließen Lockerungen des Baurechts für die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften.

September 2015

  • Die Bundesregierung beschließt neue Regeln zum Asyl und zur Finanzierung der Flüchtlingsbetreuung: unter anderem Kopfpauschalen, 500 Mio. Euro mehr für den sozialen Wohnungsbau, Sachleistungen statt Bargeld, erleichterte Abschiebung und Bereitstellung von Bundesliegenschaften.
  • Gesetzesinitiativen mehrerer Bundesländer zur vereinfachten Beschlagnahmung von Immobilien als Flüchtlingsunterkünfte werden bekannt.
  • Der Versuch einer Neuregelung der Flüchtlingsverteilung in der EU scheitert weitgehend, lediglich eine Umverteilung von 120.000 Menschen wird vereinbart.
  • Ungarn beginnt mit dem Bau eines Zauns an der Grenze nach Kroatien.
  • Erste Hochrechnungen gehen von einem deutlich gesteigerten Bedarf an Wohnungen wegen der Flüchtlinge aus. Mehrere Verbände greifen dies mit Forderungen nach stärkerem Wohnungsneubau auf.
  • Regierungsparteien, Bundesregierung und Länder einigen sich auf ein Pakt zur Bewältigung der Lage: unter anderem höhere Soforthilfen, mehr Personal bei der Bundespolizei, 300 Mio. Euro für den Bau von Unterkünften über ein KfW-Programm, Kosovo, Albanien und Montenegro als sichere Herkunftsstaaten.

August/September 2015

  • Mehrfach ändert Deutschland die Anwendung des Dubliner (Rückführung von Flüchtlingen in Länder ihrer ersten EU-Registrierung) und des Schengener Abkommens (Verzicht auf Grenzkontrollen). Diplomatische Spannungen in der EU sowie chaotische Szenen an Grenzübergängen und dem Bahnhof von Budapest sind die Folge.

August 2015

  • Mehrere Kommunalpolitiker fordern die Beschlagnahmung von Immobilien zur Unterbringung Schutzsuchender.
  • Bundeskanzlerin Merkel gibt in einem Interview die Parole „Wir schaffen das." zum Umgang mit den Flüchtlingen aus. Der Spruch entwickelt sich zum geflügelten Wort.
  • Mehr als 70 Menschen werden in Österreich tot in einem Schlepper-LKW gefunden.
  • Proteste und Ausschreitungen gegen Flüchtlingsunterkünfte erreichen in der sächsischen Stadt Heidenau einen neuen Höhepunkt. Auch Bundeskanzlerin Merkel wird beschimpft.
  • Die Bundesregierung erhöht die Flüchtlingsprognose für das Jahr 2015 zuerst auf 650.000 und wenige Tage später auf 800.000.

Juli 2015

  • Ungarn beginnt mit dem Bau eines Zauns an der Grenze zu Serbien.
  • Die Begegnung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und einem weinenden Flüchtlingsmädchen löst ein großes Medienecho aus
  • Die Bundesregierung weitet die Möglichkeiten der Behörden aus, Flüchtlinge zu inhaftieren und abzuschieben, erleichtert aber die Integration von Menschen, deren Abschiebung ausgesetzt wurde.
  • Nach Auswertung der UNO sind inzwischen rund 4 Mio. Syrer vor dem Bürgerkrieg außer Landes geflohen.

Juni 2015

  • Die Bundesregierung verdoppelt ihre Soforthilfe zur Flüchtlingsunterbringung an die Länder auf 1 Mrd. Euro im laufenden Jahr.

Mai 2015

  • Die Bundesregierung erhöht ihre Schätzungen auf 400.000 Asylbewerber im Jahr 2015.
  • Schiffe der Bundeswehr nehmen erstmals an Rettungsaktionen im Mittelmeer teil.

April 2015

  • Das Statistische Bundesamt gibt bekannt, dass der Flüchtlingszustrom den Bevölkerungsrückgang in Deutschland spürbar verlangsamen wird.
  • Mehr als 800 Menschen sterben beim Untergang mehrerer Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer. Anschließend weitet die EU ihre Marine-Rettungsmission aus.
  • Ein geplantes Flüchtlingsheim im sächsischen Tröglitz wird in Brand gesteckt und örtliche Politiker werden bedroht.

Dezember 2014

  • Die Bundesregierung bilanziert die Asylanträge im gesamten Jahr auf fast 203.000 – rund 60% mehr als im Vorjahr.
  • Die CSU erfährt aus anderen Parteien wenig Gegenliebe für den Vorschlag, dass Migranten zu Hause zum Deutschsprechen verpflichtet werden sollen.
  • Die Bundesregierung beschließt die vereinfachte Ausweisung straffällig gewordener Ausländer, darunter auch geduldete Flüchtlinge. Im Gegenzug soll der langfristige Aufenthalt für gut integrierte Menschen einfacher werden.

November 2014

  • Bund und Länder einigen sich auf die Angleichung der Leistungen für Flüchtlinge an den Hartz-IV-Satz und auf einen Bundeszuschuss von jeweils 500 Mio. Euro zur Flüchtlingsunterbringung in den Jahren 2015 und 2016.
  • Der Bundestag genehmigt den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Gewerbegebieten.

Oktober 2014

  • Erster Bund-Länder-Gipfel zur Flüchtlingsunterbringung.
  • In Dresden formieren sich Demonstrationen gegen Asylbewerber. Daraus wird eine Bewegung unter dem Namen "Pegida".

September 2014

  • Fälle von Misshandlungen durch Wachpersonal in mehreren Flüchtlingsheimen in Nordrhein-Westfalen werden bekannt.
  • Mehr als 450 Flüchtlinge sterben bei einem Schiffsunglück auf dem Mittelmeer.

Juli 2014

  • Der Bundestag stuft Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien als sichere Herkunftsländer ein.

Dezember 2013

  • In Deutschland wurden im Jahr 2014 rund 127.000 Asylanträge gestellt, fast 50.000 mehr als im Vorjahr. In ersten Städten entwickelt sich die Suche nach Unterkünften zu einem ernsten Problem.
  • Die schlechten Zustände in den Flüchtlingslagern auf der italienischen Insel Lampedusa erregen internationales Aufsehen.

Oktober 2013

März 2013

  • Die Zahl der Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg übersteigt eine Million. Deutschland erklärt sich bereit, 5.000 Menschen aufzunehmen.

Dezember 2012



Die Chronologie anzeigen

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25.11.2016

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24.11.2016 | IZ 47/2016, S. 22

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20.10.2016 | IZ 42/2016, S. 20

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Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket. Rainer Nagel, Bundesstiftung Baukultur, fordert mehr Mut. … mehr

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Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket. Weil die Zahl der in Berlin strandenden Flüchtlinge abnimmt, will Berlin bis zum Ende dieses Jahres weniger Containerdörfer errichten als ursprünglich geplant. Statt 30 sollen jetzt nur noch 18 dieser sogenannten … mehr

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Baubranche im Sommerhoch

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