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Märkte | 03.05.2018

Aus IZ18/2018, S. 2

Von Sebastian Fischer

In diesem Artikel:

So wird bauen billiger

Teures Bauland, steigende Nachfrage, strengere Bauauflagen, nur eines darf nicht sein: höhere Preise für Wohnimmobilien. Das geht nur, wenn tatsächlich billiger gebaut wird, meint Sebastian Fischer vom Projektentwickler Primus.

Quelle: Primus Immobilien AG
Sebastian Fischer.

Quelle: Primus Immobilien AG

Ein Grund für die steigenden Wohnungspreise ist der Mangel an Bauland. Mit Vorliebe wird dann auf jene Grundstückseigentümer geschimpft, die darauf warten, dass die Preise weiter steigen. Sie sind aber nur das Symptom, nicht die Ursache steigender Baulandpreise. Würden die Kommunen - vielerorts nach wie vor die größten Grundstückseigentümer - mehr Bauland und dies zu fairen Konditionen zur Verfügung stellen, ließe sich günstiger bauen. Wenn dann sowohl städtische als auch freie Bauträger gleichermaßen berücksichtigt würden, ließe sich das gesamte Spektrum an Wohnungen bedienen.

Stattdessen folgt die Politik dem Prinzip der maximalen Verwertbarkeit. So hat etwa Berlin Anfang des Jahrtausends im großen Stil seinen Wohnungsbestand an Private-Equity-Investoren verkauft und beklagt nun steigende Mieten nach Ablauf der Belegungsfrist. Besser wäre es da gewesen, wenn die Stadt ihre Wohnungen an Eigennutzer verkauft hätte oder an Bauherren mit innovativen Nutzungskonzepten.

Bauland da - und nun? Die wichtigsten Ursachen für die Preisdynamik am Immobilienmarkt sind die explodierenden Baukosten im Allgemeinen und die immer strengeren Auflagen beim Wohnungsbau im Besonderen. Im klassischen Geschosswohnungsbau gelten energetische und technische Voraussetzungen, als würde für die nächsten 1.000 Jahre gebaut werden. Von solchen infolge von Dämm- und Lärmschutz monotonen Ewigbauten müssen wir Abschied nehmen.

Zudem müssen Architekten, Entwickler und Vertrieb die Modulbauweise endlich als die günstigere und schnellere, qualitativ aber ebenbürtige Alternative akzeptieren - dadurch lässt sich der Faktor auf der Baustelle sparen, nämlich Zeit. Dank digitalisierter Bautechniken lassen sich mittlerweile ansprechende Gebäude mit individuellen Wohnungsschnitten entwerfen und abseits der Baustelle vorbauen, denen das modulare Grundgerüst später nicht mehr anzusehen ist. Dieses Umdenken muss auch bei den Nutzern stattfinden. Wer zeitgemäß und digital baut, spart an den Kosten, nicht an der Qualität. Modulbauweise heißt nicht Plattenbau.

Die Voraussetzung dafür wäre, den bauideologischen Panzer abzulegen. Wir müssen uns endlich für den Dialog zwischen allen Beteiligten öffnen, statt dass Wohnungswirtschaft und Politik in langen Monologen auf den jeweils anderen schimpfen. Das wird die zentrale gesellschaftliche Aufgabe für die kommenden Jahre sein. Anders werden wir die benötigten 1,5 Mio. Wohnungen nicht meistern.

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