Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Finanzen | 17.05.2018

Aus IZ20/2018, S. 2

Von Marc Laubenheimer

In diesem Artikel:

Kurzfilme sind besser als Prospekte

Eine Ausweitung der Prospektpflicht für Kapitalanlagen in Immobilien ist nicht zielführend, meint Marc Laubenheimer, Geschäftsführer der Crowdinvesting-Plattform von Engel & Völkers Capital. Das passe nicht mehr zu digitalen Geschäftsmodellen wie dem Crowdinvesting.

Quelle: EVC Crowdinvest GmbH
Marc Laubenheimer.

Quelle: EVC Crowdinvest GmbH

Zu wenig Informationen, zu wenig Transparenz lautet vielfach der Vorwurf an die Crowdinvesting-Plattformen. Einer aktuellen Studie zufolge klären die Vermögensanlageninformationsblätter (VIB) oft nicht ausreichend auf.

Nun sind "mehr Information" und "mehr Transparenz" natürlich immer gut. Doch zum einen untersucht die Studie leider einen veralteten Zeitraum - nämlich von vor der letzten Gesetzesänderung, durch die die Anforderungen an VIB gestiegen sind. Vor allem aber wird der wichtigste Punkt nicht thematisiert: Wenn wir innovative digitale Finanzanlagen fördern möchten, benötigen wir auch innovative Regulierungsmodelle.

Allerdings fällt den meisten Kritikern nichts Besseres ein, als nach einer Ausweitung der Prospektpflicht zu rufen. Doch hat die Prospektpflicht bei geschlossenen Fonds dazu geführt, dass nur gute Angebote auf den Markt kommen? Ich meine: nein. Vielmehr diente sie von Anfang an in erster Linie der Enthaftung der Anbieter, während die meisten Anleger die Prospekte aufgrund ihrer Komplexität und des Umfangs nicht verstanden oder gar nicht erst gelesen haben. Zahlreiche Gerichtsverfahren belegen dies deutlich. Sinnvoll ist Regulierung nur dann, wenn sie ihrem eigentlichen Zweck dient, nämlich dem Schutz der Anleger. Regulierungsmodalitäten aus dem analogen Zeitalter passen einfach nicht mehr zu digitalen Geschäftsmodellen wie dem Crowdinvesting. Für mich heißt das: Wir müssen schleunigst digitalkonforme Regulierungsansätze entwickeln, die zum heutigen Informationsverhalten der Anleger passen. Dabei denke ich vor allem an multimediale Aufklärung. Eine erste Idee wäre, Anbieter zu verpflichten, zu jedem ihrer Angebote einen kurzen Film zu produzieren, in dem nach definierten Anforderungen die wichtigsten Themen und Risiken verständlich erklärt werden.

Wir können nicht digitale Geschäftsmodelle vorantreiben, um diese dann zu regulieren wie Sparkassenprodukte aus dem vorherigen Jahrhundert. Kein Anleger, der online investiert, gerade weil es schnell und mit wenigen Klicks möglich ist, will einen 100-seitigen Prospekt lesen. Ein lösungsorientierter Dialog mit neuen Denkansätzen zwischen dem Gesetzgeber, der Aufsicht, Verbrauchervertretern und den Anbietern wäre wünschenswert. Aus meiner Sicht wird aktuell aber leider von vielen Beteiligten noch weitgehend in überholten Strukturen gedacht.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!