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Märkte | 01.06.2018

Aus IZ22/2018, S. 2

Von Harald Ortner

In diesem Artikel:

Lebensmittel sind nicht online-immun

Investoren lieben neuerdings den Lebensmittelhandel, weil sie meinen, sein Geschäft sei durch Amazon & Co. nicht bedroht. Ein Fehler, warnt Harald Ortner, Geschäftsführer der HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft.

Urheber: Harald Ortner, Quelle: HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH
Harald Ortner.

Urheber: Harald Ortner, Quelle: HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH

Die Entwicklung des Einkaufens via Internet hat dazu geführt, dass die klassischen Leitbranchen der Shoppingcenter, nämlich Bekleidung, Schuhe, Unterhaltungselektronik und Bücher, in Bedrängnis kamen und mittlerweile beachtliche Umsatzanteile in diesen Sortimenten nicht mehr stationär, sondern "von der Couch aus" getätigt wurden. Aber nicht nur die Mieter der Shoppingcenter hatten kein Gegenmittel gegen die übermächtige Konkurrenz, sondern auch die Entwickler waren zum großen Teil ratlos. Große Namen zogen sich offiziell zurück und erklärten die Entwicklung von neuen Centern zum Auslaufmodell. Gestützt wurde die Abwehrhaltung dadurch, dass die von eben diesen Entwicklern vor zehn oder mehr Jahren abgeschlossenen Mietverträge in den eigenen Centern zum Auslauf kamen und in der Nachvermietung angesichts der Umsatzrückgänge geringere Mieten erzielt wurden.

Der Lebensmittelhandel hingegen ist bisher von dieser Umsatzumverteilung weitgehend verschont geblieben. Den Logistikern der Internetriesen ist es bisher nicht gelungen, die doch weitaus sensibleren Waren so zu den Kunden zu bringen, dass sich die etablierten Händler wie Rewe, Edeka und Co. dadurch bedroht sahen. Da die Lebensmittler es in den letzten Jahren geschafft hatten, die Mieten weitgehend stabil zu halten, können die überschaubaren Umsatzverluste an das Internet problemlos aufgefangen werden. Schnell waren Investments in Nahversorgungsstandorte und Fachmarktzentren mit Anker im Lebensmittelbereich stärker gesucht als Shoppingcenter. Selbsternannte Propheten verkauften diese Anlageform als absolut sicher.

Doch diese Sicherheit ist aus meiner Sicht trügerisch! Die Logistikbranche ist dabei, sich die passenden Wege zu suchen, wie die bestehenden Probleme, frisch und flächendeckend zu liefern, in den Griff zu bekommen sind. Es wird zwar ggf. noch ein paar Jahre dauern, bis das logistische Netz so weit ausgebaut ist, dass auch sensiblere Güter kundengerecht zugestellt werden können. Dann wird aber auch der Lebensmittelhandel Umsatzanteile abgeben müssen. Und die Standorte, die lediglich die gleiche Attraktivität wie die Pakete von Amazon und Co. haben, werden es in der Nachvermietung schwer haben.

Insofern gilt für die Entwicklung von Nahversorgung und Fachmarktzentren mit Anker Lebensmittler eigentlich das Gleiche, was für die Entwicklung der Shoppingcenter schon heute gilt: Der Entwickler muss Gründe schaffen, die sein Objekt so attraktiv machen, dass der Einkauf im Internet keine Alternative ist.

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