Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Anlagen | 07.06.2018

Aus IZ23/2018, S. 2

Von Andreas Muschter

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Commerz Real
  • Organisationen:
    Europäische Zentralbank (EZB)
  • Personen:
    Andreas Muschter

Keine Angst vor der Zinswende

Immobilienanlagen sind zwar zinssensibel, dennoch müssen steigende Zinsen die Investoren nicht zwangsläufig unter Druck setzen, meint Andreas Muschter, Chef der Commerz Real. Außerdem ist noch genug Zeit, das eigene Portfolio wetterfest zu machen.

Quelle: Commerz Real
Andreas Muschter.

Quelle: Commerz Real

Wann steigen die Zinsen und hat der Preisboom ein Ende? Schließlich dauert die kräftige Hausse bei den Immobilienpreisen nun schon sehr lange an. Irgendwann muss einmal Schluss sein, wird in den Medien und am Markt diskutiert. Man schaue sich nur die Aktienmärkte an: sinkende Kurse, steigende Volatilitäten, erhöhte Anleihezinsen, wenn auch auf historisch weiterhin niedrigem Niveau. Sind das nicht vorweggenommene Reaktionen auf eine mögliche neue Zinslandschaft?

Mir machen steigende Zinsen keine Angst. Sicherlich: Der reinen Lehre zufolge werden die Immobilienwerte wieder sinken, wenn die Zinsen steigen. Und dass das anhaltend niedrige Zinsniveau in den vergangenen Jahren seinen Anteil an der Wertentwicklung von Immobilien hatte und vereinzelt zu Übertreibungen geführt hat, wird niemand ernsthaft bestreiten: Erstens sind Immobilienfinanzierungen bei niedrigen Zinsen günstiger, was die Nachfrage ankurbelte. Zweitens sind Investoren in einem Niedrigzinsumfeld auch mit geringeren Mietrenditen zufrieden und daher zu höheren Kaufpreisen bereit.

Aber nun im einfachen Umkehrschluss zu meinen, dass sich diese Effekte bei steigenden Zinsen ins Gegenteil verkehren, greift viel zu kurz. Etwaige Erhöhungen finden nicht im luftleeren Raum statt, und derzeit befinden wir uns in einem konjunkturellen Umfeld, das beinahe weltweit von positivem Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit geprägt ist. Die Flächennachfrage steigt, die Leerstände sinken - und damit erhöhen sich tendenziell die Mieten. Für langfristige Bestandshalter ist dies ausschlaggebender als kurzfristige Wertkorrekturen. Letztere muss sowieso nur derjenige fürchten, der zum Verkauf gezwungen ist, und ich sehe keine Entwicklung, die eine Verkaufswelle hervorrufen könnte. Und selbst wenn: Käufern bieten sich dann eher attraktive Gelegenheiten.

Aus meiner Sicht ist es aber ohnehin noch viel zu früh, um in der Eurozone schon vom Durchbruch der Zinswende zu sprechen. Die Zinsen für Bundesanleihen haben sich auf einem aktuell zwar etwas höheren, aber im historischen Vergleich weiterhin niedrigen Niveau eingependelt. Die Europäische Zentralbank hat ihr Anleihekaufprogramm bis Oktober 2018 verlängert und wird Anhebungen des Leitzinses, die angesichts der aktuellen Italienkrise alles andere als sicher sind, frühestens 2019 ins Auge fassen. Für Immobilieninvestoren bleibt damit noch genug Zeit, ihr Portfolio auch für ein möglicherweise ungünstigeres Szenario wetterfest zu machen.

Weitere kostenfreie Marktberichte finden Sie im IZ-Shop:

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!