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Politik | 14.06.2018

Aus IZ24/2018, S. 2

Von Jürgen Michael Schick

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Immobilienverband Deutschland (IVD), ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss
  • Personen:
    Jürgen Michael Schick
  • Immobilienart:
    Wohnen

Wenn Politiker für Enteignung agitieren

Für Jürgen Michael Schick, Präsident des Maklerverbands IVD, wird die Immobilienbranche von zu vielen Politikern als Klassenfeind gesehen, bei dem das Grundrecht auf Eigentum verzichtbar ist.

Quelle: Jürgen Michael Schick
IZ

Quelle: Jürgen Michael Schick

Liebe Politiker des eher linken Spektrums, mit Befremden muss ich feststellen, dass Sie mit immer mehr Vehemenz die eigentumsfeindliche Stimmung in unserem Land schüren. Sie dulden nicht nur, sondern Sie agitieren sogar für Hausbesetzungen, für Enteignungen und für gewalttätige Übergriffe.

Meinen Sie wirklich, dass Eigentum rechts ist und Mieten links? Dass Eigentümer immer "neoliberal" sein müssen und Mieter stets "sozial" ? Dass Kommune und Genossentum per se gut und Eigenverantwortung per se schlecht sein sollen? Das ist nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts mit sozialistischen Doktrinen, von denen sich auch große Teile Deutschlands bis heute nicht erholt haben, ein Lehrstück der Unbelehrbarkeit (letzteres gilt für beide Seiten der politischen Radikalen).

Diese Woche steht ganz im Zeichen der Immobilienwirtschaft, die immerhin für beinahe 11% des deutschen BIP verantwortlich ist und rund 470.000 Menschen in Lohn und Brot hält. Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA hat den Tag der Immobilienwirtschaft abgehalten, der IVD lädt zum Deutschen Immobilientag.

Statt dass die Politik sich parteiübergreifend mit den Belangen, Sorgen, Herausforderungen, aber auch Antriebsfedern, Ideen und Zielen dieses gewichtigen Wirtschaftszweigs auseinandersetzt, hagelt es insbesondere vonseiten des linken Parteienspektrums immerzu Kritik, hinzu kommen Vorschläge wie z.B. zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen. Es hagelt darüber hinaus Flaschen und Steine, wenn Projektentwickler in lebendigen Quartieren Neubau errichten wollen.

Mitglieder von Kommunal- und Landesregierungen begrüßen Hausbesetzungen, auf Demonstrationen werden Banner mit "Kill your Landlord" gehisst und Behördenleiter rufen zu "radikalen Selbsthilfemodellen" auf, womit ganz sicher nicht gemeint ist, Petitionen einzureichen und Rosen zu verteilen. Eigentum ist durch das Grundgesetz geschützt - doch mit Blick auf das Eigentum an Immobilien wird dieses Grundrecht zunehmend infrage gestellt.

Dass dies allein schon aus ökonomischer und sozialer Sicht gefährliche Folgen haben wird, ist selbsterklärend: Man schaue nur auf die Wohnverhältnisse in der ehemaligen DDR, der ehemaligen Sowjetunion oder auch heute noch in Venezuela und in Kuba. Die Aushöhlung des Eigentumsgrundrechts nährt noch weit Gefährlicheres. Denn wer zu Enteignung, Radikalisierung und am Ende zu Gewalt aufruft, zielt nicht auf den Zusammenhalt der Gesellschaft, sondern auf deren Spaltung.

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