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Märkte | 01.06.2018

Aus IZ22/2018, S. 2

Von Joachim Stumpf

In diesem Artikel:

Händler, bewegt euch!

Das Internet wird der Handelsimmobilie nicht den Garaus machen, sagt Joachim Stumpf, Geschäftsführer von IPH Handelsimmobilien. Eher schaffen das die Immobilieneigentümer wegen Mangels an Flexibilität und Kooperation.

IZ
Joachim Stumpf.

IZ

Einzelhandel ist ein wenig wie Fußball-WM, bloß im Dauerzustand. Alle vier Jahre ist jeder im Land Bundestrainer - und so weiß auch jeder, wie der Einzelhandel zu funktionieren hat. Derzeit gebärden sich die meisten als Kassandra. Wie werden die Innenstädte der deutschen Mittelstädte in zehn Jahren aussehen? Leer gefegt. Die Shoppingcenter? Mit Unkraut überwachsen. Die Nahversorger? Verödet oder bestenfalls in Lagerhallen umgewidmet. Der Grund wird dann gleich nachgeliefert: Das Internet ist schuld. Die Menschen bestellen online - wer geht denn noch freiwillig einkaufen, wenn man sich alles nach Hause liefern lassen kann?

Natürlich verändert sich der stationäre Einzelhandel, und damit wandeln sich auch die Ansprüche an Handelsimmobilien. Erfolg und Misere hängen also von der Integration der Immobilie in die bestehende Handelslandschaft ab. Erstes Beispiel: die große Angst manch eines Shoppingcenterinvestors, dass sein Objekt zum Nahversorger "deklassiert" wird - ein eindeutiges Vorurteil, wie ich finde. Nicht jedes Center muss alles bieten. In manchen Lagen ist es rentabler, sich auf die klassische Nahversorgung mit einem geringeren Textilanteil zu fokussieren. Überhaupt sagt ein bestimmter Branchenmix eines Centers für mich noch nichts über seine Qualität aus. Vorbei die Zeiten, in denen nur ein Modell funktionieren konnte und durfte. Die zunehmende Komplexität des Einzelhandels öffnet auch Möglichkeiten für Konzepte, die ehemals keine Chance auf Realisierung gehabt hätten.

Zweites Beispiel: die Arroganz der Innenstädte. Die althergebrachten Fußgängerzonen deutscher Mittelstädte, voll von liebevoll restauriertem Fachwerk, hielten sich über Jahrzehnte für die Krone der Schöpfung. Die Digitalisierung hat den Kunden freilich mündiger gemacht. Er vertraut nicht mehr der Inszenierung, denn die nimmt er am Ende des Tages eben nicht mit nach Haus. Vielmehr zählen Faktoren wie das relative Preis-Leistungs-Verhältnis der Ware, plus einem gewissen Zuschlag für Beratung, haptische Erfahrung und unmittelbare Verfügbarkeit. Der Kunde wird gewissermaßen objektiver in seiner Kaufentscheidung. Mittelmaß können sich die Innenstädte nun nicht mehr leisten. Wollen sie überleben, dann müssen sie eine konzertierte Positionierung zulassen und das Selbstverständnis eines Shoppingcenters entwickeln. Es ist indes fraglich, ob sich viele einzelne Immobilieneigentümer auf eine gemeinsame Centerphilosophie werden einigen können, wenn in vielen Fällen nicht einmal bei der Wahl der Weihnachtsbeleuchtung Konsens möglich ist.

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