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Märkte | 03.05.2018

Aus IZ18/2018, S. 2

Von Felix von Braun

In diesem Artikel:

Standardisierung nutzt der Pflege

Felix von Braun, Chef der auf Wohnen im Alter spezialisierten Gesellschaft DPF, fordert ein einheitliches Raster zur Bewertung und Einordnung aller Varianten von Senioren- und Pflegeheimen.

Quelle: DPF AG
Felix von Braun.

Quelle: DPF AG

In der Immobilienwirtschaft wird gerne auf die Politik geschimpft. Das Parlament? Zu langsam. Die Behörden? Feindlich eingestellt. Die Gesetze? Zu viele und selten zweckdienlich. Besonders scharfe Kritik kommt dabei aus dem Pflegeheimmarkt. Die 16 unterschiedlichen Gesetzgebungen der Länder und die mangelnde Planungssicherheit erschweren Investitionsentscheidungen, heißt es.

Doch gerade der Pflegeheimmarkt könnte an einer Stelle mehr Regulierung gut vertragen. Wir brauchen eine bundesweite Standardisierung der Wohnformen für ältere Menschen, frei nach dem Vorbild der allgemeingültigen Klassifizierung von Hotels. Gemeint ist dabei nicht die Klassifizierung in Pflegegrade (ehemals Pflegestufen). Vielmehr brauchen wir einen Standard, nach dem die angebotenen Qualitäten der Häuser und Dienstleistungen bewertet werden. Wie ist die Lage der Einrichtung? Wie alt und in welchem Zustand sind die Gebäude? Was für Dienstleistungen und in welcher Qualität werden diese angeboten? Das alles sind Faktoren, die Pflegebedürftige und deren Angehörige auf einen Blick sehen sollten.

Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Erfüllung gewisser Mindeststandards gelegt werden. Statt dass potenzielle Bewohner mit einer Checkliste die Erfüllung spezifischer, für ihre Belange notwendiger Standards selber überprüfen müssten, wäre eine klare Klassifizierung auf Grundlage eines deutschlandweit gültigen Punktesystems weitaus sinnvoller - und zwar unabhängig von der Art der Einrichtung.

Derzeit gibt es rund 13.000 Pflegeeinrichtungen, zu denen Altenpflegeheime, Altenheime und Altenwohnheime gehören, sowie rund 2.000 Wohneinrichtungen in Kombination mit Pflegeleistungen, darunter betreutes Wohnen, Wohnstifte und (teil-)betreute Wohngemeinschaften - was aber ist nun genau ein Pflegeheim und was eine Residenz? Auch hier herrscht ein großes Durcheinander. Parallel zu qualitativen Standards sollten daher auch verbindliche Begriffsdefinitionen eingeführt werden.

Von einer bundesweit einheitlichen Normierung der Pflegeeinrichtungen nach Sternen oder Punkten würden nicht nur die Pflegebedürftigen und deren Angehörige profitieren, ebenso könnten Anleger mit einer bestehenden und verlässlichen Klassifizierung bei Due-Diligence-Prüfungen Zeit und Kosten sparen. Und auch insgesamt würde dieser Markt an Transparenz gewinnen. Das wäre ein deutlicher Pluspunkt eingedenk der weiterhin bestehenden politischen Planungsunsicherheiten.

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